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UBS/GV: Ohrfeige für UBS-Spitze - Aktionäre verweigern Décharge für 2007 (Zus)

Dieser Inhalt wurde am 14. April 2010 - 20:50 publiziert

Basel (awp/sda) - An der UBS-Generalversammlung haben die Aktionäre der Grossbank am Mittwoch ihre Muskeln spielen lassen. Sie widersetzten sich dem Antrag des Verwaltungsrats und verweigerten der ehemaligen UBS-Führung für das Jahr 2007 die Entlastung.
Damit hat sich erstmals eine Mehrheit der Kapitalstimmen an einer Generalversammlung einem Wunsch der UBS-Konzernspitze widersetzt. Eine unmittelbare Folge hat die Verweigerung der so genannten Décharge allerdings nicht.
Dass 52,75% der an der GV vertretenen Aktienstimmen gegen den Verwaltungsrat stimmten, führte bei den in der Basler St. Jakobshalle anwesenden Aktionären zu einem lauten Applaus. Als der Beifall verklungen war, stellte UBS-Verwaltungsratspräsident Kaspar Villiger jedoch bereits klar, dass die Abstimmung nichts an der Haltung des obersten Führungsgremiums der UBS ändere.
Dieses werde weiter auf eine Verantwortlichkeitsklage gegen ehemalige UBS-Verantwortliche verzichten, unter anderem weil der Erfolg eines solchen Schrittes ungewiss sei und Gerichtsprozesse dem Ruf der Bank schade würden.
Aufgrund der nun ausgebliebenen Décharge kann die damalige UBS-Führungsriege, etwa der ehemalige Konzernchef Marcel Ospel, aber weiterhin zivilrechtlich belangt werden.
An der Generalversammlung zeigte es sich überdeutlich, dass die UBS-Führung das Vertrauen vieler Aktionäre verloren hat. Der Verwaltungsrat wurde von den über 50 Rednern an der rund achtstündigen Versammlung mit Kritik geradezu überschüttet.
Doch nicht nur Kleinaktionäre verschafften ihrem Unmut lauthals Luft, auch bei der konsultativen Abstimmung über die Lohn- und Bonipolitik bekam die UBS-Spitze einen Denkzettel verpasst. Der Ja-Anteil zum vorgelegten Vergütungsbericht betrug nicht einmal 55%.
Dass im Gegenzug fast 40% der vertretenen Aktienstimmen sich gegen den Bericht des Verwaltungsrates richteten, verdeutlicht, dass inzwischen auch gewichtigere Aktionäre mit den Milliardenexzessen nicht mehr einverstanden sind.
Überhaupt hat die Diskussion um die Bonipolitik und die Décharge für die UBS-Banker, die für das US-Hypothekendebakel und die Steueraffäre verantwortlich waren, mehr institutionelle Anleger als bisher dazu bewogen, von ihren Stimmrechten Gebrauch zu machen.
Mit 64,6% aller Aktionärsstimmen waren so viele Stimmen an der GV vertreten wie noch nie in den letzten Jahren. An den insgesamt fünf Generalversammlungen der letzten zwei Jahre waren maximal 53,9% der Stimmrechte wahrgenommen worden.
Der gegenwärtigen Führungsspitze mit Konzernchef Oswald Grübel und Verwaltungsratspräsident Villiger scheint das Aktionariat indes zuzutrauen, die Grossbank wieder auf Vordermann zu bringen. Jedenfalls wurde Villiger mit über 96% Ja-Stimmen wiedergewählt.
Und auch die Décharge für das vergangene Geschäftsjahr, in dem die Bank immer noch rote Zahlen schrieb, wurde dem Verwaltungsrat und der Geschäftsleitung mit über 85% der vertretenen Stimmen erteilt.
cf

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