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TAGESÜBERBLICK WIRTSCHAFT

Dieser Inhalt wurde am 29. April 2010 - 17:32 publiziert

Bern (awp/sda) - Donnerstag, 29. April
WENIGER PROFITABEL: Nach dem Gewinneinbruch im Vorjahr wegen der Wirtschaftskrise musste der Computerzubehör-Hersteller Logitech im Geschäftsjahr 2009/10 erneut einen Rückschlag hinnehmen. Der Reingewinn sackte um knapp 40 Prozent ab. Unter dem Strich tauchte der Reingewinn des weltgrössten Herstellers von Computermäusen, Joysticks, Web-Kameras oder Lautsprechern im Geschäftsjahr 2009/10 (per Ende März) um 39 Prozent auf 65 Mio. Dollar. Der Betriebsgewinn gab um 38 Prozent auf 78 Mio. Dollar nach, wie das schweizerisch-amerikanische Unternehmen mitteilte. Der Umsatz fiel um 11 Prozent auf 1,967 Mrd. Dollar. Deutlich fiel der Aufschwung in den letzten Monaten des Geschäftsjahres aus. Zwischen Januar und Ende März steigerte der Konzern mit Sitz in Romanel-sur-Morges VD den Umsatz um 29 Prozent auf 525,4 Mio. Dollar. Dank dem Tritt auf die Kostenbremse erzielte Logitech wieder einen Reingewinn von 24,5 Mio. Dollar nach einem Verlust von 35,1 Mio. Dollar ein Jahr zuvor.
STAHLKONZERN UNTER DRUCK: Der Einbruch der Stahlnachfrage hat Schmolz+Bickenbach 2009 stark zugesetzt. Da die Abnehmer des Spezialstahls gleichzeitig auch ihre Lager abbauten, hat der Umsatz des Stahlkonzern sich beinahe halbiert. Schmolz+Bickenbach mit Stahlwerken in Nordamerika, Deutschland und der Schweiz erzielte noch einen Umsatz von 2,05 Mrd. Euro. Der Konzernverlust betrug 276 Mio. Euro. Im 2008 hatte Schmolz+Bickenbach noch einen Gewinn von 62 Mio. Euro erzielt. Operativ schrieb Schmolz+Bickenbach einen Verlust von 288,2 Mio. Euro, nachdem im Vorjahr noch ein Betriebsgewinn (EBIT) von 138,4 Mio. Euro erzielt worden war. Im laufenden Jahr hat sich die Situation aber bereits fundamental geändert: Für Januar bis März vermeldet das Unternehmen eine Vervierfachung des Auftragseingang, wenn auch im Vergleich zur äusserst schwachen Vergleichsperiode des Vorjahrs.
ORANGE MIT MEHR UMSATZ: Der Schweizer Telekomanbieter Orange ist im ersten Quartal 2010 gewachsen: Das Unternehmen habe den Umsatz um 4,8 Prozent auf 319 Mio. Franken steigern können und sei mit den Zahlen "sehr zufrieden", sagte Sprecherin Therese Wenger. Die Zahl der Kunden stieg leicht auf 1,559 Millionen. Kräftig fiel der Anstieg bei den mobilen Breitbandnutzern aus mit einem Plus von 47 Prozent auf 516'000. Die Muttergesellschaft France Télécom sprach in ihrer Mitteilung zum Quartalsergebnis von einer "Erholung" im Schweizer Markt. Finanzchef Gervais Péllissier bestätigte zudem, dass France Télécom rechtliche Schritte gegen das Fusions-Veto der Wettbewerbskommission (Weko) beabsichtigt. Das Unternehmen werde "wahrscheinlich" Rekurs einlegen, sagte er. Letzten Donnerstag hatte die Weko überraschend die geplante Fusion von Orange und Sunrise verboten.
CLARIANT MIT SCHWARZEN ZAHLEN: Der Chemiekonzern Clariant hat im ersten Quartal 2010 wieder schwarze Zahlen geschrieben. Unter dem Strich verdiente das Unternehmen 10 Mio. Franken. Im Vorjahresquartal hatte es noch einen Verlust von 91 Mio. Fr. gemacht. Das Unternehmen wies zudem einen bedeutend höheren Betriebsgewinn (EBIT) aus: Dieser betrug 183 Mio. Fr. nach einem Minus von 13 Mio. Fr. im Vorjahr. Der Umsatz stieg um 13 Prozent 1,817 Mrd. Franken. In Lokalwährungen beträgt die Steigerung 16 Prozent. Das wirtschaftliche Umfeld habe sich im ersten Quartal unerwartet positiv entwickelt, hiess es. Für das laufende Jahr rechnet das Unternehmen mit einem mittleren einstelligen Umsatzwachstum.
