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Bern (awp/sda) - Die Medienwissenschaftler Roger Blum und Vinzenz Wyss halten es für möglich, dass die Radio- und TV-Sender der Tamedia von bestehenden Verlagen gekauft werden - oder von der SVP. Weil nur sie mit Blocher und Frey zahlungskräftige Mäzene dafür habe. Blocher wollte sich nicht dazu äussern.
Grund für die Strategie der Tamedia, die einen Verkauf ihrer Sender prüft, sei wohl "eine Mischung aus kommerziellen und medienpolitischen Überlegungen", sagte der emeritierte Berner Medienprofessor Roger Blum auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Blum präsidiert die unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen (UBI).
Tamedias Argumentation, die Deutschschweizer Sender würden bei der nächsten Konzessionsvergabe leer ausgehen, hält Blum für "nicht ganz unwichtig". Es könne durchaus sein, dass die Position des Unternehmens als marktbeherrschend angesehen werde.
Drei Gruppen sieht Roger Blum als mögliche Käufer: Bestehende Medienunternehmen, politische Gruppierungen und Private. Unter den Verlagen nennt Blum das Medienhaus Ringier, das bereits Interesse bekundet hat, den ehemaligen BaZ-Verleger Matthias Hagemann, der Radio Basilisk gekauft hat, sowie allenfalls NZZ oder Springer.
Von den politischen Parteien könnten sich die wenigsten einen eigenen Radio- oder Fernsehsender überhaupt leisten, sagte Blum. Ausnahme: die SVP. "Mit Mäzenen wie Christoph Blocher und Walter Frey hat nur die SVP finanziell potente mögliche Geldgeber, die sich auch politische Ausgaben leisten."
Als dritte Gruppe sieht er Private irgendwelcher Couleur, die ein Medium zum Hobby machen, wie sich andere Leute Kunst kaufen. "Doch auch die", räumt Blum ein, "brauchen Geld und Know-how."
Auch Medienwissenschaftler Vinzenz Wyss hält ein Interesse der SVP für möglich, wie er auf Anfrage der SDA sagte: "Die SVP macht ja kein Geheimnis daraus, dass sie enttäuscht ist darüber, wie in den Medien über sie berichtet wird." Die Übernahme eines Mediums könnte da ein Versuch sein, mehr Kontrolle auszuüben.
Bemerkenswert sei, dass die Tamedia-Verantwortlichen ihre Verkaufswünsche herausposaunten, sagte Wyss, der an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) lehrt. Indem sie dabei auf die möglicherweise scheiternde nächste Konzessionsvergabe verweise, "macht sie den Regulator zum Sündenbock und lenkt von sich selber ab".
Die Fokussierung auf Print und Online und damit auf das Lesen ist in Wyss' Augen mutig. "Das ist interessant und innovativ." Logisch sei auch, dass sich im Gegenzug das Haus Ringier, das sich immer mehr zum Unterhaltungskonzern entwickle, einen TV-Sender ins Boot holen wolle.
Christoph Blochers Sprecher Livio Zanolari sagte auf Anfrage der SDA, Blocher gebe kein Statement ab zu den Mutmassungen der Medienexperten.
tp

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