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MADRID (awp international) - Der spanische Telekomkonzern Telefonica hat dank Zukäufen und eines starken Wachstums in Lateinamerika mit seinem Umsatz- und Gewinnplus die Markterwartungen übertroffen. Auch das Europageschäft konnte kräftig zulegen. Hier zahlte sich nicht nur die Übernahme des deutschen DSL-Anbieters Hansenet aus, in Deutschland und Grossbritannien sorgte auch der Boom des mobilen Internet für positive Zahlen. Telefonica macht inzwischen knapp 70 Prozent seines Umsatzes und zwei Drittel seines operativen Gewinns im Ausland. Die Telefonica-Aktie legte im frühen Handel 2,53 Prozent auf 17,435 Euro zu und entwickelte sich damit klar besser als der Markt.
Der Umsatz legte zwischen April und Juni um 9 Prozent auf 15,12 Milliarden Euro zu, wie Telefonica am Donnerstag in Madrid mitteilte. Auch auf vergleichbarer Basis, also Zukäufe herausgerechnet, konnte Telefonica seinen Umsatz aber leicht steigern. Der operative Gewinn vor Abschreibungen (OIBDA) kletterte um 4 Prozent auf 5,8 Milliarden Euro. Unterm Strich verdiente Telefonica 2,12 Milliarden Euro, das waren gut 16 Prozent mehr als im Vorjahr.
In Lateinamerika gewann Telefonica rund 7,5 Millionen neue Kunden im ersten Halbjahr. Allein Brasilien, wo Telefonica sich tags zuvor die Mehrheit am Mobilfunkanbieter Vivo gesichert hatte, konnten die Spanier mehr als 4 Millionen neue Kunden werben. Ein Haupttreiber im lateinamerikanischen Mobilfunkgeschäft waren die Datenumsätze, die in den ersten sechs Monaten um knapp die Hälfte zulegten und rund ein Fünftel der Service-Umsätze ausmachten.
Das Europageschäft profitierte im Vorjahresvergleich von der Hansenet-Übernahme und dem Kauf des Spezialisten für Instant Messaging und Social-Media-Anwendungen Jajah. In Grossbritannien und Deutschland zog die Nutzung des mobilen Internets weiter an. Auch die Zahl der Mobilfunkkunden stieg weiter. Telefonica O2 kam in Deutschland Ende Juni auf 16,2 Millionen Mobilfunkkunden, die Zahl der DSL-Kunden belief sich auf 2,4 Millionen. Die Integration von Hansenet soll bis Mitte 2011 abgeschlossen sein, sagte O2-Deutschlandchef Rene Schuster in einer Mitteilung.
Auf dem spanischen Heimatmarkt, der immerhin noch ein Drittel der Umsätze ausmacht, konnte Telefonica seinen Umsatzrückgang im Vergleich zum ersten Quartal etwas abschwächen. Wie andere Ex-Monopolisten verlor Telefonica im zweiten Quartal Festnetzanschlüsse und damit auch Umsatz. Ausserdem leidet der Konzern unter dem Preisverfall im klassischen Sprachgeschäft, ein Plus bei den Datenumsätzen konnte das nicht ausgleichen./ang/she/wiz

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