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US-Post stoppt Rentenbeiträge aus Geldnot (AF)

(Mit weiteren Angaben)
WASHINGTON (awp international) - Der Überlebenskampf der US-amerikanischen Post wird immer verzweifelter. Um flüssig zu bleiben, zahlt der staatseigene US Postal Service keine Beiträge mehr in eine Rentenkasse für Bundesbedienstete. Alleine in diesem Jahr liessen sich dadurch 800 Millionen Dollar (555 Mio. Euro) einsparen, erklärte der Postal Service am Mittwoch in Washington.
Die US-Post leidet darunter, dass immer weniger Menschen Briefe schreiben und stattdessen E-Mails versenden. Gleichzeitig hat sie im Paketgeschäft starke Konkurrenz durch die privaten Konzerne FedEx oder UPS . Die Verluste werden immer grösser; allein im ersten Geschäftshalbjahr (bis Ende März) verlor das Unternehmen unterm Strich fast 2,6 Milliarden Dollar.
Der Postal Service warnte bereits eindringlich vor einer Insolvenz bis September, sollte der Staat als Eigentümer nicht eingreifen. Die Post verlangt Erleichterungen bei den galoppierenden Gesundheitskosten für Pensionäre und Zugriff auf zu viel gezahlte Rentenbeiträge. Um die Kosten weiter zu drücken, will die Post zudem samstags keine Briefe mehr austragen. Dafür braucht sie aber das staatliche Okay.
Parallel will die US-Post weiter sparen: Sie hat nach eigenen Angaben in den vergangenen vier Geschäftsjahren 12 Milliarden Dollar an Kosten gekappt und 110.000 Stellen gestrichen. Ende März beschäftigte der Postal Service noch annähernd 572.000 Menschen. Einsparungen dürften manche Probleme indes noch verschlimmern: Schon heute sind viele Postämter heruntergekommen und Kunden beschweren sich über den schlechten Service.
Das Geschäft bei den privaten Rivalen sieht ungleich besser aus: Der Paketdienst FedEx hat im Schlussquartal seines Geschäftsjahres 2011, das im Mai endete, seinen Umsatz um 12 Prozent auf 10,6 Milliarden Dollar hochschrauben können. Der Gewinn verbesserte sich sogar um 33 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf unterm Strich 558 Millionen Dollar.
Die Weltwirtschaft werde weiter "moderat" wachsen, erklärte Konzernchef Frederick Smith in Memphis. Angesichts dessen geht er davon aus, dass FedEx seinen Gewinn auch im gerade angebrochenen Geschäftsjahr 2012 weiter steigern wird. Logistikkonzerne gelten als wichtige Barometer für die Konjunktur, weil sie für fast alle Branchen und für Privatkunden arbeiten.
Auch der grosse Rivale UPS konnte sich zuletzt über zu wenig Arbeit nicht beklagen. Die Deutsche Post mit ihrer Frachttochter DHL profitiert ebenfalls vom Aufschwung. Dank der guten Auftragslage können die Paketdienste sogar die gestiegenen Spritpreise wegstecken. Beim US Postal Service schlägt das teure Benzin indes kräftig ins Kontor. Die Firmen unterhalten riesige Fuhrparks und setzen auch Flugzeuge ein./das/DP/stb

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