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Jahrelang wurde der Videobeweis im Fussball von Fans und Experten gefordert. Seit diesem Wochenende gibt es ihn beim Confederations Cup - und die Diskussionen sind beinahe genauso gross wie vorher.

Am Ende des Spiels war die Verwirrung komplett. Bei der Partie Chile gegen Kamerun wendete Schiedsrichter Damir Skomina aus Slowenien in der Nachspielzeit zum zweiten Mal den Videobeweis an. Erst hatte er ein Tor von Eduardo Vargas nicht gegeben, dann liess er sich von seinem Assistenten am Bildschirm umstimmen. Die Spieler standen währenddessen ratlos auf dem Rasen des Moskauer Spartak-Stadions. Und viele Zuschauer dachten, dies sei der Schlusspfiff, als Skomina nach einer gefühlten Ewigkeit entschied: Tor für Chile, 2:0 durch Vargas. Dabei blieb es dann.

Insgesamt vier Mal wurde die Frage "Tor oder kein Tor" am Sonntag bei den beiden Spielen zwischen Chile und Kamerun (2:0) sowie Portugal und Mexiko (2:2) erst nach einer Befragung des Video-Referees entschieden. Und damit wurden Stärken und Schwächen dieses Systems gleich am ersten Wochenende des Turniers offengelegt.

In allen vier Fällen wurde durch den Videobeweis am Ende ein korrekter Entscheid herbeigeführt. Ein erster Treffer von Vargas gegen Kamerun wurde zunächst gegeben, aber dann wieder aberkannt. Der Stürmer stand knapp im Offside. Bei seinem Tor zum 2:0 lief es genau umgekehrt. Auch beim Spiel Portugal gegen Mexiko zahlte sich der Einsatz der Technologie aus. Ein Offside-Tor für den Europameister wurde nach Rücksprache mit dem Video-Schiedsrichter nicht gegeben. Beim 2:1 durch Cedric Soares ergab die Befragung: alles korrekt.

"Wichtig ist: Es wurden die richtigen Entscheide getroffen", sagte Kameruns Trainer Hugo Broos. "Der Videobeweis kann etwas sehr Wichtiges werden. Das hat sich heute gezeigt." In allen vier Fällen dauerte die Entscheidungsfindung allerdings auch sehr lange und stiftete dadurch viel Verwirrung. Nach Chiles vermeintlichem Führungstor hatten die Südamerikaner schon ausgiebig gejubelt, und auch Kameruns Team stand längst wieder zum Anstoss bereit. Erst dann entschied der Referee: doch kein Tor.

Gerade diese Szene zeigte zudem: Manchmal sind Abseits-Positionen selbst mit Hilfe bewegter Bilder nur schwer zu erkennen. Über die Frage "War der Treffer von Vargas regulär oder nicht?" liess sich auch nach dem Videostudium noch weiterdiskutieren. Einen anderen kritischen Punkt sprach Portugals Trainer Fernando Santos an: Wann wird der Videobeweis eingesetzt und wann nicht? "Der Videoreferee wurde nur bei unseren Toren benutzt, obwohl die Szene vor dem 2:2 auch sehr komplex war", sagte er.

Noch befindet sich der Videobeweis nur in der Testphase. Ob er in einem Jahr auch bei der Weltmeisterschaft in Russland eingesetzt wird, ist noch nicht entschieden. Per Funk sind die Schiedsrichter mit einem Assistenten vor einem Bildschirm verbunden. Eingegriffen werden soll nur bei entscheidenden Situationen wie Toren, Abseits, Roten Karten oder Penaltys.

"Das Wichtigste ist die Ehrlichkeit des Spiels", sagt der Tessiner FIFA-Schiedsrichter-Chef Massimo Busacca. Und auch der Gastgeber des Confederations Cup lobt den Videobeweis: "Mir hat gefallen, wie das System funktioniert hat. Das entlastet den Schiedsrichter und verteilt die Verantwortung", sagte der russische Vizeregierungschef und langjährige Sportminister Witali Mutko der Agentur Tass.

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SDA-ATS