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TAGESÜBERSICHT WIRTSCHAFT

Dieser Inhalt wurde am 26. Oktober 2009 - 17:30 publiziert

Bern (awp/sda) - Montag, 26. Oktober
TIEFE SCHWEIZER STEUERSÄTZE: Laut einer neuen KPMG-Studie belegt die Schweiz in der europäischen Rangliste der Unternehmenssteuersätze Platz 15. Dies liege aber daran, dass für die Untersuchung der Satz der Stadt Zürich von 21,17 Prozent herangezogen wurde, schreibt KPMG. Im Vergleich lassen einzelne Kantone die Schweiz in einem attraktiveren Licht erscheinen: Appenzell-Ausserrhoden und Obwalden mit einem Satz von je 12,7 Prozent belegen Rang 5 und sind vergleichbar mit Irland. Alle Schweizer Kantone sind im Vergleich zu den Nachbarländern laut KPMG "hervorragend" positioniert. Dazu gehören auch die Kantone mit den höchsten Schweizer Steuersätzen wie Basel Stadt (23,4 Prozent), Waadt (23,5 Prozent) und Genf (24,2 Prozent).
BEKENNTNIS ZUR SCHWEIZ: Für die Credit Suisse bleibt die Schweiz ein zentraler Markt und wichtigster Standort für das globale Geschäft. Das vielgescholtene Investmentbanking ist laut Schweiz-Chef Hans-Ulrich Meister für den Heimmarkt von entscheidender Bedeutung. Für Schweizer Grosskonzerne sei die CS-Investmentabteilung ein wichtiger Kanal zu den internationalen Kapitalmärkten, sagte Meister an einem Mediengespräch in Zürich. "Die Schweiz ist in jeder Beziehung unser Rückgrat", versicherte Meister. Zwischen Januar und September habe das Schweiz-Geschäft 6,7 Mrd. Fr. zum Konzernertrag von 27,1 Mrd. Fr. beigetragen. Der Top-Manager erteilte erneut allen Forderungen eine Absage, die Grossbanken zu zerlegen oder die Investmentsparten auszugliedern.
TEURE GLASFASERLÖSUNG: Die Branchenlösung zum Bau des Glasfasernetzes kostet laut Sunrise-Chef Christoph Brand zwei bis drei Milliarden Franken zusätzlich. Vier Glasfasern pro Haushalt zu verlegen erhöhe die Durchnittskosten pro Anschluss. Auf die Lösung mit vier Fasern hatten sich die wichtigsten Akteure im Schweizer Telekommarkt Anfang Oktober geeinigt. Man könne auf verschiedene Arten mehrere Fasern ziehen, sagte der Chef des Telekomkonzerns im Interview mit dem "Tages-Anzeiger". "Je nachdem steigen die Kosten um 30 bis 50 Prozent."
MODERNISIERTER TERMINAL: Am Genfer Flughafen ist die Erweiterung des Teminals T1 im Beisein von Bundesrat Moritz Leuenberger eingeweiht worden. Neu verfügt der internationale Flughafen über zusätzliche Ticketschalter und Gewerbeflächen. Die Arbeiten dauerten rund drei Jahre und erforderten Investitionen von rund 100 Mio. Franken. Die Fläche von Genf-Cointrin vergrössert sich damit um rund 40 Prozent. "Es ist die wichtigste Erneuerung des Flughafens seit 40 Jahren", sagte der Genfer Staatsrat François Longchamp an der Feier. Der Flughafen wird bis 2015 für insgesamt rund 250 Mio. Fr. modernisiert und erweitert.
ING SPALTET SICH AUF: Als Reaktion auf Auflagen der EU-Kommission im Zusammenhang mit dem Rückgriff auf Staatshilfen spaltet sich der niederländische Finanzkonzern ING auf. ING werde in eine Bank- und eine Versicherungssparte aufgeteilt, erklärte das Institut. Bis 2013 will sich das Geldhaus damit in einem tiefgreifenden Umbau in eine kleinere Bank mit europäischem Fokus wandeln und das Versicherungsgeschäft abstossen. Gemessen an der Bilanzsumme wird ING nach dem Umbau rund ein Drittel kleiner sein als vor seiner Rettung durch die Regierung im Oktober 2008. Die Hälfte der zehn Mrd. Euro Staatshilfen will ING zudem vorzeitig zurückzahlen und dafür sein Kapital um 7,5 Mrd. Euro aufstocken.
