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NEW YORK (awp international) - Die Pleitebanker in den USA sollen für ihre Fehler büssen. Die staatliche Einlagensicherung FDIC hat 109 Verantwortliche aus zusammengebrochenen Kreditinstituten auf Schadenersatz von insgesamt 2,5 Milliarden Dollar verklagt. Die FDIC rettet in den Vereinigten Staaten die Guthaben der Kunden bei einer Pleite. Sie versucht dann, sich dieses Geld bei den gescheiterten Bankern zurückzuholen.
Nach einer am Dienstag veröffentlichen Aufstellung der FDIC haben die Klagen in den vergangenen Monaten merklich zugenommen. Im abgelaufenen Jahr hatte die Einlagensicherung 157 zumeist kleinere Regionalbanken abwickeln müssen. Das waren mehr Bankenpleiten als im Krisenjahr 2009. Denn wegen der anhaltend hohen Arbeitslosigkeit können viele US-Amerikaner ihre Schulden immer noch nicht zurückzahlen. Das Geld fehlt den Kreditinstituten.
Allein eine Woche vor Weihnachten hatte die FDIC auf einen Schlag sechs Regionalbanken zumachen müssen. Die Institute sind zum Teil selbst Schuld daran, dass ihnen die Luft ausgeht: Als der Häusermarkt boomte, war ihnen jeder Kreditnehmer recht, ganz gleich ob er ausreichende Sicherheiten mitbrachte oder aus welcher Ecke der USA er stammte. Viele Regionalbanken machten plötzlich landesweit Geschäfte, was sich nun rächt.
Gemeinhin kommt es allerdings nur in knapp einem Viertel der Bankpleiten auch zu Klagen. In vielen Fällen einigt sich die FDIC aussergerichtlich mit den Verantwortlichen. Wenn die Einlagensicherung vor Gericht zieht, sind die Erfolgsaussichten aber nicht schlecht: Zwischen 1986 und 2009 sammelte sie auf diesem Wege 6,2 Milliarden Dollar ein.
Bereits im November hatte der FDIC-Verantwortliche Fred Gibson in einem Interview eine Klagewelle angekündigt. Seit Beginn der Krise mussten schon weit mehr als 300 Institute die Segel streichen. Die FDIC steht für die Einlagen eines Kunden bis zu einem Wert von 250.000 Dollar gerade. Auch in Deutschland sind Kundengelder über staatliche und bankinterne Sicherungseinrichtungen geschützt.
Während die kleinen Pleitebankiers bluten müssen, sind die meisten Chefs grosser Häuser bislang ungeschoren davongekommen. Die Ermittler tun sich schwer damit, ihnen konkrete Verfehlungen nachzuweisen. Selbst der Krisenbanker schlechthin, Lehman-Brothers-Chef Richard Fuld, lebt sein Leben weiter. Als einen der wenigen Spitzenbanker erwischte es den ehemaligen Chef von Amerikas einst grösster Hypothekenbank Countrywide. Angelo Mozilo musste 67,5 Millionen Dollar zahlen./das/DP/stb

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