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MÜNCHEN (awp international) - Der Halbleiter-Zulieferer und Chemiekonzern Wacker Chemie blickt nach einem durch den Konzernumbau geprägten Verlustjahr 2009 verhalten optimistisch in die Zukunft. "Wenn sich die gegenwärtige konjunkturelle Erholung weiter fortsetzt, hat Wacker gute Chancen, im laufenden Geschäftsjahr sowohl den Konzernumsatz als auch das Ergebnis wieder deutlich zu steigern", sagte Konzernchef Rudolf Staudigl am Mittwoch laut einer Mitteilung. Obwohl die weltweite Wirtschaftskrise in den Geschäftszahlen Spuren hinterlassen habe, sei Wacker auf "einem guten Kurs".
Im vierten Quartal habe sich die Erholung fortgesetzt. Der seit Beginn des zweiten Quartals bestehende Aufwärtstrend bei der Nachfrage halte weiter an, hiess es. Der Umsatz des MDax-Konzerns ging gleichwohl auf 935 (Vorjahr: 999) Millionen Euro zurück. Deutlich stärker war der Einbruch beim Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) auf 90 (118,7) Millionen Euro. Ausserordentliche Pensionsrückstellungen von rund 50 Millionen Euro schlugen dabei zu Buche.
Im Gesamtjahr 2009 sank der Umsatz der Münchener auch wegen der Folgen der Krise um 14 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro. Das EBITDA sackte um 43 Prozent auf rund 600 Millionen Euro ab. Grund war vor allem die äusserst schwierige Geschäftsentwicklung im Halbleitergeschäft. Sondereffekte von rund 340 Millionen Euro führten unter dem Strich zu einem Verlust von rund 80 (2008: 438,3) Millionen Euro. Belastet habe dabei der Ausstieg aus dem Solar-Gemeinschaftsunternehmen mit der Mainzer Schott, Abschreibungen wegen der Bündelung von Produktionsstädten und Abfindungen.
Am Finanzmarkt war die erste Reaktion negativ. Die Titel standen vorbörslich stark unter Druck. Sie büssten 7,0 Prozent auf 100,67 Euro ein. Die überraschend vorgelegten Zahlen sind laut einer ersten Händlereinschätzung schwer zu bewerten. Es sei schwer zu sagen, was bei den Sonderbelastungen bereits erwartet worden war und was neu sei. Auf den ersten Blick würde er die Zahlen allerdings eher negativ bewerten./jha/wiz

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