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Transocean/BP-Chef: Ergebnis von 'Top Kill'-Operation erst Donnerstagabend

Dieser Inhalt wurde am 27. Mai 2010 - 07:37 publiziert

WASHINGTON (awp international) - Daumendrücken am Golf von Mexiko: BP rechnet frühestens am späten Donnerstagabend MESZ mit Klarheit, ob der jüngste Versuch im Kampf gegen die Ölpest ein Erfolg ist. Der Konzern hatte am Mittwoch um 20.00 Uhr MESZ damit begonnen, grosse Schlammmassen in das Bohrloch zu pumpen. Im US-Bundesstaat Louisiana sind nach offiziellen Angaben inzwischen rund 160 Kilometer Küstenlinie von anlandendem Öl betroffen.
Ob die sogenannte "Top Kill"-Methode wie erhofft das unablässig sprudelnde Öl stoppt, werde man frühestens in 24 Stunden wissen, sagte BP-Chef Tony Hayward ungefähr vier Stunden nach Beginn der Aktion im US-Fernsehen. Etwas später erklärte BP-Manager Doug Suttles, alles verlaufe soweit nach Plan. "Es ist aber noch zu früh zu sagen, ob die Aktion erfolgreich ist. In den nächsten 24 Stunden werden wir es wissen." Er betonte allerdings, die Operation könne unter Umständen auch noch länger dauern.
Verlaufe alles wie vorgesehen, wolle man die Quelle mit Zement versiegeln. Sollte die Operation aber fehlschlagen, gebe es weitere Optionen, den Ölfluss zu stoppen. Dazu zähle, am Bohrloch ein weites Sicherheitsventil auf dem bereits existierende zu installieren.
BP hatte die Erfolgschancen des noch nie in 1500 Metern Tiefe angewandten Verfahrens zuvor auf 60 bis 70 Prozent beziffert. Eines der grössten Risiken sei, dass sich das Leck durch den Beschuss mit Schlamm noch vergrössern könne, hiess es.
Bei dem "Top Kill"-Verfahren werden mit grossem Druck pro Minute tausende Liter Schlamm durch das Sicherheitsventil ("Blowout Preventer"), das auf dem Bohrloch sitzt, dem ausströmenden Öl entgegengepumpt. Um zu verhindern, dass zu viel Schlamm nach oben aus dem Ventil entweicht, könnten zusätzlich geschredderte Reifen, Golfbälle und andere Gummiteile hinein geschossen werden.
Nach den Worten von Konteradmiral Mary Landry von der US-Küstenwache sind mittlerweile 160 Kilometer Küste in Louisiana durch das Öl betroffen. Es seien Strände wie auch Marschland verschmutzt worden. In einigen Fällen handele es sich um schweres Öl, in anderen lediglich um einen Film. Der Einsatz gegen die Ölpest kostete ihren Angaben zufolge BP bislang 750 Millionen Dollar (615 Mio Euro). Die US-Regierung habe bisher 100 Millionen Dollar ausgeben müssen, die sie allerdings von dem Ölkonzern zurückerhalte.
Unabhängig vom Ausgang der Operation will US-Präsident Barack Obama am Donnerstag deutlich schärfere Regelungen für Ölbohrungen im Meer ankündigen. Die Regierung werde strengere Sicherheitsstandards und rigidere Kontrollen auf Bohrinseln einführen, hiess es aus dem Weissen Haus. Die Ölindustrie sieht hohe Kosten und ein zu starr reguliertes System auf sich zukommen, berichteten US-Medien.
Obama und seine Regierung sind unter Druck geraten, weil sie Kritikern zufolge zu spät auf die Umweltkatastrophe reagierten. Am Freitag will der Präsident zum zweiten Mal die von der Ölpest betroffene Region in Louisiana besuchen./fb/DP/nmu

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