OPEC BEREIT FÜR PREISSENKUNG: Die OPEC hat eine Steigerung ihrer Fördermengen in Aussicht gestellt, sollte ein hoher Ölpreis die Erholung der Weltwirtschaft bedrohen. Mit 82 Dollar pro Fass US-Leichtöl erreichte der Ölpreis vergangene Woche einen neuen Höchststand. Falls der Preis auf über 100 Dollar pro Fass klettere, werde die Organisation der erdölexportierenden Länder (OPEC) bei ihrem Treffen im Dezember reagieren, sagte Angolas Ölminister und OPEC-Präsident Jose Botelho de Vasconcelos. De Vasconcelos nannte einen Preis zwischen 75 und 80 Dollar pro Fass als zufriedenstellend für Produzenten wie Konsumenten.
NEUE MILLIARDEN-PLEITE IN DEN USA: Einer der grössten Finanzierer von Gewerbeimmobilien in den USA, Capmark Financial, hat Insolvenz angemeldet. Die Pleite zeigt, dass den US-Finanzinstituten im Bereich der Gewerbeimmobilien weiter grosse Kreditausfälle drohen. Die Finanzkrise war von Immobilien von Privatleuten ausgegangen, als nach dem Fall der Hauspreise offensichtlich wurde, dass viele US-Bürger ihre Kredite nicht mehr zurückzahlen können. Capmark, ursprünglich Teil des ehemals zu General Motors gehörenden Finanzdienstleisters GMAC, steht hinter Krediten in Höhe von rund 10 Mrd. Dollar in den USA.
FRIST FÜR OPEL-DEAL: Im Übernahmepoker um den Autohersteller Opel erhöht die EU-Kommission den Druck auf die Verhandlungspartner. Bis zum 27. November werde man den geplanten Teilverkauf an das kanadisch-russische Magna/Sberbank-Konsortium kartellrechtlich überprüfen, teilte die EU-Kommission mit. Die oberste europäische Wettbewerbsbehörde nannte damit erstmals eine Frist. Die Bundesregierung hält am geplanten Opel-Deal fest, um den in den vergangenen Wochen harte Verhandlungen geführt worden sind.
KEIN MAC IN ISLAND: Island wird in wenigen Tagen keinen einzigen McDonald's mehr haben. Die beiden Filialen der US-Fast-Food-Kette in dem Inselstaat im Nordatlantik schliessen am 1. November, wie die isländische Betreiberfirma Lyst mitteilte. Grund seien die in der Krise deutlich gestiegenen Kosten. "Die Entscheidung ist nicht leicht gefallen", sagte Lyst-Chef Jon Gardar Ogmundsson. Zwar sei McDonald's "noch nie so gut besucht gewesen" wie zuletzt. "Aber die Gewinne waren zugleich nie so klein." McDonald's musste in Island alle Waren - Fleisch, Gemüse, Käse und sogar die Verpackungen - importieren.
TATA KENNT KEINE KRISE: Der indische Autohersteller Tata Motors hat seinen Quartalsgewinn mehr als verdoppelt. Dank einer Nachfrageerholung, Kostensenkungen und stabilen Materialkosten stieg das Nettoergebnis im zweiten Geschäftsquartal bis Ende September auf umgerechnet rund 158 Mio. Franken (7,29 Mio. Rupien). Damit übertraf Tata die durchschnittlichen Markterwartungen von 92 Mio. Fr. deutlich. Der Umsatz kletterte um 13 Prozent auf 1,73 Mrd. Franken. Tata produziert mit dem "Nano" das nach eigenen Angaben billigste Auto der Welt.

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