Navigation

WDH/AUSBLICK/UBS Q3: Verlust von 511 Mio CHF erwartet

Dieser Inhalt wurde am 03. November 2009 - 06:30 publiziert

Zürich (awp) - Die UBS AG veröffentlicht am Dienstag, 3. November, das Geschäftsergebnis zum dritten Quartal 2009. Elf Analysten haben dazu folgende Schätzungen:
FOKUS: Die Mehrheit der Analysten geht davon aus, dass die UBS AG im dritten Quartal weitere operative Fortschritte gemacht und nach dem zweiten Quartal 2009 unter Ausklammerung von Sondereffekten vor Steuern erneut schwarze Zahlen geschrieben hat. Im zweiten Quartal hatte die UBS nach acht negativen Quartalen in Folge ein Ergebnis vor Steuern (exklusive Sonderfaktoren) von 971 Mio CHF erzielt. Unter dem Strich wird die UBS wegen der erwähnten Effekte aber erneut einen Verlust ausweisen. Den Schätzungen zufolge wird er aber deutlich geringer als die 1'402 Mio CHF im Vorquartal ausfallen.
Belastet wird das Ergebnis einerseits durch Wertberichtigungen auf eigene Verbindlichkeiten aufgrund der weiter schrumpfenden Credit-Spreads und anderseits durch negative Goodwill-Berichtigungen von 300 Mio CHF, die sich aus Währungsverlusten für den im dritten Quartal abgeschlossenen Verkauf der brasilianischen Pactual ergaben. Schliesslich werden auch ein Bewertungseffekt der konvertierten Pflichtwandelanleihe, die die Schweizer Regierung hielt, sowie Restrukturierungskosten das Drittquartalsergebnis negativ belastet haben.
Dank der starken Entwicklung der Finanzmärkte im dritten Quartal wird die UBS im weiteren ihre risikogewichteten Aktiven und die Bilanzsumme weiter reduziert und damit die Kapitalausstattung gestärkt haben. Wie von der Bank bereits früher angekündigt, wird sich dabei die Tier-1-Ratio (Q2: 13,2%) durch den Verkauf von Pactual um 50 Basispunkte erhöhen. Allerdings wird dies gemäss Angaben der Analysten durch den Rückkauf der Coupons der Pflichtwandelanleihe wieder kompensiert.
Im Zentrum des Interesses steht die Entwicklung der Neugelder in der Kerndivision Wealth Management. Diesbezüglich gab es jüngst in der Sonntagspresse Positives zu lesen. Danach sollen Kunden, die ihr Vertrauen gegenüber der UBS verloren und deshalb ihre Guthaben zu anderen Banken transferiert hatten, inzwischen wieder zur UBS zurückkehren. Allerdings sollen die Rückflüsse noch gering sein. Eine Verbesserung des bisherigen Trends, das heisst eine Abnahme des Abflusses von Kundengeldern, würde vom Markt positiv aufgenommen werden.
Das Resultat des Investment Banking wird wie erwähnt durch Wertberichtigungen belastet. Die Division wird den Prognosen zufolge erneut einen Verlust vor Steuern ausweisen, der aber geringer als im Vorquartal ausfallen wird. Profitiert haben sollte das Investment Banking auf der Ertragsseite von der verbesserten Marktstimmung. Im Fokus liegt der Bereich Fixed Income, der im zweiten Quartal eine schwache Ertragsentwicklung zeigte. Die Experten wollen wissen, ob die UBS Fortschritte bei der Neupositionierung dieses Bereichs vorweisen kann.
Nachdem Oswald Grübel seit seiner Ernennung im Februar 2009 verschiedene Positionen in der Konzernleitung durch Vertraute ersetzt hat, will die Gerüchteküche wissen, dass er auch die Position des CEO Wealth Management & Swiss Banking durch einen ehemaligen CS-Mitstreiter besetzen will. Die Marktteilnehmer erhoffen sich diesbezüglich eine Antwort von Grübel.
ZIELE: Die UBS gibt sich bezüglich Aussichten verständlicherweise zugeknöpft. Die Grossbank habe sich stabilisiert, sagte CEO Oswald Grübel Ende September anlässlich eine Veranstaltung des KOF. Jetzt gelte es, wieder gewinnbringend zu arbeiten. Das werde aber "noch einige Zeit" in Anspruch nehmen.
In einem Interview von Ende September zeigte sich Grübel aber überzeugt, dass die Bank innerhalb eines Jahres wieder gesund sein wird und in einer internen Mitteilung an die Mitarbeiter sah er die Bank auf gutem Weg, die selbst gesteckten Ziele zu erreichen. "Unser Effizienzsteigerungsprogramm ist im Plan", hiess es darin. Die unerfreuliche Seite davon sei der Abbau von Stellen. Dieser sei jedoch fast abgeschlossen und die meisten Mitarbeitenden informiert.
Genauere respektive neue Finanzziele werden vom Institut am 17. November erwartet. Dann wird Grübel anlässlich eines Investor Day Details über die künftige Geschäftsstrategie informieren. Entsprechen schauen die Marktteilnehmer diesem Tag mit grosser Spannung entgegen.
Einige erhoffen sich, dass Grübel dabei das selbe machen wird, wie 2004 als frischgebackener alleiniger CEO der Credit Suisse. Damals nannte er anlässlich eines Investor Day ein konkretes Gewinnziel von 8 Mrd CHF bis 2007. Dieses damals als sehr ambitioniert eingestufte Ziel erscheint im Rückblick als eine Art Initialzündung für den späteren Erfolg der CS.
PRO MEMORIA: Mitte August wurde der Steuerstreit zwischen der USA und der UBS aussergerichtlich beigelegt. Dabei wird die Schweizer Grossbank im Rahmen des zwischen der Schweiz und den USA geschlossenen aussergerichtlichen Abkommens die Namen von 4'450 Kunden offen legen. Offen ist noch, ob und in welchem Umfang sich die Bank an den Kosten, die bei den Schweizer Behörden anfallen, beteiligen wird.
Am vergangenen Dienstag ernannte die UBS Robert McCann zum neuen CEO des Wealth Management Americas. Er löst Marten Hoekstra ab.
sig/are
Q3 09E
In Mio CHF AWP-Konsens Q2 09A
Konzernergebnis -511 -1'402
-Investment Banking* -842 -1'846
-WM&Swiss Bank* 1'175 932
-WM Americas* 24 -221
-Asset Management* 145 82

In Mrd CHF
AUM 2'309 2'250
Nettoneugeld -16,4 -39,5
Nettoneugeld WM&Swiss Bank -10,1 -16,5

*Gewinn vor Steuern

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diesen Artikel teilen

Passwort ändern

Soll das Profil wirklich gelöscht werden?