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(Ergänzt um weitere Angaben zum Geschäftsverlauf und zum Unglück im Golf von Mexiko)
Zug (awp) - Der Ölbohrkonzern Transocean hat im zweiten Quartal 2010 einen Umsatz- und Gewinnrückgang verzeichnet. Dabei wirkten sich Versicherungszahlungen im Zusammenhang mit dem Unglück im Golf von Mexiko positiv aus. Die Umweltkatastrophe dürfte das Unternehmen aber noch länger beschäftigen. Die Folgen für das operative Geschäft sowie der Ausgang der Untersuchungen und Klagen in den USA sind unklar und auch die Dividendenzahlung könnte betroffen sein.
Der Umsatz reduzierte sich von April bis Juni um 13% auf 2'505 Mio USD. Der operative Gewinn ging um 15% auf 957 Mio USD zurück und unter dem Strich resultierte ein um 11% tieferer Reingewinn nach Minderheiten von 715 Mio USD, wie der Konzern am Mittwochabend mitteilte.
Das Ergebnis sei durch Kosten von netto 69 Mio USD im Zusammenhang mit dem Unglück im Golf von Mexiko negativ beeinflusst worden, hiess es weiter. Allerdings seien auch positive Effekte von netto 249 Mio USD durch Versicherungszahlungen im Zusammenhang mit dem Verlust der "Deepwater Horizon" zu verzeichnen gewesen.
Der operative Cashflow wurde mit 1'269 Mio USD ausgewiesen, nach 1'172 Mio im ersten Quartal 2010.
Mit den Zahlen hat das Unternehmen die Erwartungen beim Umsatz in etwa getroffen und beim Reingewinn übertroffen. Die Analysten der ZKB und der Bank Vontobel rechneten für das zweite Quartal mit einem Umsatz von 2'486 bzw. 2'520 Mio USD, einem EBIT von 821 bzw. 800 Mio USD und einem Reingewinn nach Minderheiten von 579 bzw. 569 Mio USD.
Der Auftragsbestand sank von 28,6 Mrd USD per Mitte April auf 27,6 Mrd USD per Mitte Juli. Zusammen mit der Plattform "Deepwater Horizon" gingen Aufträge im Wert von 590 Mio USD verloren.
Die durchschnittliche Tagesrate der Anlagen belief sich auf 284'200 USD, ein Rückgang um 5% gegenüber dem Vorquartal. Die Auslastung betrug 64% per Ende Juni nach 66% per Ende März.
Mit Blick auf die Dividende erklärte Transocean, die Auszahlung könnte sich verzögern oder auf unbestimmte Zeit eingeschränkt sein. Die zuständigen Behörden in der Schweiz würden den entsprechenden Antrag wegen der im Zusammenhang mit dem Unglück im Golf von Mexiko eingereichten Klagen vertieft prüfen.
Das Unternehmen zeigte sich jedoch überzeugt, alle Voraussetzungen für die Dividendenzahlung zu erfüllen, die in vier Tranchen erfolgen soll. An der Generalversammlung im Mai hatten die Aktionäre einer Ausschüttung in Form einer Nennwertreduktion in Höhe von 3,44 CHF je Aktie zugestimmt.
Am 28. Juni erhielt Transocean den Angaben zufolge ein Schreiben vom US-Department of Justice. Darin wird das Unternehmen aufgefordert, die finanzielle Verantwortlichkeit für das Unglück mit dem Ministerium zu erörtern und die Behörde über Aktienrückkäufe und den ausserordentlichen Transfer von Vermögenswerten im Vorfeld zu informieren. Die vorläufige Einigung sieht vor, dass Transocean dies 30 Tage im Vorfeld einer solchen Transaktion mitteilt.
Zum Ausblick heisst es, das Unglück im Golf von Mexiko dürfte im Geschäftsjahr 2010 zu höheren Ausgaben und einem Umsatzrückgang im Vergleich zum Vorjahr führen. Für das Jahr 2010 beziffert das Unternehmen die zusätzlichen operativen Kosten mit rund 180 Mio USD. Zahlreiche Klagen seien eingereicht worden und es sei mit weiteren Klagen zu rechnen.
Das Moratorium der US-Regierung für Tiefseebohrungen in der Region gilt vorerst bis 30. November 2010. Dies könne verkürzt oder verlängert werden, schreibt Transocean. Das Unternehmen hat 14 Anlagen im Golf von Mexiko, die für Aufträge im Wert von 7,6 Mrd USD stehen. Sollten Kunden von Vereinbarungen zurücktreten, würden 2,1 Mrd USD wegfallen. Zur Frage, ob sich einige Vertragspartner auf "höhere Gewalt" berufen und die Tagesraten für Anlagen reduzieren könnten, fänden derzeit Gespräche statt.
Die Zusammenarbeit mit dem Konzern BP, welcher die Plattform "Deepwater Horizon" geleast hatte, könnte ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen werden, so Transocean weiter. 2009 war BP der wichtigste Kunde von Transocean und der damit verbundene Auftragsbestand wird per Mitte Juli 2010 mit 3,4 Mrd USD angegeben.
Am 20. April gab Transocean das Börsendebut in der Schweiz, zwei Monate später wurden die Titel in den SMI aufgenommen. Ebenfalls am 20. April brach ein Feuer auf der Anlage "Deepwater Horizon" im Golf von Mexiko aus, die Plattform explodierte und versank im Meer. Inzwischen sind geschätzte 4,9 Mio Barrel Öl ins Meer gelaufen. Es handelt sich um die schwerste Ölpest der US-Geschichte.
cc/cf

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