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TAGESÜBERBLICK WIRTSCHAFT

Dieser Inhalt wurde am 07. Mai 2010 - 17:43 publiziert

Bern (awp/sda)- Freitag, 7. Mai 2010
WENIGER ARBEITSLOSE IM APRIL: Der Schwung hält an. Die Arbeitslosigkeit in der Schweiz ging im April weiter zurück. Die Quote sank nach 4,2 Prozent im März auf 4 Prozent. Doch für Euphorie ist es zu früh. "Der April bestätigt, dass sich die Wirtschaftlage in den letzten Monaten verbessert hat", sagte Serge Gaillard, Leiter der Direktion für Arbeit im Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO). So waren im April noch 158'570 Personen ohne Arbeit - 4,5 Prozent weniger als im Vormonat. Insbesondere auf dem Bau und im Temporärsektor haben wieder mehr Personen eine Stelle gefunden. Ökonomen haben eine solche Entwicklung erwartet. Die Arbeitslosenquote entwickelt sich seit Anfang Jahr rückläufig. Bei 4 Prozent hatte sie zuletzt im Oktober gelegen.
MEHR ÜBERNACHTUNGEN IM MÄRZ: Die Schweizer Hotels haben im März über 3,2 Millionen Übernachtungen gezählt. Das sind 5 Prozent mehr als im März des Vorjahrs. Wachstumstreiber waren mit einem Plus von 6 Prozent Gäste aus dem Ausland. Die Übernachtungen von Schweizer Gästen stiegen im März um 3,6 Prozent auf 1,4 Millionen, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) mitteilte. Bei den rund 1,9 Millionen Übernachtungen von Ausländerinnen und Ausländern verzeichnete Europa mit 6 Prozent das stärkste Wachstum. Zwischen Januar und März 2010 wuchs die Zahl der Übernachtungen im Vergleich zur Vorjahresperiode um 1,5 Prozent auf insgesamt 9,3 Millionen.
DETAILHANDEL VERKAUFT IM MÄRZ MEHR: Der Schweizer Detailhandel hat im März ein deutliches Verkaufsplus erzielt. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Umsätze um 4,1 Prozent. Nicht saisonbereinigt beträgt der Anstieg 4,5 Prozent, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) bekanntgab. Ohne Treibstoffe stieg der reale Umsatz um 5,2 Prozent. Dies hat laut BFS auch damit zu tun, das vor einem Jahr die Osterfeiertage Mitte April gewesen waren, während sie dieses Jahr schon am Anfang des Monats waren.
BESSERE AUSSICHTEN BEI UNTERNEHMEN: Die Schweizer Wirtschaft atmet auf. Auf breiter Front verbessern sich seit Jahresbeginn die Erwartungen der Unternehmen. Davon dürfte mit der Zeit auch der Arbeitsmarkt profitieren, schätzt die Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF). Das Wachstum habe sich in den meisten Branchen im ersten Quartal beschleunigt, teilte die KOF mit. Die Produktion erhöhe sich. Speziell in der Industrie sei es zu einem markanten Anstieg der Kapazitätsauslastung gekommen. Die Konjunkturforscher haben im April Umfrageresultate von 7500 Unternehmen eingesammelt und ausgewertet. Der starke Franken dämpft die Erwartungen im Export laut KOF nur bedingt.
SUNRISE WÄCHST WEITER: Trotz der Belastung wegen der schliesslich verbotenen Fusion mit Orange ist Sunrise im ersten Quartal weiter gewachsen. Der Umsatz legte um 2,5 Prozent auf 495 Mio. Fr. zu. Der Betriebsgewinn vor Amortisationen und Abschreibungen (EBITDA) kletterte um 13,9 Prozent auf 131 Mio. Franken. Unter dem Strich verdiente Sunrise 48 Mio. Franken. Das sei ein sattes Plus von 41,2 Prozent, und dies ohne nennenswerte Sondereffekte, gab das Telekomunternehmen bekannt. Das grösste Wachstum gelang im Festnetz: Dort legte der Umsatz um 5,6 Prozent auf 169 Mio. Fr. zu, obwohl Sunrise im Vergleich zum Vorjahresquartal fast 10 Prozent der Kunden verlor. Man gewann einige Grosskunden hinzu. Im Mobilfunk nahm die Zahl der Kunden um 5,3 Prozent zu, was den Umsatz um 1,4 Prozent auf 281 Mio. Fr. klettern liess.
