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(Neu: Aussagen aus der Telefonkonferenz)
WOLFSBURG (awp international) ? Der Volkswagen -Konzern treibt seine Pläne für eine Lastwagen-Allianz voran. Die Wolfsburger erhöhten ihre Beteiligung am Nutzfahrzeughersteller MAN von 29,9 Prozent auf 30,47 Prozent der Stammaktien und lösten damit ein Pflichtangebot aus, wie VW am Montag mitteilte. Ziel sei, einen integrierten Nutzfahrzeugkonzern aus MAN, Scania und Volkswagen zu schaffen. Als Hauptgrund für den Schritt wurden bislang bestehende kartellrechtliche Hürden genannt, die die Zusammenarbeit begrenzten.
Im Raum steht ein Angebot von 95 Euro je Stammaktie, das Ende Mai veröffentlicht werden soll. MAN kündigte an, das Angebot dann zu prüfen. VW-Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch räumte ein, der Angebotspreis enthielte keinen Aufschlag, sondern entspreche den gesetzlichen Vorgaben.
Händler sahen im Angebot mögliche Synergien nicht berücksichtigt. Es handele sich lediglich um ein Pflichtangebot. Damit zeige VW, dass der Konzern derzeit noch nicht an einer vollständigen Übernahme interessiert sei, sagte ein Händler. "Damit hat sich VW jetzt quasi freigekauft, mehr müssen sie jetzt nicht mehr machen", kommentierte ein weiterer Börsianer. Nach Bekanntwerden der Offerte schoss die MAN-Aktie auf mehr als 99 Euro. Am Freitag hatten die Papiere bei 96,52 Euro geschlossen.
35 BIS 40 PROZENT ANGESTREBT
Um richtig durchstarten zu können und Kostenvorteile zu heben, strebt Pötsch eine Beteiligung von 35 bis 40 Prozent an. Für die Aufstockung rechnet Volkswagen mit Kosten von 1 Milliarde bis 1,5 Milliarden Euro. Volkswagen hat derzeit 19,6 Milliarden Euro auf der hohen Kante und kann das Geschäft locker stemmen. Wenn dieser Schritt geschafft sei, könnten sich Synergien von mindestens 200 Millionen Euro pro Jahr ergeben, sagte Pötsch, vor allem durch den gemeinsamen Einkauf. Langfristig seien aber wesentlich höhere Kosteneinsparungen möglich. Sollte es gemeinsame Baukästen geben, sei eine Grössenordnung von einer Milliarde Euro nicht auszuschliessen, sagte der Finanzvorstand.
Zur genauen Struktur des künftigen Konzerns äusserte sich Pötsch nicht. Er habe aber derzeit keine Pläne, MAN von der Börse zu nehmen, sagte der Manager. Je nach Ausgang des Angebots würden über weitere Schritte entschieden. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) muss nun auch über die fusionsrechtliche Genehmigung entscheiden. Pötsch rechnet mit der kartellrechtliche Freigabe der Transaktion im zweiten Halbjahr 2011.
MARKEN BLEIBEN EIGENSTÄNDIG
"Das Nutzfahrzeuggeschäft ist für uns ein hochinteressantes, strategisches Geschäftsfeld", sagte VW-Chef Martin Winterkorn laut Mitteilung. Der Bedarf, Waren zu transportieren werde weltweit weiter steigen, ergänzte Finanzvorstand Pötsch. Nach Angaben von Pötsch machen die Lastwagenbeteiligungen schon jetzt 20 Prozent des Marktwerts von Volkswagen aus. VW hält 71,8 Prozent der Stimmrechte an Scania und führt den schwedischen Nutzfahrzeughersteller als Tochter in der Bilanz. Die markenspezifischen Eigenschaften von MAN und Scania blieben unangetastet, betonte VW erneut. Auch Standorte oder Mitbestimmungsrechte der Beschäftigten würden nicht beschnitten.
Von Seiten Scanias kam eine zurückhaltende Reaktion. Sprecher Hans Ake Danielsson sagte, Volkswagen habe selbst erklärt, dass damit der Prozess einer zunehmenden Verknüpfung von Scania und MAN erleichtert werden solle. "Das ist sicher richtig. Wir haben schon lange unser Interesse an einer Zusammenarbeit mit MAN in gewissen Bereichen erklärt." MAN schrieb in einer Stellungnahme, die Ansicht über die industrielle Logik einer intensiveren Zusammenarbeit zwischen MAN, Scania und Volkswagen würden geteilt./dct/he

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