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Wacker Chemie wieder in Gewinnzone - Vorsichtig optimistisch für 2010 (AF)

Dieser Inhalt wurde am 05. November 2009 - 09:00 publiziert

MÜNCHEN (awp international) - Der Spezialchemiekonzern und Halbleiter-Zulieferer Wacker Chemie hat im dritten Quartal trotz Millionen-Belastungen durch den Ausstieg aus einem Gemeinschaftsunternehmen wieder einen Gewinn erwirtschaftet und zeigt sich auch für 2010 "vorsichtig optimistisch". "Unsere Geschäftsentwicklung im 3. Quartal ist ein ermutigendes Signal für eine Wende des wirtschaftlichen Umfelds zum Besseren", sagte Konzernchef Rudolf Staudigl am Donnerstag laut Mitteilung in München. Absatzmengen, Auslastung, Umsatz und Ertrag seien zum Vorquartal deutlich gestiegen. Allerdings sei noch nicht sicher, wie stabil diese Erholung sein werde. Die Kunden agierten weiter vorsichtig und bestellten eher kurzfristig. Belastend wirke auch die gegenwärtige Schwäche des US-Dollar. Die Aktien sanken vorbörslich leicht um 0,29 Prozent auf 101,47 Euro.
Für das laufende Jahr sei wegen der Krise allerdings weiterhin mit einem deutlichen Rückgang des Umsatzes und des operativen Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) zu rechnen, bekräftigte Staudigl. 2008 hatte der Konzern bei Umsätzen von rund 4,3 Milliarden Euro operativ gut eine Milliarde Euro verdient. Dem Traditionsunternehmen aus München machte der Nachfrageeinbruch in der Bau-, Automobil- und Halbleiterindustrie zu schaffen, nun helfen eine höhere Auslastung und Kostensenkungen. Das vierte Quartal dürfte von den üblichen saisonalen Effekten geprägt sein, die das Geschäft normalerweise dämpften. Für 2010 zeigte sich Staudigl vorsichtig optimistisch. Bei Fortsetzung der konjunkturellen Erholung bestünden im kommenden Jahr "gute Chancen" auf eine Steigerung des Umsatzes und des operativen Ergebnisses.
ERHOLUNGSIMPULSE KOMMEN INSBESONDERE AUS CHINA
Vor allem dank erheblich gestiegener Absatzmengen übertraf der Konzernumsatz im dritten Quartal mit 986,5 Millionen Euro den Vorquartalswert um sieben Prozent. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ergab sich aber krisenbedingt noch ein Rückgang um 15 Prozent. Geholfen hätten auch die im Vergleich zum Vorjahr günstigen Wechselkursbedingungen. Niedrigere Preise bremsten dagegen die Entwicklung. Trotz eines Beteiligungsverlustes von knapp 52 Millionen Euro aus dem Ausstieg des Joint Ventures Wacker Schott Solar erhöhte sich das operative Ergebnis zum Vorquartal um acht Prozent auf 184 Millionen Euro. Im Jahresvergleich ergibt sich damit aber ein Einbruch um 43,8 Prozent. Die höhere Kapazitätsauslastung im Chemie- und Halbleitergeschäft habe sich ebenso wie Kostensenkungen positiv auf die Ertragskraft ausgewirkt. Nach einem Verlust im zweiten Quartal kehrte der Konzern im dritten Quartal mit 35,9 (170,8) Millionen Euro in die Gewinnzone zurück.
Die spürbarsten Erholungsimpulse seien im dritten Quartal aus Asien, insbesondere aus China gekommen, hiess es. Mit rund 36 (30) Prozent des Konzernumsatzes habe die Bedeutung von Asien als Absatzmarkt weiter zugenommen. Vor allem im Chemiegeschäft sei die Ertragskraft im Berichtszeitraum deutlich gestiegen. Das EBITDA der drei Chemiebereiche habe mit 116,0 (92,7) Millionen Euro sowohl den Vorjahreswert als auch den Vorquartalswert übertroffen. Der Bereich Wacker Polysilicon sei hingegen mit einem EBITDA von 86,5 (130,7) Millionen Euro unter den entsprechenden Vergleichswerten geblieben. Grund seien die Sonderlasten aus dem Ausstieg bei Schott Solar. Das Halbleitergeschäft Siltronic sei trotz einer Halbierung des Verlustes zum Vorquartal mit einem negativen EBITDA von 21,6 (108,1) Millionen Euro in der Verlustzone geblieben. Umsatz- und Ergebnisentwicklung seien hier weiter "unbefriedigend"./jha/bf/wiz

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