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TAGESÜBERBLICK WIRTSCHAFT

Dieser Inhalt wurde am 04. Mai 2010 - 17:12 publiziert

Bern (awp/sda)- Dienstag, 4. Mai 2010 -
UBS MIT QUARTALSGEWINN: Erstmals seit langem hat die UBS wieder mehr Gewinn erzielt als die Credit Suisse: Im ersten Quartal fuhr die schwer gebeutelte Grossbank einen Gewinn von 2,20 Mrd. Fr. ein. Dennoch ist die Bank noch nicht aus dem Schneider: Sie verliert weiterhin Kundengelder. Der UBS sind von Januar bis März netto 18 Mrd. Fr. verloren gegangen. Damit hat die Bank in etwas mehr als zwei Jahren insgesamt einen Kundengeldabfluss von über 390 Mrd. Fr. hinnehmen müssen. Der Abfluss ist mittlerweile zwar kleiner geworden, doch selbst die UBS rechnet nicht mit einer raschen Trendwende. In einem Communiqué schreibt die Grossbank, dass die Geldabflüsse sich kurzfristig auf einem relativ moderaten Niveau bewegen würden. Und in einem Fernsehinterview sagte Konzernchef Oswald Grübel, man hoffe, den Abfluss bis Ende Jahr stoppen zu können. Gegenüber der CS, die einen Quartalsgewinn von 2,06 Mrd. Fr. auswies, ist die UBS trotz höherem Gewinn damit weit im Hintertreffen. Denn während sie erst das zweite Quartal in Folge mit schwarzen Zahlen abschliesst, bewegt sich die CS bereits seit Anfang 2009 wieder in der Gewinnzone.
SWISS LIFE MIT UMSATZPLUS: Überraschend hat der Lebensversicherungskonzern Swiss Life im ersten Quartal seine Einnahmen deutlich steigern können: Dank reicher Privatkunden legten die Prämienerlöse beim Zürcher Traditionshaus um 23 Prozent auf 7,87 Mrd. Fr. zu. Im Schweizer Geschäft waren die Prämieneinnahmen allerdings rückläufig: Auf dem Heimmarkt nahm der Konzern 4,22 Mrd. Fr. Prämien ein, 4 Prozent weniger als im Vorjahr. In Frankreich stiegen die Einnahmen um 18 Prozent auf 1,39 Mrd. Franken, während die Swiss Life in Deutschland um 9 Prozent auf 552 Mio. Fr. zulegen konnte.
HOLCIM MIT VERLUST: Nach dem Einbruch im Vorjahr hat sich der Zementkonzern Holcim wieder gefangen. Der Bauboom in Asien machte die Rückschläge wett, die Holcim in Europa und Nordamerika wegen des harten Winters und der schwachen Wirtschaft erlitt. Eine einmalige Steuerbelastung drückte den Zementkonzern in die roten Zahlen. Unter dem Strich musste Holcim einen Verlust von 68 Mio. Fr. hinnehmen nach einem Gewinn von 74 Mio. Fr. ein Jahr zuvor. Schuld an den roten Zahlen sei eine einmalige Steuerbelastung wegen der Bereinigung der Beteiligungsstrukturen in Nordamerika, erklärte Konzernchef Markus Akermann in einer Telefonkonferenz. Diese habe den Reingewinn um 182 Mio. Franken geschmälert. Ohne diese Bereinigung hätte der Konzerngewinn um 27,2 Prozent zugelegt. Operativ konnte Holcim indes wieder zulegen. Der Umsatz des zweitgrössten Zementkonzerns der Welt nach der französischen Lafarge nahm um 4,8 Prozent auf 4,741 Mrd. Fr. zu.
