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Die Schweiz hat gewählt

Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland

Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger in der Schweiz haben ihr neues Parlament gewählt. Wir bieten Ihnen hier einen umfassenden Überblick über die Resultate sowie Analysen unserer Experten.

Liebe Grüsse aus Bern 

Kathrin Ammann

Fokus: Aussenpolitik und Entwicklungszusammenarbeit

(SRF/swissinfo.ch)

Die Grünen und Grünliberalen gewinnen die Wahlen 2019. Sie haben neu zusammen 44 Sitze im Nationalrat. Hier finden Sie alle aktuellen Ergebnisseexterner Link.

Es ist eine Klimawahl von historischem Ausmass: Die Grünen gewinnen 17 zusätzliche Sitze in der grossen Parlamentskammer. Seit 1919 konnte keine Partei so viel zulegen. Erstmals in der 171-jährigen Geschichte des Bundesstaates überholen sie die CVP und werden viertstärkste Partei.

Grünen Präsidentin Regula Rytz sagte gegenüber SRF, dass ihre Partei einen Angriff auf einen Bundesratssitz nicht ausschliesse. "Der aktuelle Bundesrat passt nicht mehr zum neuen Mitte-links-Parlament."

Die SVP bleibt zwar die stärkste Partei. Sie hat aber 12 Sitze verloren und ist somit nur noch so stark wie 1999.

Mit 46% lag die Wahlbeteiligung tiefer als vor vier Jahren. Aufgrund der Popularität von Umweltfragen und der Mobilisierung weiblicher Wählerinnen gingen Polit-Experten vereinzelt von einer Wahlbeteiligung von über 50 Prozent aus.

Zwei Frauen jubeln.
(Keystone / Peter Schneider)

Was haben die deutlichen Gewinne der Grünen und Grünliberalen sowie die Verluste der Linken und vor allem der wählerstärksten SVP zu bedeuten? Wir haben für Sie erste Reaktionen zusammengestellt.

Wer sich heute mit einem breiten Lächeln vor die Kameras des Schweizer Fernsehens stellt, gehört zu den Grünen oder Grünliberalen. Balthasar Glättli, Fraktionschef der Grünen, bekannt für bissige Statements an die Adresse seiner Gegner, appelliert freudestrahlend ans Kollektiv: Das Klimaproblem sei die grosse Herausforderung für alle, nicht nur für die Grünen.

Federn lassen musste die Linke, die vor vier Jahren zulegen konnte. Ein Teil ihrer Wählerschaft dürfte ins grüne Lager gewechselt haben. Nadine Masshardt, Ko-Fraktionschefin der SP, redet die Verluste schön. "Unser Ziel war es, die rechtsbürgerliche Mehrheit zu brechen."

Adrian Amstutz, abtretender Fraktionschef der SVP, die deutliche Verluste hinnehmen muss, zeigt den Siegern die Zähne, aber nicht mit einem Lächeln, sondern sichtbar verärgert: "Trotz Hype und Werbetrommel sind wir nach wie vor mit Abstand die wählerstärkste Partei" sagt er.

prognose

Grafik Wahlprognose Ausland

Im Vergleich zu den Wahlen 2015 hat sich die Zahl der Nationalratskandidierenden mit Wohnsitz im Ausland erhöht: 2019 waren es 73 Auslandschweizer, die einen Sitz anstrebten, verglichen mit 57 Vertretern der Fünften Schweiz 2015.

Die besten Wahlchancen unter den Auslandschweizerinnen und Auslandschweizern hatte die Diplomatin Christina Bürgi Dellspergerexterner Link aus Paris. Sie war Spitzenkandidatin auf der SP-Hauptliste im Kanton Zug, doch sie wurde nicht gewählt.

Auch Franz Muheimexterner Link reichte es nicht, obwohl ihm ebenfalls eine gewisse Chance eingeräumt wurde. Er stand auf der Hauptliste der Grünliberalen im Kanton Zürich und erhielt im Wahlkampf die Unterstützung der Operation Liberoexterner Link. Mit Listenplatz 20 hätte er aber viel Unterstützung aus der Fünften Schweiz gebraucht.

