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VULKAN/Entwarnung aus Island: Eyjafjalla spuckt vorläufig nicht mehr

Dieser Inhalt wurde am 24. Mai 2010 - 15:28 publiziert

Reykjavik (awp/sda/afd/dpa) - Gefahr vorläufig vorbei: Der wegen seiner Aschewolke in ganz Europa gefürchtete isländische Gletschervulkan Eyjafjalla hat sich vorerst beruhigt. Noch steht aber nicht fest, ob er in den nächsten Monaten erneut aktiver wird.
"Der Ausbruch ist, zumindest vorübergehend, beendet", sagte der isländische Geophysiker Magnus Gudmundsson am Sonntag. Ob dies aber auch das Ende der Aktivität des Vulkans bedeute, der im April eine Woche lang den europäischen Flugverkehr lahmlegte, könne noch nicht bestimmt werden.
Seit Sonntagmorgen habe der Krater kein Magma mehr, sondern nur noch Dampf gespuckt, sagte der Geophysiker von der Isländischen Universität der Nachrichtenagentur AFP in Reykjavik. Frühestens in einem Jahr aber stehe fest, ob der aktuelle Ausbruch vorbei sei.
Gudmundsson verwies darauf, dass der Vulkan Eyjafjalla bei seinem Ausbruch vor knapp 200 Jahren 13 Monate lang aktiv gewesen sei. Nach dem jüngsten Ausbruch am 14. April hatte der Vulkan vor gut einer Woche einen dritten Höhepunkt seiner Aktivität gezeigt, war seitdem aber deutlich stiller geworden.
Bekannt wurde der Gletschervulkan in Island, weil seine über Europa und den Atlantik hinwegziehende Asche die Schliessung von hunderten Flughäfen und die Streichung von mehr als 100'000 Flügen auslöste. Mitte April führte dies zu einem beispiellosen Chaos.
Mehr als acht Millionen Reisende sassen zum Teil tagelang auf europäischen Flughäfen fest. Seither kam es immer wieder zu Teilsperrungen des Luftraums in einigen Regionen Europas.
Am Freitag hatten sich die Behörden der EU auf neue Richlinien geeinigt, damit wegen Vulkanasche in der Luft künftig weniger Flüge annulliert werden müssen. Höchste Sicherheit sollte aber gleichwohl gewährleistet sein.
Die Isländer selbst haben in den vergangenen fünfeinhalb Wochen vorgeführt, wie gelassen, kompetent, sozial und auch mit einem Schuss Demut man auf solche unberechenbaren Naturgewalten reagieren kann.
Wenn die knapp tausend Anwohner des Gletschers mal wieder mit niedergegangener Asche zu kämpfen hatten, machten sich aus dem 130 Kilometer entfernten Reykjavik auch die Mitglieder des Clubs für Allrad-Jeeps auf den Weg, um beim Ascheschaufeln zu helfen. Niemand fragte nach Entlohnung, und die Asche war verblüffend schnell weggeräumt.
Dass die Schaufeln jetzt eingepackt werden können, freut nicht nur die Anwohner: Islands Tourismus-Geschäft für diesen Sommer war durch die Aschewolke akut bedroht. Für das von der Finanzkrise in Vulkanstärke getroffene Land eine ganz schlimme Situation. Jetzt sieht der bevorstehende Sommer doch schon viel freundlicher aus.
uh

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