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(neu: HV-Rede)
BOCHUM (awp international) - ThyssenKrupp-Chef Ekkehard Schulz verabschiedet sich mit einem guten Quartalsergebnis aus seinem Amt. Nach ersten Berechnungen legte der Umsatz im ersten Viertel des Geschäftsjahres 2010/11 um gut 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf mehr als 11 Milliarden Euro zu, wie die Dax-Gesellschaft am Freitag bei ihrer Hauptversammlung in Bochum mitteilte. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) werde trotz hoher Anlaufverluste in den neuen Stahlwerken in Brasilien und den USA etwa das Niveau des Vorjahres von 277 Millionen Euro erreichen.
In ersten Reaktionen äusserten sich Händler positiv - allerdings verlor die Aktie in der ersten Handelsstunde nach anfänglichen Gewinnen leicht. Zum Gewinn hätten alle Geschäftsbereiche ausser der neuen Stahlsparte in Amerika beigetragen. Dort gab es Verluste von rund 300 Millionen Euro. Mit den Belastungen hatte der Vorstand aber gerechnet.
PROGNOSE BESTÄTIGT
Der scheidende Vorstandschef betonte, dass das Quartalsergebnis die wieder gestiegene strukturelle Ertragskraft des von der Wirtschaftskrise schwer belasteten Konzerns verdeutliche. "Das zeigt, dass wir uns auf gutem Weg befinden, unsere anspruchsvollen Ziele für das Gesamtjahr zu erreichen", sagte Schulz. ThyssenKrupp sei nach den heftigen Einbrüchen während der Wirtschaftskrise wieder auf den langfristigen Wachstumspfad zurückgekehrt.
In diesem Geschäftsjahr will ThyssenKrupp den Umsatz um 10 bis 15 Prozent steigern. Im abgelaufenen Jahr waren es 42,6 Milliarden Euro. Der operative Gewinn soll dabei deutlich stärker steigen, und zwar von rund 1,2 auf 2 Milliarden Euro. Damit ist seit diesem Geschäftsjahr eine Neudefinition des bereinigten EBIT gemeint. Zuvor war jahrelang das bereinigte Vorsteuerergebnis massgeblich.
'FUSION IST ERFOLGSSTORY'
Bei der Hauptversammlung hat Schulz seinen letzten Auftritt als Vorstandschef. Das Amt des 69-Jährigen übernimmt danach der von Siemens gekommene Manager Heinrich Hiesinger. Er sei stolz auf die Leistungen des Unternehmens, sagte Schulz laut Redemanuskript. "Die Fusion von Thyssen und Krupp ist eine Erfolgsstory."
Als wichtige Zukunftsaufgaben für seinen Nachfolger bezeichnete Schulz, die Internationalisierung voranzutreiben. Schwerpunkte seien vor allem Indien und China. Dazu werde es weitere strategische Zukäufe geben. Aber auch Verkäufe gehörten zur weiteren Portfolio-Optimierung. Schulz deutete an, dass nach den Milliardeninvestitionen in die neuen Stahlwerke in Amerika künftig besonders die Technologiesparte gestärkt werden soll. "Wir arbeiten mit Nachdruck daran, die Ausgewogenheit unseres Portofolios zu erhalten."
EUROPÄISCHE ROHSTOFFSTRATEGIE GEFORDERT
In seiner Rede machte sich Schulz für eine gesamteuropäische Rohstoffstrategie stark. Von den Rohstoffmärkten gingen derzeit grosse Unsicherheiten für die deutsche und europäische Industrie aus. Die Stahlhersteller leiden seit langem unter der massiven Verteuerung der Erz- und Kohlepreise. Hinzu kommt, dass die Lieferverträge seit knapp einem Jahr nur noch quartalsweise gelten und nicht mehr für ein ganzes Jahr. Das erhöht die Schwankungen und macht Planungen schwieriger.
Zudem warnte Schulz vor Fehlern in der Energie- und Klimapolitik. Allein ThyssenKrupp rechne von 2015 an mit jährlichen Belastungen von 300 Millionen Euro. "Hier gefährdet die Politik massiv die Wettbewerbsfähigkeit und damit Arbeitsplätze", sagte Schulz./enl/tw/wiz

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