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AKTIEN FRANKFURT/Eröffnung: Fester - Warten auf US-Arbeitsmarktdaten

Dieser Inhalt wurde am 06. November 2009 - 10:10 publiziert

FRANKFURT (awp international) - Der deutsche Aktienmarkt ist am Freitag freundlich gestartet. Eine leicht positive Vorgabe der Wall Street stützt den Markt, der sich aber Händlern zufolge vor wichtigen US-Daten aber kaum bewegen dürfte. Der Dax legte in den ersten Minuten 0,42 Prozent auf 5.504,06 Punkte zu, nachdem sich der Leitindex bereits in den beiden Vortagen um insgesamt 2,38 Prozent erholte. Der MDax gewann 1,72 Prozent auf 7.138,01 Zähler, der TecDax stieg um 1,04 Prozent auf 757,81 Punkte.
Nach der Zahlenflut der vergangenen Tage dürfte der deutsche Aktienmarkt zunächst einige Ermüdungserscheinungen zeigen - vor dem am Nachmittag anstehenden US-Arbeitsmarktdaten für Oktober dürften sich die Investoren spürbar zurückhalten, erklärte Marktanalyst Ben Potter von IG Markets. Volkswirte rechnen mit einem Rückgang der Beschäftigtenzahl ausserhalb der Landwirtschaft um 175.000 nach minus 263.000 im Vormonat. Die Vorgaben für den Aktienmarkt sind unterdessen positiv: Wieder aufkeimender Konjunkturoptimismus hatte den Dow Jones am Donnerstag zum ersten Mal seit gut zwei Wochen wieder über 10.000 Punkten schliessen lassen. Der Future auf den US-Leitindex gewann seit dem Xetra-Schluss am Vortag 0,06 Prozent.
Auf Unternehmensseite stehen die Zahlen der Deutschen Börse vom Vorabend sowie der Quartalsbericht der Hannover Rück in den Fokus. Der Frankfurter Börsenbetreiber hat am Vorabend Zahlen vorgelegt, die nach Einschätzung von Aktienhändler Andreas Lipkow von MWB Fairtrade "schwächer als erwartet" ausgefallen sind. Die Aktien büssten 0,16 Prozent auf 55,11 Euro ein. Zuletzt hatten bereits Gerüchte über eine mögliche Gewinnwarnung ausgereicht, sagte Lipkow, um die Aktien innerhalb kurzer Zeit von über 62 Euro auf das jetzige Kursniveau von 55 Euro zu drücken. Allerdings zähle das dritte Quartal traditionell zu den schwächeren. Die Börse habe es dieses Mal besonders schwer gehabt, nachdem das Vorjahresquartal aufgrund extrem hoher Ordervolumen ein absolutes Rekordquartal gewesen sei. Equinet blieb bei "Accumulate".
Die Hannover Rück konnte dagegen mit der Bilanzvorlage positiv überraschen. Die Zahlen katapultierten die Aktien um 3,10 Prozent auf 32,27 Euro nach oben. Bis auf die Bruttoprämien seien die Zahlen insgesamt über den Erwartungen reingekommen, sagte ein Börsianer am Morgen. Vor allem der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) habe gut ausgesehen. Darüber hinaus hob der Rückversicherer seine Prognose und kündigte eine Dividende von zwei Euro je Aktie an, was ebenfalls sehr gut klinge. Die zuletzt in den MDax abgestiegenen Papiere gewannen vorbörslich fast drei Prozent.
Bankenwerte zählten unterdessen zu den Dax-Favoriten: Deutsche Bank verteuerten sich um 2,54 Prozent auf 49,240 Euro und Commerzbank gewannen 2,40 Prozent auf 7,035 Euro. Einige Börsianer sprachen von Nachholbedarf nach der jüngsten Kursschwäche, andere verwiesen auf positive Vorgaben aus den USA. Dort hätten die Banken von einem positiven Kommentar des renomierten Analysten Richard Bove von Rochdale Securities profitiert. Dieser hält weitere kräftige Kursgewinne der Aktien der US-Grossbanken für möglich.
Andere Dax-Werte wurden von Zahlen der europäischen Branchenkollegen bewegt. Lufthansa-Aktien setzten sich mit plus 2,98 Prozent auf 11,060 Euro an die Dax-Spitze. British Airways rutschte zwar im ersten Geschäftshalbjahr auch wegen schrumpfender Passagierzahlen im Premium-Segment tiefer in die Verlustzone. Die Aktien standen aber mit einem Plus von fast fünf Prozent an der "Footsie"-Spitze und beflügelten die Papiere der europäischen Wettbewerber.
Beiersdorf büssten nach Zahlen des Konkurrenten L'Oreal 0,41 Prozent auf 41,48 Euro ein. Die Umsätze des französischen Kosmetikkonzerns sind zwar im dritten Quartal auf vergleichbarer Basis wieder gestiegen, eine weltweite Nachfragebelebung sehen sie aber nicht. L'Oreal-Aktien lagen mit minus 2,52 Prozent schwach am EuroStoxx-Ende.
Fuchs Petrolub legte unterdessen für die ersten neun Monate endgültige Zahlen vor, die einem Börsianer zufolge "ohne grosse Überraschung" geblieben sind. Der Schmierstoff-Hersteller peilt bei seinem operativen Gewinn eine geringere Lücke zum Vorjahr an als bisher erwartet. Der Umsatzrückgang sollte sich im Schlussquartal im Vergleich zu den drei ersten Quartalen deutlich verlangsamen, teilte der im MDax notierte Konzern mit. Dem Börsianer zufolge sind die endgültigen Zahlen "einen Hauch besser als die vorläufigen". Die Aktien legten daraufhin 1,09 Prozent auf 58,26 Euro zu./fat/dr

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