DKSH TROTZT KRISE: Der Handelsriese DKSH hat der Wirtschaftskrise gut standgehalten. Obwohl der Welthandel im vergangenen Jahr den grössten Einbruch seit dem 2. Weltkrieg erlitt, ging der Gewinn bei DKSH nur leicht zurück. Er habe nach Steuern einen Gewinn von 85 Mio. Fr. erzielt, gab der Schweizer Handels- und Dienstleistungskonzern erstmals bekannt. Dies sei ein Rückgang um 3,4 Prozent. Der Betriebsgewinn (EBIT) belaufe sich auf 128 Mio. Franken. Vor einem Jahr hatte DKSH noch einen EBIT von 148 Mio. Fr. ausgewiesen. Nach dem Rückgang im Vorjahr kletterte der Umsatz wieder um 4,8 Prozent auf 8,6 Mrd. Franken.
VERWALTUNGSRÄTE FÜR OC OERLIKON: Beim angeschlagenen Technologiekonzern OC Oerlikon sind für den Verwaltungsrat zwei weitere unabhängige Vertreter nominiert. Damit gibt Grossaktionär Viktor Vekselberg, wie mit den kreditgebenden Banken vereinbart, die Mehrheit im Aufsichtsgremium ab. Neue Verwaltungsräte werden sollen der Deutsche Wolfgang Tölsner sowie der Österreicher Gerhard Pegam, wie OC Oerlikon mitteilte. Ihre Wahl ist für die Generalversammlung vom 18. Mai in Luzern traktandiert.
WALTER MEIER BAUT AB: Der Klima- und Fertigungstechnikkonzern Walter Meier konzentriert sich in Frankreich nur noch auf sein Kerngeschäft und gibt den Handel mit Klimageräten und anderen Handelsprodukten auf. Betroffen sind 25 Mitarbeitende. Es handle sich ausschliesslich um Angestellte in Frankreich, wie ein Sprecher auf Anfrage der SDA präzisierte. Für sie werde zusammen mit den Sozialpartner ein Massnahmenpaket erarbeitet, teilte das Unternehmen mit. Das Geschäft mit Klimageräten und Split-Wärmepumpen sei in Frankreich ein Massengeschäft mit niedrigen Margen und hohen Lagerkosten, begründet Walter Meier den Teilrückzug.
AMERIKANER KAUFEN WIEDER AUTOS: In der Wirtschaft geht es wieder aufwärts, da gehört für viele US-Amerikaner ein neuer Wagen zu einer der ersten grossen Anschaffungen. Auch im April brummte deshalb das Geschäft der Autohersteller. Der Marktforscher Autodata vermeldete am Montag ein branchenweites Absatzplus von knapp 20 Prozent auf 982'131 Autos. Damit setzte sich der gute Lauf der vergangenen Monate fort. Den höchsten Zuwachs aller Hersteller verzeichnete die japanische Subaru mit 48 Prozent. Selbst der ewige Verlierer Chrysler konnte bei den Kunden landen. Nachdem der von Fiat-Chef Sergio Marchionne gelenkte Hersteller bislang kaum von der Kauflaune der Amerikaner profitieren konnte, sprangen die Verkäufe nun um 25 Prozent auf 95'703 Wagen nach oben.
MERCK VERDAUT ÜBERNAHME SCHLECHT: Die Übername des Wettbewerbers Schering-Plough hat den US-Pharmakonzern Merck & Co. zu Jahresbeginn viel Geld gekostet. Die Integration liess den Gewinn im ersten Quartal auf unter dem Strich 299 Mio. Dollar einbrechen. Im Vorjahreszeitraum hatte Merck noch 1,4 Mrd. Dollar verdient. Konzernchef Richard Clark versicherte aber, dass der Zusammenschluss im Plan liege. Merck hatte die 41 Mrd. Dollar schwere Übernahme von Schering-Plough Anfang November abgeschlossen. Der Umsatz verdoppelte sich durch den Zukauf auf 11,4 Mrd. Dollar.
