Navigation

TAGESÜBERBLICK WIRTSCHAFT

Dieser Inhalt wurde am 06. Mai 2010 - 17:09 publiziert

Bern (awp/sda)- Donnerstag, 6. Mai 2010
MEHR GEWINN BEI ZURICH: Nach dem Rückschlag wegen der Finanzkrise vor einem Jahr hat die Versicherungsgruppe Zurich Financial Services (ZFS) im ersten Quartal 2010 wieder deutlich mehr verdient. Der Reingewinn stieg um 76 Prozent auf 935 Mio. Dollar. Der so genannte operative Gewinn (Business Operating Profit, BOP) stieg um 19 Prozent auf 1,259 Mrd. Dollar. Das gesamte Geschäftsvolumen der Gruppe, bestehend aus Bruttoprämien, Policengebühren, Beiträgen mit Anlagecharakter und Managementgebühren erreichte 19 Mrd. Dollar. Das sind 11 Prozent mehr als vor einem Jahr.
MEHR GEWINN BEI SWISS RE: Das Erdbeben in Chile, der Wintersturm Xynthia in Westeuropa und Naturschäden in Australien haben im ersten Quartal 2010 die Kostenbilanz der Swiss Re erschüttert. Dank guter Kapitalerträge schaffte der Rückversicherer aber dennoch eine Gewinnsteigerung. Der Gewinn stieg im ersten Quartal von 130 Mio. Dollar auf 158 Mio. Dollar. Mit 700 Mio. Dollar schlagen die Verwüstungen unerwartet hoch zu Buche. Damit übersteigen die Gesamt-Schadenzahlungen und Kosten die Prämieneinahmen, die dazu wegen anhaltenden Preisdrucks im Vergleich zu den ersten drei Monaten 2009 um 13 Prozent auf 4,97 Mrd. Dollar sanken.
EURO AUF REKORDTIEF: Die Euro-Schwäche - respektive die Franken-Stärke - wird für die Schweizer Wirtschaft zunehmend zum Problem. Die Schuldenkrise verschiedener Euro-Länder hat die Gemeinschaftswährung zum Franken auf ein Rekordtief gedrückt. Nachdem die Europäischen Zentralbank (EZB) bekannt gab, den Leitzins unverändert zu lassen, erreichte der Euro ein neues Rekordtief von 1.4044 Franken. Laut Ökonomen hatten einige Markteilnehmer darauf gesetzt, dass die Notenbank entgegen den Erwartungen doch etwas an den Zinsen verändert.
ADECCO MIT MEHR GEWINN: Der weltweit grösste Personalvermittler Adecco leidet unter dem noch immer kränkelnden Arbeitsmarkt. Nur dank des Kaufs der amerikanischen MPS Group hat das Unternehmen im ersten Quartal den Umsatz um 7 Prozent steigern können. Er belief sich auf 3,96 Mrd. Euro. Ohne die Akquisition wäre der Umsatz aber um 1 Prozent tiefer ausgefallen als im Vorjahr. Da inzwischen die Kosten gesenkt wurden, verzeichnet Adecco dennoch ein besseres Ergebnis. Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITA) stieg um 162 Prozent auf 113 Mio. Euro und der Reingewinn kletterte um 147 Prozent auf 57 Mio. Euro.
TRANSOCEAN VOR KLAGEWELLE: Das Zuger Ölbohrunternehmen Transocean ist aufgrund der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko mit zahlreichen Klagen konfrontiert. Es rechnet mit "signifikanten" Rechtskosten. Für seine gesunkene Ölplattform hat Transocean bereits Geld von den Versicherungen erhalten. Die Bohrinsel "Deepwater Horizon" war für rund 560 Mio. Dollar versichert. Anfang Mai hat das Unternehmen von den Versicherungen eine Teilzahlung von 401 Mio. Dollar erhalten, wie aus dem Quartalsbericht hervorgeht. Das Unternehmen gab auch die Zahlen zum ersten Geschäftsquartal 2010 bekannt: Der Umsatz sank im Vergleich zum Vorjahr von 3,12 Mrd. auf 2,60 Mrd. Dollar. Der operative Gewinn (EBIT) reduzierte sich von 1,32 Mrd. auf 926 Mio. Dollar. Unter dem Strich nahm Transocean 685 Mio. Dollar ein, nach 939 Mio. Dollar ein Jahr zuvor.
AXA WINTERTHUR NIMMT MEHR EIN: Die Versicherungsgesellschaft Axa Winterthur hat im ersten Quartal 2010 das Geschäftsvolumen im Vergleich zum Vorjahr steigern können: Dank neu lancierten Lebensversicherungsprodukten und einer Erholung in der beruflichen Vorsorge erhöhten sich beim Schweizer Branchenleader die Einnahmen um 1,6 Prozent auf 7,05 Mrd. Franken. In der Leben-Sparte wuchsen die Prämieneinnahmen um 3,6 Prozent auf 4,40 Mrd. Fr. an. Im Schadengeschäft sank das Prämienvolumen hingegen um 1,5 Prozent auf 2,66 Mrd. Franken. Grund sei der anhaltende Preis- und Konkurrenzdruck unter den Schweizer Versicherern, schreibt die Schweizer Tochter des französischen Branchenriesen Axa.
STABILE TEUERUNG: Die Jahresteuerung hat in der Schweiz im April wie im Vormonat 1,4 Prozent betragen. Grund sind die innert Jahresfrist um 16,8 Prozent gestiegenen Energie- und Treibstoffpreise. Gegenüber dem Vormonat März erhöhte sich das Preisniveau um 0,9 Prozent. Der Landesindex der Konsumentenpreise erreichte so den Stand von 104,7 Punkten (Dezember 2005=100), wie das Bundesamt für Statistik (BFS) mitteilte. Die Kerninflation, die besonders schwankungsanfällige Preise etwa für Nahrungsmittel und Energie ausklammert, lag im April im Jahresvergleich bei bloss 0,3 Prozent.
FREDDIE MAC ALS SORGENKIND: Der verstaatlichte Hypothekenfinanzierer Freddie Mac erweist sich für die US-Regierung immer mehr als Fass ohne Boden. Das Unternehmen bat nach einem neuen Milliardenverlust im Startquartal 2010 um eine weitere Finanzspritze von 10,6 Mrd. Dollar. Gleichzeitig warnte Freddie Mac, wegen der Flaute am Immobilienmarkt in Zukunft weitere Hilfen zu benötigen. Im ersten Quartal machte Freddie Mac 8,0 Mrd. Dollar Verlust - ohne die Dividendenzahlung waren es noch immer 6,7 Mrd. Dollar. Das Ergebnis ist jedoch etwas besser als im Vorjahreszeitraum, in dem ein Minus von 10,4 Mrd. Dollar in den Büchern gestanden hatte.
UBS UND ANDERE BANKEN VOR GERICHT: In Italien hat ein Prozess gegen vier ausländische Banken wegen Betrugs begonnen. Die UBS, die Deutsche Bank, die zur verstaatlichten Hypo Real Estate (HRE) gehörende Depfa sowie die US-Investmentbank JP Morgan müssen sich in Mailand vor Gericht verantworten. Auch elf Manager der Banken und zwei frühere Angestellte der Stadt Mailand sind angeklagt. Den Finanzinstituten wird Betrug bei der Neuverhandlung der Schulden der Stadt Mailand im Jahr 2005 vorgeworfen. Die Verhandlung wurde zunächst auf den 19. Mai vertagt und in die Zuständigkeit eines anderen Richters überwiesen.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diesen Artikel teilen

Passwort ändern

Soll das Profil wirklich gelöscht werden?