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TAGESÜBERSICHT WIRTSCHAFT

Dieser Inhalt wurde am 19. Oktober 2009 - 17:40 publiziert

Bern (awp/sda) - Montag, 19. Oktober
BESTELLUNGSEINGANG BEI SULZER: Bei der vom russischen Milliardär Viktor Vekselberg kontrollierten Sulzer ist der Bestelleingang in den ersten neun Monaten 2009 um 31,6 Prozent auf 2,28 Mrd. Fr. eingebrochen. Die Folgen der globalen Wirtschaftskrise für die Öl- und Gasindustrie machen dem Konzern zu schaffen. Da die Krise die meisten Schlüsselmärkte erfasst habe, dürften die Bestellungen im Gesamtjahr 2009 klar unter den guten Zahlen des Vorjahres liegen, teilte der Winterthurer Konzern mit. Relativ robust erweist sich die Energieerzeugungsindustrie, im Automobilbau, der Luftfahrt sowie der Zellstoffverarbeitung greifen weltweit die Auswirkungen der Krise um sich. Mit so stark rückläufigen Bestellungen muss sich Sulzer auf tiefere Umsätze und Betriebsgewinne gefasst machen.
FLAUTE AUF DEM WERBEMARKT: Die Inserateeinnahmen der Schweizer Presse sanken im September um 12,8 Prozent auf 159,4 Mio. Franken, wie die WEMF AG für Werbemedienforschung mitteilte. Der Abwärtstrend konnte im September allerdigs gebremst werden: Von Febuar bis August wurden im Vergleich zum Vorjahresmonat stets Einbrüche von teilweise weit über 20 Prozent verbucht. Zusammengerechnet ergab sich in den ersten neun Monaten 2009 ein Rückgang von 21,7 Prozent. Das kräftigste Minus verbuchte im September die Sonntagspresse, deren Einnahmen um 26,3 Prozent auf 15,2 Mio. Fr. fielen. Die Finanz- und Wirtschaftspresse verlor 13,9 Prozent auf 5,5 Mio. Franken. Die Tagespresse büsste 12,4 Prozent auf 85,2 Mio. Fr. ein. Dagegen steigerte die regionale Wochenpresse ihre Einkünfte um 14,7 Prozent auf 4,8 Mio. Franken.
MILLIONEN-AUFTRAG: Ascom erneuert das System zur Identifizierung von Fingerabdrücken des Bundesamts für Polizei. Der Auftrag hat einen Wert von 3,5 Mio. Franken, wie das Berner Telekom-Unternehmen mitteilte. Ascom ist zuständig für Lieferung, Systemintegration, Wartung und Support. Das Automatische Fingerabdruck Identifizierungssystem (Swiss AFIS) kommt im polizeilichen Erkennungsdienst zum Einsatz. Das aktuelle System war 2002 in Betrieb genommen worden. Täglich werden über 600 Suchanfragen verarbeitet.
MILLIARDEN-GEWINN ERWARTET: Der Energie- und Automationstechnikkonzern ABB rechnet für das dritte Quartal 2009 mit einem Konzerngewinn von rund einer Milliarde Franken. Hintergrund sind Anpassungen bei den Rückstellungen. Einige Rückstellungen wurden erheblich erhöht, andere wiederum gesenkt, wie ABB mitteilte. Unter dem Strich ergibt sich demnach eine Reduktion in Höhe von rund 380 Mio. Dollar. Die detaillierten Zahlen für das dritte Quartal werden am 29. Oktober veröffentlicht.
PROFITABLES WACHSTUM ANGESTREBT: Der defizitäre Spezialchemiekonzern Clariant will nach Aussage von Konzernchef Hariolf Kottmann ab 2011 wieder ein profitables Wachstum schaffen. Bis dahin muss der Konzern noch eine Durststrecke durchlaufen, der Abbau von weiteren Arbeitsplätzen wird erwartet. Möglicherweise würden ganze Werke geschlossen, sagte Kottmann der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Am 4. November will Clariant die Zahlen für die ersten neun Monate vorlegen. Und "aller Voraussicht nach können wir Ende November erste Entscheidungen bezüglich der Schliessung von Standorten oder Produktionsstätten bekanntgeben, die dann 2010 ungesetzt werden", erklärte Kottmann weiter. Zurzeit würden zehn Projekte bearbeitet.
ENTLASSUNGEN BEI HELIOS: Der Dreh- und Verzahnteile-Hersteller Helios A. Charpilloz im Berner Jura hat mit rund 60 Entlassungen einen Viertel der Stellen gestrichen. In einem Bereich besteht weiter Kurzarbeit. Die Massnahmen seien notwendig, weil es keine Anzeichen einer Erholung auf den für Helios wichtigen Märkten gebe, teilte das Unternehmen mit. Andernfalls sei das Überleben der Firma nicht gewährleistet. Allerdings verzichtete das Unternehmen nach Gesprächen mit der Personalkommission auf die Streichung weiterer 150 Stellen.