PFIZER PROFITIERT VON ÜBERNAHME: Der weltgrösste Pharmakonzern Pfizer hat im ersten Quartal beim Umsatz von der Übernahme des US-Konkurrenten Wyeth profitiert. Wegen der mit der Übernahme verbundenen Kosten ging der Gewinn unter dem Strich allerdings um 26 Prozent auf 2,026 Mrd. Dollar zurück. Beim Umsatz stand mit 54 Prozent ein sattes Plus auf 16,75 Mrd. Dollar in der Bilanz, wie der Branchenprimus mitteilte. Beim Cholesterinsenker Lipitor - dem weltweit umsatzstärksten Medikament - stiegen die Erlöse um ein Prozent auf 2,76 Mrd. Dollar. Pfizer hatte sich mit dem Kauf von Wyeth im 2009 die Branchenspitze in der Pharmaindustrie gesichert.
LUFTHANSA MIT VERLUST: Die Lufthansa ist im ersten Quartal tief in die Verlustzone geraten. Operativ verbuchte die Muttergesellschaft der Swiss einen Verlust von 330 Mio. Euro nach einem Verlust von 44 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum, wie die grösste deutsche Airline mitteilte. Damit schnitt die Fluggesellschaft deutlich schlechter ab als von Analysten erwartet. Zu schaffen machten Lufthansa neben defizitären Töchtern vor allem steigende Treibstoffkosten und ein Pilotenstreik. Der Umsatz legte auf 5,8 von fünf Mrd. Euro zu.
NEUER WTO-AUFRUF: WTO-Generaldirektor Pascal Lamy hat mit Blick auf die feststeckenden Verhandlungen zur Liberalisierung des Welthandels empfohlen, den "Cocktail der Zutaten zu schütteln, damit das Eis schmelzen kann". Bei den Ingredienzen handle es sich um die Treffen der verschiedenen Arbeitsgruppen, Vorgespräche der Handelsminister und seine eigenen Konsultationen mit den Delegationen über generelle Fragen, sagte Lamy anlässlich der ersten Zusammenkunft des Generalrates der Welthandelsorganisation (WTO) seit Februar.
REKORDJAHR FÜR ALSTOM: Nach Umsatz- und Ertragsrekorden erwartet der französische Anlagenbauer und Bahntechnikkonzern Alstom jetzt etwas magerere Zeiten. Im Geschäftsjahr 2009/2010 (bis 31. März) sei der Umsatz um fünf Prozent auf 19,7 Mrd. Euro gestiegen, teilte Alstom mit. Das operative Ergebnis legte um 16 Prozent auf 1,8 Mrd. Euro zu. Unter dem Strich blieb ein Überschuss von 1,2 Mrd. Euro. Das entspricht einem Zuwachs von zehn Prozent.
ADDIDAS GUT GESTARTET: Die Fussball-Weltmeisterschaft und die Wirtschaftserholung bringen den Sportartikel-Hersteller Adidas wieder in Form. Das Management erhöhte die Prognosen für 2010. Der Konzernumsatz werde demnach währungsbereinigt im mittleren einstelligen Prozentbereich wachsen. Bisher war das Adidas-Management von einem Umsatzplus im niedrigen bis mittleren einstelligen Bereich ausgegangen. Auch der Gewinn werde steigen. Das Konsumverhalten habe sich in vielen Regionen vor allem seit Ende Februar verbessert, sagte Addidas-Chef Herbert Hainer. Einen kräftigen Schub erwartet der Branchenzweite hinter Marktführer Nike auch von der Fussballweltmeisterschaft diesen Sommer in Südafrika.
THOMSON REUTERS SPÜRT NACHWEHEN DER KRISE: Der Nachrichten- und Datenanbieter Thomson Reuters hat zum Jahresauftakt die Nachwehen der Finanzmarktkrise zu spüren bekommen. Für das erste Quartal wies der Konzern einen operativen Gewinn im Kerngeschäft von 555 Mio. Dollar aus. Dies war ein Minus von sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Umsatz im fortgeführten Geschäft schrumpfte um Währungseffekte bereinigt um zwei Prozent auf 3,14 Mrd. Dollar. Damit schnitt das Unternehmen, das 2008 aus der kanadischen Mediengruppe Thomson und dem britischen Nachrichten- und Finanzdatenkonzern Reuters hervorgegangen war, im traditionell schwächsten Quartal des Geschäftsjahres leicht besser ab als von Branchenexperten erwartet.

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