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Areva hemmt Siemens bei neuem Atom-Gemeinschaftsunternehmen

Dieser Inhalt wurde am 09. Dezember 2009 - 19:30 publiziert

PARIS/MÜNCHEN (awp international) - Der Mischkonzern Siemens hängt bei seiner schon vor Monaten angekündigten Kooperation mit dem russischen Atomkonzern Rosatom in der Luft. Der bisherige Atomtechnik-Partner Areva aus Frankreich blockiert mit immer neuen Schachzügen die Gründung des deutsch-russischen Gemeinschaftsunternehmens. "Wir haben erwirkt, dass Siemens nicht mit den Russen zusammenarbeiten wird, bis das Schiedsverfahren beendet ist", sagte Areva-Chefin Anne Lauvergeon am Mittwoch in Paris.
Siemens will nach anhaltenden Querelen aus dem bisherigen Atom-Joint-Venture Areva NP aussteigen, an dem die Münchener 34 Prozent halten. Deutsche und Franzosen streiten sich jedoch über den Wert des Anteils. Im Raum stehen 2 Milliarden Euro. Zudem herrscht Zwist darum, inwieweit Siemens in Konkurrenz zu Areva treten darf. Das Schiedsgericht der Internationalen Handelskammer ICC soll eine Klärung herbeiführen.
Ein Siemens-Sprecher wollte sich auf Nachfrage nicht zum Stand des Schiedsverfahrens äussern und verwies auf Aussagen bei der Bilanzvorlage vor einer Woche. Siemens hatte dort mitgeteilt, dass das Schiedsgericht dem Konzern bei der "Partnerschaft mit Rosatom bestimmte vorläufige Einschränkungen auferlegt" habe. Gespräche seien aber erlaubt. Areva-Chefin Lauvergeon sprach ihrerseits von einem angenehmen Schiedsverfahren: "Wir sind Siemens nicht böse."
Siemens hatte Anfang März verkündet, mit der staatlichen Rosatom paktieren zu wollen. An dem geplanten Gemeinschaftsunternehmen sollen die Russen eine knappe Mehrheit halten. Erklärtes Ziel ist es, gemeinsam zum Weltmarktführer bei Kernenergie aufzusteigen. Eigentlich hatte Siemens-Chef Peter Löscher die Verträge bis zum Mai unterschrieben haben wollen./RX/das/she

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