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(ergänzt mit weiteren Details, Hintergrund)
Zürich (awp/sda) - Das Medienhaus Tamedia legt per Anfang 2011 die Lokalredaktionen von "Zürcher Unterländer" und "Zürichsee-Zeitung" mit den jeweiligen Regionalredaktionen des "Tages-Anzeigers" zusammen. 37 Mitarbeiter werden überzählig und erhalten die Kündigung.
Am härtesten trifft es die Mitarbeitenden des "Tages-Anzeigers" in den Regionalredaktionen in Uster, Bülach, Stäfa und Horgen. Sie müssen 28 der insgesamt 37 Entlassungen hinnehmen. Die Büros des "Tages-Anzeigers" in den Regionen werden geschlossen und die verbleibenden Mitarbeiter in die Regionalblätter integriert.
Es habe keine vertraglichen Verpflichtungen gegeben, mehr Angestellte des "Tages-Anzeigers" zu entlassen als bei den Regionalblättern, sagte Tamedia-Sprecher Christoph Zimmer auf Anfrage.
Die Entlassungsentscheide seien aufgrund von Gesprächen mit allen Mitarbeitenden gefallen. Dies bedeute aber keineswegs, dass die Mitarbeitenden des "Tages-Anzeigers" qualitativ schlechter gewesen seien. Der Abbau erfolge rein aus wirtschaftlichen Gründen.
Auch die Regionalblätter müssen im Zuge der Neustrukturierung Personal entlassen - wenn auch deutlich weniger. Der "Zürcher Unterländer" entlässt zwei Mitarbeiter, die "Zürichsee-Zeitung" sieben.
An einer Informationsveranstaltung habe man über die Neustrukturierung informiert. Mit den Betroffenen seien zudem Einzelgespräche geführt worden.
Die Neustrukturierung sieht im Einzelnen so aus: In Horgen, Stäfa und im Zürcher Unterland werden neue Lokalredaktionen geschaffen. Ob das Büro im Unterland nach Bülach oder Dielsdorf kommt, ist laut Zimmer noch unklar. Das hänge von den verfügbaren Büroflächen ab. In diesen Büros werden ab 2011 Mitarbeiter aller sechs bisherigen Lokalredaktionen arbeiten, also die verbleibenden Mitarbeiter des "Tages-Anzeigers" und die Mitarbeiter von "Zürcher Unterländer" und "Zürichsee-Zeitung".
Die Zahl der Mitarbeitenden in den Lokalredaktionen des "Zürcher Unterländers" und der "Zürichsee-Zeitung" bleibt mit 30, beziehungweise 31 Leuten unverändert. Für die vom Abbau betroffenen Mitarbeiter kommt ein Sozialplan zur Anwendung, der jenem bei der letzten Kündigungswelle im Juni 2009 beim "Tages-Anzeiger" entspricht.
Eine Sonderstellung hat der "Zürcher Oberländer". Bei diesem Blatt hat die Tamedia nur eine Minderheitsbeteiligung von 38%, die zudem noch nicht im Aktienregister eingetragen ist. Im Dezember soll die dafür nötige Generalversammlung stattfinden. Der "Zürcher Oberländer" bleibt somit ein unabhängiges Unternehmen, liefert der Tagi-Ausgabe im Oberland aber künftig den Inhalt. Drei Tagi-Redaktoren wechseln zum Oberländer, der Rest wird entlassen.
In einigen Wochen wird ausserdem entschieden, in welcher Form die zusammenarbeit mit dem Winterthurer "Landboten" künftig gestaltet wird, der zu 20% Tamedia gehört. Der bisherige Partner, die "Thurgauer Zeitung", ist schon vor einiger Zeit an die NZZ verkauft worden. Die Winterthurer stellen noch bis Ende Jahr den Mantel her, also Inland-, Ausland-, Sport- und Wirtschaftsteil für die "Thurgauer Zeitung".
Der Journalistenverband impressum und die Mediengewerkschaft comedia bezeichnen den Stellenabbau als "erneuten Kahlschlag im Zürcher Blätterwald". Der Abbau von 37 Stellen entspreche in etwa den bisherigen Splittredaktionen des "Tages-Anzeiger". Die Behauptung der Verlagsmanager, sie wollten damit etwas Neues aufbauen und ihre publizistischen und wirtschaftlichen Perspektiven verbessern, sei "blanker Zynismus". Publizistisch werde nur abgebaut, heisst es in der gemeinsamen Mitteilung vom Montag.
uh

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