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AKTIENFOKUS/Meyer Burger haussieren nach Ankündigung von Fusion mit 3S

Dieser Inhalt wurde am 09. Dezember 2009 - 10:40 publiziert

Zürich (awp) - Die Aktien der Meyer Burger Technology AG werden am Mittwochmorgen kräftig gekauft. Damit honorieren die Anleger die Fusionspläne von Meyer Burger und 3S, welche mittels eines Aktientausches über die Bühne gehen soll. Analysten sehen strategische Vorteile dieser Transaktion und kommentieren den geplante Zusammenschluss wohlwollend.
Bis um 10.15 Uhr steigen Meyer Burger um 5,6% auf 265,00 CHF, der bisherige Höchstkurs liegt bei 280,00 CHF. Der Gesamtmarkt, gemessen am SPI, verliert derweil 0,4%. 3S avancieren unterdessen um 16,2% auf 22,65 CHF, bei einem bisherigen Tageshöchstkurs von 24,25 CHF.
Mit der Fusion setze Meyer Burger die Expansionsphase der jüngsten Vergangenheit fort und realisiere mit einem Schlag das strategische Ziel eines kristallinen Vollanbieters, kommentiert ZKB-Analyst Richard Frei die Fusionsabsichten. Dabei weist er darauf hin, dass sich der Solarmarkt stark wandle und in Zukunft aus wenigen Vollanbietern und einigen Nischenplayern zusammensetzen werde.
Auch Vontobel-Analyst Michael Foeth äussert sich positiv zu den Fusionsplänen: "Wir sehen bei den Technologien zwar keine wesentlichen Synergien, aber die beiden Unternehmen ergänzen sich bei ihrem Produktangebot sehr gut." Meyer Burger sei bei der Wafer- und Zellenherstellung stark und 3S decke mit seinen Kapazitäten in der End-to-End-Montage von Solarzellen das Backend-Segment der Wertschöpfungskette ab, so Foeth. Ausserdem seien Synergien beim Einkauf, Vertrieb, bei der Produktion, der geografischen Präsenz und bei den Managementfähigkeiten zu erkennen.
Wohlwollend kommentiert Foeth denn auch das neue Managementteam, bestehend aus Peter Pauli (CEO), Michel Hirschi (CFO), Patrick Hofer-Noser (CTO) und Sylvère Leu (COO). Seines Erachtens seien dies "die besten Talente der beiden Unternehmen", so der Analyst.
Nach Berechnungen von Vontobel zahlt Meyer Burger einen Aufschlag von 15% für 3S gegenüber dem gestrigen Schlusskurs, also etwa 309 Mio CHF. Es sei eine reine Aktientransaktion und Meyer Burger werde sein Eigenkapital durch Ausgabe der nötigen Aktien erhöhen, so der Analyst. Den Aktionären von Meyer Burger stehe damit eine Verwässerung von etwa 35-45% bevor. Andererseits würden die gemeinsamen Erträge den Erwartungen zufolge bis 2011 30-35% über denen von Meyer Burger alleine liegen. "Die Tauschverhältnisse erscheinen also angemessen und die Transaktion ist sinnvoll", fasst Foeth zusammen.
Auch die ZKB sieht die Prämie gegenüber den Schlusskursen bei rund 15% und den Transaktionswert für die gesamte Unternehmung auf 300 Mio CHF. Die Prämie sei moderat, auch unter dem Aspekt des Synergiepotenzials und der Verdichtung der Multiples, schreibt Frei. Auf Basis KGV wirke die Fusion verdichtend.
Auf pro forma Basis haben die beiden Unternehmen im Jahr 2008 einen Umsatz von 557 Mio CHF und einen EBITDA von 99 Mio CHF erzielt. Dabei habe Meyer Burger rund 80% des Umsatzes und 85% des EBITDA beigesteuert, errechnet der ZKB-Analyst. Entsprechend werde die Fusion in Bezug auf die EBITDA-Marge leicht verwässernd wirkend, dabei sei jedoch das Synergiepotenzial von rund 20 Mio CHF pro Jahr noch nicht berücksichtigt.
Vontobel stellt nun eine Überprüfung von Rating und Kursziel des Meyer-Burger-Titels in Aussicht. Die ZKB bewertet den Titel mit "Übergewichten".
ch/ps

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