CABLECOM-UMSATZ WÄCHST LEICHT: Das Kabelnetzunternehmen Cablecom bekommt weiterhin die Folgen seines ramponierten Rufs und die Konkurrenz zu spüren, leidet aber weniger stark als auch schon. Der Umsatz hat im ersten Quartal 2010 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,7 Prozent auf 275 Mio. Fr. nur leicht zugenommen. Beim Fernsehen nahm die Gesamtzahl der TV-Kunden seit Ende Dezember bis Anfang April um 4600 auf 1,542 Mio. ab. Der Zuwachs beim digitalen TV von 17'800 Kunden konnte den Verlust von Zuschauern des Analog-TVs (-22'400) nicht wettmachen. Insgesamt sehen mit Cablecom 397'000 Kunden digital fern. Zum Vergleich: Die Swisscom konnte im ersten Quartal 40'000 neue Kunden anlocken.
LEUTHARD GEGEN STRAFFE REGULIERUNGEN: Bundespräsidentin Doris Leuthard ist gegen eine allzu straffe Regulierung der Märkte durch die Regierungen. Sie sagte am 40. St. Gallen Symposium, es brauche eine weltweite freie Marktwirtschaft mit besseren, nicht mit mehr Regeln. Leuthard diskutierte das Thema "Der Staat ist nicht genug" mit Sheika Lubna bint Khalid Al Qasimi, der Ministerin für Aussenhandel der Vereinigten Arabischen Emirate. Frankreichs Wirtschaftsministerin Christine Lagarde sagte in ihrem aus Brüssel überspielten Referat, früher habe es geheissen: So wenig Regulierung wie möglich. Das habe sich mit der Bankenkrise schlagartig geändert. Plötzlich habe der Staat die Banken retten müssen.
ALPIQ VERDIENT MEHR: Der Stromkonzern Alpiq hat trotz sinkenden Preisen Anfang Jahr im ersten Quartal 2010 mehr verdient. Der Umsatz stieg um 1,9 Prozent auf 3,71 Mrd. Franken, der Gruppengewinn lag um 12 Prozent höher bei 177 Mio. Franken. Auf operativer Ebene erzielte Alpiq sogar ein um über ein Fünftel höheres Ergebnis als im Vorjahresquartal: Der Betriebsgewinn (EBIT) betrug 303 Mio. Franken (+20,7 Prozent).
BÖRSEN WELTWEIT AUF TALFAHRT: Nach dem historischen Kurseinbruch an der New Yorker Börse sind die Kurse an Handelsplätzen weltweit gefallen. Die wichtigen europäischen Börsen starteten ausnahmslos im Minus, erholten sich jedoch teilweise etwas. Auch der Euro war auf rasanter Talfahrt. Erst am Donnerstag war er auf ein neues Jahrestief bei gut 1.25 Dollar gefallen. So wenig hatte die europäische Währung zuletzt vor 14 Monaten im März 2009 gekostet. Noch im Dezember 2009 hatte der Euro bei 1.50 Dollar gelegen. Angesichts des griechischen Schuldendramas nehmen die Sorgen über eine Ansteckung anderer Euro-Länder zu.
AIG VERIDENT WIEDER GELD: Der vom Staat gerettete US-Versicherer AIG erholt sich langsam. Im ersten Quartal kam der einstige Branchenprimus aus den roten Zahlen: Unter dem Strich verdiente AIG 294 Mio. Dollar. Im Vorjahreszeitraum hatte der Verlust bei 5,4 Mrd. Dollar gelegen. Das Versicherungsgeschäft zeige weiterhin Zeichen einer Stabilisierung, sagte Konzernchef Robert "Ben" Benmosche. Er lobte seine Mannschaft. "Ich bin zufrieden mit ihren Fortschritten, aber es ist noch mehr Arbeit zu tun." Der seit Mitte 2009 amtierende Benmosche soll AIG im Auftrag der Regierung wieder auf die Beine bringen.
uh

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