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Zug/Houston (awp) - Transocean verweist nach der Veröffentlichung des US-Kommissionsbericht über die Ölpest im Golf von Mexiko einmal mehr auf den britischen Ölkonzern BP, der die gesunkene Plattform "Deepwater Horizon" von Transocean geleast hatte. Die US-Kommission geht derweil in ihrem Bericht hart mit der Ölbranche ins Gericht.
Die Massnahmen in den letzten Stunden auf der Plattform seien von BP-Ingenieuren vorgegeben und von den Regulierungsbehörden im Vorfeld abgesegnet worden, teilte Transocean in der Nacht zu Mittwoch in einer Stellungnahme mit. Auf Basis der wenigen verfügbaren Informationen habe die Transocean-Crew angemessen gehandelt.
Auch habe BP in mehreren Äusserungen Verantwortung für die Kosten des Unfalls übernommen und in den vertraglichen Vereinbarungen mit Transocean und der US-Regierung sei ebenfalls vorgesehen, dass BP für Verschmutzungen und nötige Säuberungen voll haftbar sei, wenn aus dem Bohrloch Öl auslaufe, so Transocean weiter.
Weil zahlreiche Untersuchungen zum so genannten "Blowout-Preventer", einem massgeblichen Teil der Ausrüstung, noch nicht abgeschlossen seien, wäre es dem Unternehmen zufolge voreilig, dort endgültige Schlüsse zu ziehen. Es handelt sich dabei um Absperrventile, die bei einer Bohrung über dem Bohrloch angebracht werden.
Der am Dienstag vorgelegte Abschlussbericht eines von US-Präsident Barack Obama eingesetzten Expertengremiums nimmt jedoch auch Transocean ins Visier: Alle an der unheilvollen Bohrung im Golf von Mexiko beteiligten Unternehmen - neben BP auch Transocean und Halliburton - hätten vermeidbare Fehler gemacht, heisst es dort. Sie hätten eine Reihe gefährlicher und zeitsparender Massnahmen ergriffen, ohne die Risiken in Betracht zu ziehen.
Die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko könnte sich nach Ansicht der Experten jederzeit wiederholen. Um ein erneutes Desaster während einer Tiefseebohrung zu verhindern, müssten sowohl Behörden als auch Industrie massiv in die Sicherheit investieren und Risiken vermeiden.
In ihrem Report fordert die Gruppe unter anderem mehr Geld, Personal und Befugnisse für die Aufsichtsbehörde. Das Bureau of Ocean Energy Management (Büro für Ozean-Energie-Management) soll künftig direkt dem Innenministerium unterstellt sein. Die Vorgängerbehörde MMS wurde im Zuge der Ölpest zerschlagen, nachdem Obama ihr eine viel zu unkritische Bindung zur Ölindustrie bescheinigt hatte.
Vor Entscheidungen über neue Bohrgenehmigungen in der Tiefsee müssen nach dem Willen des Gremiums künftig die Wissenschaftler über die Risiken befragt werden. Weist die Aufsichtsbehörde deren Bedenken zurück, müsse sie das schriftlich begründen. Darüber hinaus wollen die Experten, dass die Frist zur Ausstellung von Genehmigungen auf 60 Tage verdoppelt wird, damit mehr Zeit zum Prüfen bleibt.
Neben den Behörden soll auch die Industrie künftig viel stärker in die Pflicht genommen werden. So fordert die Gruppe, die Summe, mit der Unternehmen bei solchen Unfällen haften, deutlich zu erhöhen. Bisher gilt eine gesetzliche Obergrenze von 75 Mio USD. Der Schaden der Ölpest im Golf von Mexiko geht dagegen in die Milliarden. Ein ähnlicher Vorstoss der Regierung während der Ölpest war im Kongress stecken geblieben.
Ob die Forderungen der Kommission alle umgesetzt werden, ist angesichts der neuen Mehrheitsverhältnisse im Kongress allerdings mehr als fraglich. Seit Anfang des Jahres verfügen die oppositionellen Republikaner über die Mehrheit im Repräsentantenhaus. Der Abschlussbericht der Kommission soll in den kommenden Wochen in mehreren Ausschüssen des Kongresses diskutiert werden.
Die Ölpest hatte am 20. April 2010 mit der Explosion der "Deepwater Horizon" vor der Küste des US-Staates Louisiana begonnen. 780 Mio Liter Rohöl strömten ins Meer, bis die Quelle in 1'500 Metern Tiefe im August geschlossen werden konnte. Obama hatte zur Untersuchung der Vorgänge die siebenköpfige Kommission eingesetzt.
cc/ps

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