SCHWEIZ-ÄGYPTEN: Bundesrätin Doris Leuthard hat in Bern den ägyptischen Handelsminister Rachid Mohamed Rachid empfangen. Zur Sprache kam neben den bilateralen Wirtschaftsbeziehungen und der Position der beiden Länder in der Doha-Runde auch die Minarett-Initiative. Nach Einschätzung des ägyptischen Ministers werden sich die bis anhin guten Wirtschaftsbeziehungen zur Schweiz nicht verschlechtern, sollte die Initiative am 29. Dezember angenommen werden. Ägypten ist nach Algerien und Südafrika der drittwichtigste Handelspartner der Schweiz in Afrika. Nach der Unterzeichnung eines Freihandelsabkommens 2007 im Rahmen der EFTA (European Free Trade Association) nahmen die Exporte im vergangenen Jahr um einen Drittel auf mehr als 600 Mio. Fr. zu.
VERKAUF WEGEN CIBA-ÜBERNAHME: Der deutsche Chemiekonzern BASF hat sein Geschäft mit der Chemikalie DMA3 an das neu gegründete Unternehmen Specialty-Chemicals Ludwigshafen verkauft. Mit der Trennung erfüllt der Konzern eine Auflage der EU-Kartellbehörde für die Übernahme des Spezialchemiekonzerns Ciba. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Dimethylaminoethylacrylat (DMA3) ist ein Ausgangsstoff für Flockungsmittel, die bei der Aufbereitung von Wasser in Kläranlagen und in der Papierindustrie zum Einsatz kommen.
KRITIK AM BANKENSEKTOR: Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus hat den Mangel grundlegender Reformen im Bankensektor infolge der Finanzkrise angeprangert. Die Welt habe eine goldene Gelegenheit verpasst, den Ärmsten der Armen durch einen Umbau des Finanzsystems nach der Krise zu helfen, kritisierte Yunus, der "Vater der Mikrokredite" im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP. "Die nächste Krise wird nicht auf sich warten lassen, weil bestehende Mängel nicht beseitigt wurden", warnte der 69-Jährige. Yunus, der mit seiner Grameen-Bank 2006 den Nobelpreis erhielt, ist ein entschiedener Kritiker des derzeitigen Finanz- und Bankenwesens, das seiner Ansicht nach Menschen willentlich ausschliesst.
WARNUNG VOR SCHEINLÖSUNGEN: Österreich hat die EU-Staaten vor Scheinlösungen im Kampf gegen Steueroasen gewarnt. Österreichs Finanzminister Josef Pröll sagte der "Financial Times Deutschland", es gebe Stiftungs- oder Trustmodelle, bei denen anonym und steuerfrei Geld hinterlegt werden könne. "In solchen Ländern ist es nicht akzeptabel, wenn eine Regierung verspricht, alle Informationen weiterzugeben", sagte der Finanzminister. Denn die Regierung habe dann keine Informationen, die sie weitergeben könnte. Hintergrund der Warnungen ist eine Debatte der EU-Finanzminister am Dienstag in Luxemburg über ein Abkommen zur Bekämpfung von Steuerbetrug mit Liechtenstein. Zur Debatte stehen auch Verhandlungsmandate und neue Abkommen mit Andorra, Monaco, San Marino und der Schweiz.
NIEDERLÄNDISCHE PRIVATBANK PLEITE: Die niederländische Privatbank DSB ist pleite, nachdem Kunden massenweise Geld abgezogen haben. Nachdem letzte Versuche zur Rettung des Finanzunternehmens mit rund 400'000 Kunden gescheitert waren, erklärte ein Gericht in Amsterdam den Bankrott der Bank. Die Bank gehört dem prominenten Unternehmer und Sportförderer Dirk Scheringa. Er bedauere die Folgen des Zusammenbruchs für die Sparer sowie für die mehr als 1700 Beschäftigten, erklärte Scheringa. Der Ansturm auf Konten bei der DSB-Bank begann, nachdem am 1. Oktober eine Vereinigung verärgerter Kunden öffentlich dazu aufrief, dort deponierte Gelder abzuziehen.
MEHR VERDIENT: Der deutsche Medienkonzern Axel Springer hat im dritten Quartal das operative Ergebnis gesteigert. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg von Juli bis September 2009 verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 10,5 Prozent auf 102,4 Mio. Euro. Der Umsatz lag mit rund 622 Mio. Euro unter dem Vorjahreswert von 651 Mio. Euro. Das operative Ergebnis fiel dagegen auf 264,7 Mio. Euro zurück nach 306,6 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Der vorläufige Konzernumsatz lag bei 1,877 Mrd. Euro nach 1,994 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum.

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