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ESSEN (awp international) - Kurz vor dem geplanten Chefwechsel bei ThyssenKrupp hat Finanzchef Alan Hippe mit der Ankündigung seines Rückzugs für eine Überraschung gesorgt. Der 44-Jährige werde das Unternehmen Ende März auf eigenen Wunsch verlassen, um sich neuen beruflichen Aufgaben zu stellen, teilte ThyssenKrupp am Freitag mit und bestätigte damit Berichte des "Handelsblatts" und der "Financial Times Deutschland".
Nähere Angaben zur beruflichen Zukunft von Hippe machte ThyssenKrupp zunächst nicht. Der Manager hatte erst am 1. April 2009 den Posten des Finanzvorstands beim Stahlkonzern übernommen.
EINST CHANCEN AUF CHEFPOSTEN
Bei seinem Amtsantritt bei ThyssenKrupp hatten Beobachter dem ehrgeizigen Manager gute Chancen auf eine mögliche Übernahme des Chefsessels beim grössten deutschen Stahlkonzern bescheinigt. Zuvor hatte sich Hippe als Finanzchef beim Autozulieferer Continental grosses Renommee erarbeitet.
An der Börse sorgte der überraschende Rückzug am Freitag für Aufregung. Die Aktien von ThyssenKrupp büssten unmittelbar nach der Bekanntgabe um 3,48 Prozent auf 30,61 Euro ein und rutschten an das Dax-Ende . Laut Börsianern kursieren am Markt Spekulationen, der ausscheidende Finanzchef könnte zum Autokonzern Daimler wechseln. Dort könnte er Finanzvorstand Bodo Uebber ersetzen, der wiederum dann eventuell komplett zum Luft- und Raumfahrtkonzern EADS wechseln könne, wo er bereits dem Verwaltungsrat vorsteht. Die Daimler-Aktie stieg daraufhin um 1,86 Prozent auf 55,99 Euro. Ein Daimler-Sprecher wies die Spekulationen über einen Wechsel von Essen nach Stuttgart allerdings zurück.
HIESINGER ÜBERNIMMT DIE FÜHRUNG
Bei ThyssenKrupp fiel der Start von Hippe im Frühjahr 2009 mitten in die tiefste Krise in der Unternehmensgeschichte. Auch nach der Rückkehr in die schwarzen Zahlen im zurückliegenden Geschäftsjahr 2009/2010 (30. September) bliebt ein Schuldenberg von knapp 3,8 Milliarden Euro.
Bei der Neubesetzung des Chefpostens entschied sich der Aufsichtsrat unter Führung von Gerhard Cromme vergangenen Mai dann für einen externen Kandidaten, den ehemaligen Siemens-Manager Heinrich Hiesinger (50). Dieser soll den Vorstandsvorsitz Ende kommender Woche nach Ablauf der Hauptversammlung vom langjährigen ThyssenKrupp-Chef Ekkehard Schulz übernehmen (69).
UMBAU DER FÜHRUNGSETAGE
ThyssenKrupp steht damit vor einem tiefgreifenden Umbau seiner Führungsspitze. Ein Nachfolger für Hippe wurde zunächst nicht bekannt. Dem Ausscheiden von Hippe muss am 21. Januar noch der Aufsichtsrat von ThyssenKrupp zustimmen./uta/bbi/rum/DP/stw/wiz

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