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MELBOURNE (awp international) - Der indische Mischkonzern Tata kommt dem Bergbaukonzern Rio Tinto bei der geplanten Übernahme des australischen Kohleförderers Riversdale in die Quere. Einer am Mittwoch veröffentlichten Pflichtmitteilung zufolge haben die Inder ihre Beteiligung an Riversdale in den vergangenen Tagen um knapp 3 Prozentpunkte auf mehr als 27 Prozent erhöht. Damit droht die Übernahme des Kohleförderers durch Rio Tinto zu scheitern, zumal der zweite Riversdale-Grossaktionär, der brasilianische Stahlhersteller CSN, seine Anteile zuletzt ebenfalls erhöht hatte ? auf 19,9 Prozent.
Für eine Übernahme der Mehrheit am australischen Unternehmen müssten nun fast alle freien Riversdale-Aktionäre das Rio-Tinto-Angebot von 16 australischen Dollar (11,8 Euro) je Anteilsschein annehmen. Seit der Veröffentlichung der Offerte zu Jahresbeginn sind dem Konzern aber lediglich rund 17 Prozent der Papiere angedient worden. Erst Ende Februar hatte Rio Tinto die Angebotsfrist bis zum 18. März verlängert. Experten erwarten, dass Rio Tinto sein Angebot nun zurücknimmt. Die Riversdale-Aktien verloren am Mittwoch rund 6,5 Prozent auf 14,48 australische Dollar. Das Übernahmeangebot bewertet Riversdale mit insgesamt 3,9 Milliarden US-Dollar.
Die Inder zahlten für die Aufstockung ihrer Anteile 100 Millionen australische Dollar. Nach australischem Recht dürfen Grossaktionäre ihre Beteiligung alle sechs Monate um 3 Prozentpunkte ausbauen, ohne ein Übernahmeangebot vorlegen zu müssen.
Tata will sich mit dem Schritt seinen Einfluss auf den Kohleförderer sichern. Die eigene Rohstoffbasis ist für den Mischkonzern, zu dem auch eine Stahlsparte und eine Autotochter gehören, ein wichtiges Pfund, mit dem er zunehmend wuchert. So will der europäische Stahlarm des Konzerns etwa bei europäischen Autounternehmen gezielt mit stabilen Preisen werben und so die Konkurrenten wie ThyssenKrupp und Salzgitter unter Druck setzen.
"Die eigene Rohstoffversorgung versetzt uns in die Lage, langfristige Verträge zu gewähren", sagte Tata-Steel-Europe-Chef Karl-Ulrich Köhler dem "Handelsblatt" (Mittwoch). Das können die deutschen Stahlkonzerne mangels eigener Rohstoffbasis kaum. Sie sind von den zur Zeit stark steigenden Rohstoffpreisen auf dem Weltmarkt abhängig. Als Ausweg setzt sich etwa ThyssenKrupp für eine "Deutsche Rohstoff AG", die die Versorgung der deutschen Wirtschaft sichern könnte. Allerdings ist diese auch in der Stahlbranche selbst umstritten./enl/tw

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