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New York (awp/sda/dpa) - Die US-Grossbank Morgan Stanley wird in die Insideraffäre an der Wall Street hineingezogen. Ein Mitarbeiter der Bank steht im Verdacht, vor knapp fünf Jahren die geplante Übernahme des Grafikkarten-Spezialisten ATI durch den Halbleiter-Konzern AMD ausgeplaudert zu haben.
Morgan Stanley hatte AMD bei dem 5,4 Mrd. Dollar schweren Kauf unterstützt. Wie aus Gerichtsunterlagen hervorgeht, soll die Information über einen Mittelsmann den Hedgefonds-Gründer Raj Rajaratnam erreicht haben.
Er und sein Hedgefonds Galleon stehen im Mittelpunkt der Affäre. Nach US-Medienberichten vom Sonntag war ein geschäftsführender Direktor der Bank die undichte Stelle. In den am Freitag veröffentlichten Gerichtsunterlagen ist der Name des Mannes geschwärzt.
Der Anwalt des Bankers bestritt gegenüber dem Finanzdienstleister Bloomberg, dass sein Klient etwas Illegales getan habe. Morgan Stanley versprach den Behörden die volle Kooperation. Der Banker selbst ist vorerst freigestellt.
Rajaratnam weist Vorwürfe zurück
Das Handeln mit Aktien auf der Grundlage geheimer Informationen (Insiderwissen) ist verboten, weil es andere Anleger benachteiligt. Mit dem Wissensvorsprung kann abgeschätzt werden, wie sich Kurse entwickeln - enorme Gewinne können die Folge sein.
Die Ende 2009 hochgekochte Insideraffäre hatte die US-Firmenlandschaft in Aufruhr versetzt. Die Informanten sassen den Erkenntnissen zufolge bis in die höchsten Positionen namhafter Konzerne wie IBM, AMD oder Intel. Die Rajaratnam-Vertraute Danielle Chiesi legte vor wenigen Tagen ein Geständnis ab. Rajaratnam selbst weist die Vorwürfe zurück.
Vor einem knappen Jahr war bereits die US-Grossbank Goldman Sachs in die Insideraffäre hineingezogen worden. Ein Verwaltungsratsmitglied war laut US-Medienberichten ins Visier der Ermittler geraten. Zu einer Anklage kam es bis dato nicht.

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