Vor vier Jahren schaffte Tim Guldimann als erster Auslandschweizer überhaupt, die Wahl in den Nationalrat. Seit seinem Rücktritt vor mehr als einem Jahr ist die 5. Schweiz nicht mehr vertreten. 180'000 Auslandschweizerinnen und Auslandschweizern sind in einem Stimmregister eingetragen. Die Schweizer Diaspora hat damit ein politisches Gewicht, das dem eines mittelgrossen Kantons entspricht.

Blick in den Nationalrat (grosse Parlamentskammer).
(sda-ats)

Bei Themen wie Europa, Altersvorsorge und Gesundheitskosten fand das Parlament in der vergangenen Legislatur keine tragfähigen Lösungen. Ob sich das durch den historischen Sieg der Grünen ändern wird, muss sich zeigen.

Im alten Nationalrat war das CO2-Gesetz gescheitert. Der neue, ökologischere Nationalrat dürfte dem Ständerat folgen und die Massnahmen gutheissen.

Um die Europapolitik ist es still geworden in den letzten Monaten. Das hat mit den Wahlen in der Schweiz zu tun und mit der Neubesetzung der EU-Kommission. Das Thema dürfte nun bald wieder weit oben auf der politischen Tagesordnung stehen.

Zu den grossen Fehlschlägen der letzten Legislatur gehört das Scheitern der Reform der Altersvorsorge. Inzwischen gibt es sowohl für die erste als auch für die zweite Säule neue Projekte, beide sind hochumstritten.

Die Gesundheitskosten sind ein Dauerbrenner in der Bundespolitik. Kein Parlament hat bisher den Prämienanstieg in den Griff gekriegt.

Wahlplakate

Für die Bürgerinnen und Bürger ist es oft unmöglich, zu wissen, wer die Kosten für Parteien und Kandidierende bei Parlamentswahlen in der Schweiz trägt (hier die Kampagne 2015). Diese Undurchsichtigkeit wird im Ausland regelmässig kritisiert.

(Dominic Steinmann/Keystone)

Persönliche Angriffe, gruselige Plakate, öffentliche Debatten, auf Tuchfühlung mit der Bevölkerung, Facebook-Werbung mit neuer Bedeutung: Der Wahlkampf bot einige Highlights. Intransparent blieb auch diesmal die Wahlkampffinanzierung. 

Der Wahlkampf war grundsätzlich ruhig. Aber es gab zwei Tiefpunkte: Ein Plakat SVP zeigte einen roten Apfel, der von fressenden Würmern - den anderen Parteien - durchlöchert wird und die CVP griff Kandidierende anderer Parteien über Google an, indem sie die User und Userinnen auf die Profile der eigenen Kandidierenden führte.

Die Schweiz ist in Sachen Wahlkampf-Transparenz eine Dunkelkammer. Als Bürgerin oder Bürger ist es kaum nachzuvollziehen, wer die Parteien sowie die Kandidierenden finanziert und in welchem Ausmass. Unsere Kollegen bei RTS haben die Parteien gefragt, wie viel Geld sie in die Wahlen investierten: Mehr als 25 Millionen Franken wurden offengelegt. Die Transparenz nahm bei allen Parteien zu, ausser bei der SVP.

Facebook, Twitter und Instagram wurde bei allen grossen Parteien im Vergleich zu 2015 wichtiger, die Präsenz auf den sozialen Meiden war selbstverständlich. Die SVP hat die grösste Reichweite auf Facebook, die SP auf Twitter. Trotzdem sind die grossen Parteien noch immer zurückhaltend, was ihre Präsenz in den Sozialen Medien angeht.

(Keystone / Str)

Wollen Sie noch mehr wissen? Zum Schluss bieten wir bieten Ihnen noch einen Rückblick in die Geschichte. 

Wir haben die Ergebnisse seit 1971 auf einen Blick zusammengetragen und hier sehen sie Bilder aus vergangenen Wahlenexterner Link. De facto gibt es das Frauenstimmrecht aber erst seit 45 Jahren. Der Weg dorthin war steinigund er dauerte über 100 Jahreexterner Link.

Exakt vor 100 Jahren hat ein Erdbeben die Schweizer Politlandschaft erschüttert und für immer verändert: Bei den Parlamentswahlen 1919beendeten die Stimmbürger die Vorherrschaft der radikalen Staatsgründerexterner Link.

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