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AKTIEN FRANKFURT/Sehr schwach - Sorgen um Ausweitung der EU-Schuldenkrise

Dieser Inhalt wurde am 28. April 2010 - 12:10 publiziert

FRANKFURT (awp international) - Der deutsche Aktienmarkt hat am Mittwoch im Sog anhaltender Sorgen über die Verschuldungskrise in der Eurozone weitere Verluste erlitten. Der Leitindex Dax fiel am Mittag um 2,13% auf 6.028,02 Punkte, nachdem er bereits tags zuvor 2,7% eingebüsst hatte Der MDax gab 3,37% auf 8.062,19 Punkte nach. Der TecDax brach um 4,51% auf 784,07 Punkte ein.
Ein positiver Grundton in der Berichtssaison konnte die Stimmung wegen der sich zuspitzenden Haushaltslage in Griechenland und Portugal nicht aufhellen. "Die Märkte sind mit voller Wucht von der Problematik in den angeschlagenen EU-Ländern getroffen worden", sagte Chefhändler Matthias Jasper von der WGZ Bank. In den vergangenen Tagen sei dies "doch etwas unterschätzt" worden. Das zu verarbeiten, dürfte nicht allzu leicht werden und könnte nun weitere Kreise ziehen. Es drohe eine Ausweitung auf die Portfolios der Versicherer und Hypothekenbanken, die ja angeblich ihre Risiken heruntergefahren haben. "Statt Aktien schlummern darin nun möglicherweise auch leidende Anleihen", warnte Jasper.
BANKEN BLEIBEN DIE GRÖSSTEN VERLIERER
Mit der sich zuspitzenden Lage in den EU-Staaten führten Finanzwerte die lange Verliererliste im Dax an: Die Aktien der Deutschen Bank verloren 3,02% auf 51,00 EUR, Commerzbank waren mit minus 5,67% auf 5,755 EUR schwächster Wert im Dax. Die Papiere der Allianz verloren 4,12% und die der Postbank notierten im MDax um 3,29% leichter.
Trotz erfreulicher Zahlen fielen die Aktien von Merck um 2,02% auf 63,02 EUR. Die Erwartungen seien abgesehen von den Erbitux-Umsätzen sehr deutlich übertroffen worden, der Ausblick liege nach einer angehobenen Prognose für das operative Ergebnis nun im Einklang mit der Markterwartung, sagten Händler.
GEWINNMITNAHMEN BEI INFINEON
Die Aktien von Infineon gaben nach der Vorlage endgültiger Zahlen und angehobenen Prognosen für 2010 überdurchschnittlich um 2,30% auf 5,139 EUR nach. Am Markt wurde nach dem jüngst starken Lauf der Anteilsscheine von Gewinnmitnahmen gesprochen, nachdem die Titel seit Anfang des Jahres um rund 40% zugelegt hatten. Gleiches belastete auch Aktien von Dialog Semiconductor im TecDax, die um 12,02% einbrachen. SAP präsentierte gemischte Zahlen, worauf die Aktien mit einem Minus von 1,75% auf 36,205 EUR reagierten.
CONTI UND HEIDELCEMENT IM PLUS
Der im MDax notierte Automobilzulieferer Continental kehrte im ersten Quartal in die Gewinnzone zurück, was Anleger anfangs noch mit Käufen honorierten. Im Sog des Gesamtmarkts fielen die Titel aber bis zum Mittag um 3,00% auf 41,06 EUR. Ebenso erging es auch den Aktien von HeidelbergCement , die zunächst wegen einer Umschuldung zulegen konnten, mittlerweile aber auch mit 1,96% auf 45,10 EUR ins Minus abrutschten.
Vossloh reihte sich zwar in die Liste jener Unternehmen mit positiven Überraschungen ein, die Aktien konnten davon aber ebenso nicht profitieren. Sie gaben 3,46% auf 76,70 EUR ab. Auch SGL Group übertraf mit seinen Zahlen für das erste Quartal die Erwartungen, die Aktien büssten jedoch 3,60% auf 22,77 EUR ein./th/ck
--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---

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