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MÜNCHEN (awp international) - Der Spezialchemiekonzern und Halbleiter-Zulieferer Wacker Chemie will nach Rekorden im abgelaufenen Jahr den Umsatz 2011 auf mehr als fünf Milliarden Euro steigern. "Die Nachfrage unserer Kunden nach unseren Produkten ist anhaltend hoch", sagte Konzernchef Rudolf Staudigl am Montag laut Mitteilung. Auch der Start in das neue Jahr sei "gut". Die Geschäfte entwickelten sich "weiter positiv". Die Auswirkungen der Krise habe der Konzern 2010 insgesamt schneller als erwartet hinter sich gelassen. Der Umsatz dürfte im laufenden Jahr laut einem Sprecher auf mehr als fünf Milliarden Euro klettern. Die Aktien machten ihre anfänglichen Verluste im Verlauf wett.
Nach vorläufigen Berechnungen legte der Umsatz 2010 um 28 Prozent auf den Rekordwert von 4,75 Milliarden Euro zu. Gleich zweimal hatte Wacker seine Prognose angehoben. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) verdoppelte sich mit 1,19 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr nahezu. Der Gewinn kletterte 2010 auf etwa 495 Millionen Euro. Hohe Abschreibungen und Umbaukosten hatten 2009 noch zu einem Verlust von 75 Millionen Euro geführt. Als Gründe nannte das Unternehmen die rasche Erholung der Wirtschaft vom Krisen-Tief und die robuste Nachfrage in der Solarindustrie.
HÖHERE DIVIDENDE
Auch eine höhere Dividende zeichnet sich ab. Die Mindestausschüttungsquote für die Dividende liege bei 25 Prozent, erklärte der Sprecher. Er verwies zudem auf die gute Finanzlage des Konzerns. Für das vorangegangene Jahr hatte der Konzern 1,20 Euro je Aktie ausgeschüttet
Grund für den Umsatzsprung 2010 seien vor allem stark gestiegene Absatzmengen wegen der hohen Kundennachfrage. Der Ergebnisschub gehe zudem auf eine höhere Auslastung der Produktionskapazitäten zurück. Mit seinen vorläufigen Kennzahlen traf der Konzern die Erwartungen der von dpa-AFX befragten Experten weitgehend. Wegen Sonderlasten blieb der Gewinn allerdings etwas hinter den Erwartungen zurück. Wacker-Aktien legten gegen Mittag nach anfänglichen Verlusten um 0,04 Prozent auf 133,55 Euro zu. Der MDax büsste zeitgleich 1,08 Prozent auf 10.123,96 Punkte ein.
SONDERBELASTUNGEN IN CHINA
Börsianer sprachen insgesamt von einem gemischt ausgefallenen Bericht. Silvia Quandt-Experte Harald Gruber verwies auf das etwas schlechter als erwartet ausgefallenen operative Ergebnis. Das störe aber seine insgesamt positive Einschätzung nicht. Auch Commerzbank-Analyst Lauren Licuanan bleibt für Wacker positiv gestimmt. Er zeigte sich positiv überrascht von der Marge in der Polisilizium-Sparte und lobte auch die Umsätze im Chemiegeschäft. Siltronic (Halbleiter) habe seine Schätzungen ebenfalls übertroffen.
Auch im vierten Quartal blieb laut Wacker die Nachfrage auf einem hohen Niveau. Allerdings sank der Umsatz im Vergleich zum Vorquartal durch die üblichen saisonalen Effekte vor allem im Baugeschäft etwas. Ein Belastungsfaktor im Chemiegeschäft waren Rückstellungen in Höhe von 50 Millionen Euro in China. Wacker bildete Rückstellungen aus erwarteten künftigen Verlusten aus dem Silicon-Geschäft in China. Diese Belastungen wurden durch Verkaufserlöse an einer Beteiligung in den USA nur zu einem kleineren Teil aufgefangen.
Noch deutlich stärker als das Chemiegeschäft legte das Halbleitergeschäft im vierten Quartal zu. Gründe waren höhere Absatzmengen und zum Teil auch höhere Preise. Anhaltend robust zeigte sich auch das Geschäft mit polykristallinem Reinstsilicium. Insgesamt seien 2010 gut 30.000 Tonnen dieses Materials hergestellt und verkauft worden./jha/mne/tw

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