MEHR GEWINN BEI GEBERIT: Der Sanitärtechnik-Konzern Geberit hat seinen Reingewinn im ersten Quartal massiv gesteigert. Das Nettoergebnis wuchs im Vergleich zum Vorjahresquartal um 21,4 Prozent auf 113,5 Mio. Franken. Der Reingewinn sei durch geringere Fremdwährungsverluste sowie einer deutlich tieferen Steuerquote positiv beeinflusst worden. Das Betriebsergebnis (EBIT) stieg um 8,5 Prozent auf 136,9 Mio. Franken, während der Umsatz mit 555 Mio. Franken währungsbereinigt 2,1 Prozent höher liegt. In Schweizer Franken gerechnet beträgt die Zunahme 0,6 Prozent.
GEWICHTIGERE ZUSAMMENSCHLÜSSE: Am Schweizer Markt für Fusions- und Akquisitionen zeichnet sich eine leichte Belebung ab. Obwohl weniger Deals zustande gekommen sind, hat das Volumen der Fusionen und Übernahmen im ersten Quartal 2010 um die Hälfte auf über 11 Mrd. Dollar zugenommen. Die Zahl der Transaktionen ist allerdings weiter gesunken, wie aus einer Studie des Wirtschaftsberatungsunternehmens Ernst & Young (E&Y) hervorgeht. Im Vergleich zum Vorjahresquartal lag sie um gut ein Drittel tiefer bei knapp 80. Die grösste Transaktion im ersten Quartal 2010 war der Kauf des nordamerikanischen Tiefkühlpizzageschäfts von Kraft Foods durch Nestlé in Höhe von 3,7 Mrd. Dollar.
BALD HILFE FÜR GRIECHENLAND: Die Verhandlungen über milliardenschwere Finanzhilfen für Griechenland stehen gemäss der Europäischen Kommission kurz vor dem Abschluss. EU-Wirtschaftskommissar Olli Rehn zeigte sich zuversichtlich, dass die Gespräche mit der Regierung in Athen in den kommenden Tagen zu einem Ergebnis führen. Die Kommission, die Europäische Zentralbank (EZB) und der Internationale Währungsfonds (IWF) verhandeln seit zehn Tagen mit Athen über die Hilfen in Höhe von bis zu 45 Mrd. Euro alleine für dieses Jahr. Im Gegenzug muss die Regierung in Athen mit harten Auflagen rechnen. Die Hilfen seien an strukturelle Reformen geknüpft, sagte Rehn.
TOURISMUS MIT MILLIARDENVERLUST: Europas Reisebranche hat wegen der Aschewolke ersten Schätzungen zufolge Verluste von fast einer Milliarden Euro erlitten. Das teilte EU-Industriekommissar Antonio Tajani mit. Frankreich habe einen Schaden von 260 Millionen Euro angegeben, Spanien und Italien je 200 Millionen Euro, Deutschland 100 Millionen Euro und Griechenland 60 Millionen Euro. Vor allem Reiseveranstalter und Reisebüros hätten wegen des fünf-tägigen Verkehrschaos nach dem Vulkanausbruch in Island "beträchtlichen Schaden" genommen. Die Unterbringung und Heimreise gestrandeter Passagiere habe bis heute mehr als 388 Millionen Euro gekostet.
BURGER KING IM HINTERTREFFEN: Die Fastfood-Kette Burger King verliert an Boden gegen ihren schärfsten Rivalen McDonald's. Während der grosse Konkurrent zuletzt blendende Geschäfte machte, sank der Umsatz von Burger King im dritten Geschäftsquartal (Ende März) um 1 Prozent auf 597 Mio. Dollar. Der Gewinn fiel um 13 Prozent auf unter dem Strich 41 Mio. Dollar. Burger-King-Chef John Chidsey machte das schlechte Wetter im Januar und Februar für die Einbussen verantwortlich. McDonald's hatte seinen Gewinn zuletzt um 11 Prozent auf 1,1 Mrd. Dollar steigern können und seinen Umsatz um 10 Prozent auf 5,6 Mrd. Dollar.

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