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VULKAN/EU einigt sich auf einheitliche Grenzwerte

Dieser Inhalt wurde am 04. Mai 2010 - 17:31 publiziert

BRÜSSEL (awp international) - Einheitliche Grenzwerte für Vulkanasche im Luftverkehr sollen ab sofort ein Flugchaos in Europa verhindern. Darauf haben sich die EU-Verkehrsminister am Dienstag bei einem Sondertreffen in Brüssel geeinigt. "Ich glaube, dass wir damit im Interesse von Verantwortung und Sicherheit erhebliche Fortschritte erzielt haben", sagte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) nach den Beratungen. Die Regelung trete europaweit sofort in Kraft.
"Das war keine Selbstverständlichkeit", sagte Ramsauer. Bis zum nächsten Treffen der EU-Verkehrsminister am 24. Juni in Luxemburg soll darüber hinaus ein einheitliches europäisches Messsystem, bestehend aus den Boden- und Luftmessstationen in den Mitgliedsstaaten, entwickelt werden. Allein in Deutschland gebe es 52 Erd-Messstellen. Künftig sollen die Informationen in Echtzeit an das Vulkanasche-Zentrum VAAC in London übertragen werden.
Ramsauer betonte, dass sich die 27 EU-Mitglieder einvernehmlich verpflichtet hätten, bei den Grenzwerten dem empfohlenen Drei-Zonen- Modell der Europäischen Flugsicherung Eurocontrol und der VAAC in London zu folgen. Demnach sind Flüge verboten, sobald die Aschekonzentration in einem Kubikmeter Luft zwei Milligramm übersteigt (Zone 3). Der Flugverbot gilt dann auch in einem Radius von rund 110 Kilometern (60 nautische Meilen) um die Verbotszone. Nur unterhalb von 0,2 Milligramm Asche pro Kubikmeter gebe es keine Einschränkungen (Zone 1). In der Zone 2 gelten besondere Sicherheitsauflagen wie zusätzliche Wartungsintervalle.
Der spanische Verkehrsminister und amtierende Ratsvorsitzende José Blanco betonte, dass es bei den Passagierrechten keine Abstriche geben werde. "Die Vorschriften zu Fahrgastrechten müssen vollständig eingehalten werden, auch in dieser Krise", sagte Blanco. "Wir sind uns der wirtschaftlichen Folgen aber voll und ganz bewusst."
EU-Verkehrskommissar Siim Kallas ist sich sicher, dass sich solche Krisen wiederholen werden. "Vulkane lassen sich nicht kontrollieren", sagte Kallas. Daher müsse es möglichst schnell einen einheitlichen Luftraum geben. Die EU sei nicht zu Kompromissen bei der Sicherheit bereit, müsse aber auch die Reiserechte der Menschen berücksichtigen.
Im September wolle die EU zudem versuchen, ihre Grenzwerte bei der Generalversammlung der Welt-Luftfahrtorganisation ICAO weltweit verbindlich durchzusetzen. "Wir haben uns verständigt, dass die Kommission eine internationale Expertengruppe zusammenstellt, die das umsetzt, was wir jetzt für Europa geregelt haben", sagte Ramsauer.
Am Dienstagmorgen mussten in Irland, Nordirland und Teilen Schottlands für mehrere Stunden erneut alle Flüge wegen Vulkanasche aus Island gestrichen werden. Unmittelbar betroffen war davon auch Ramsauers irischer Amtskollege Noel Dempsey, der seine Teilnahme an dem Sondertreffen kurzfristig absagen musste.
Unterdessen hat das Netz der Europäischen Verbraucherzentren (EVZ-Netz) am Dienstag im Internet ein Paket mit praktischen Informationen für Fluggastbeschwerden herausgegeben. Es besteht aus einem Standard-Beschwerdeschreiben, Kontaktdaten aller Fluggesellschaften und praktischen Tipps./had/dj/DP/edh

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