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Islamwissenschafter: Schweiz hat mit Libyen nichts falsch gemacht

Dieser Inhalt wurde am 21. Oktober 2009 - 09:46 publiziert
(Keystone-SDA)

Bern - Die Schweiz hat nach Einschätzung des Islamwissenschafters Reinhard Schulze in ihrer Libyen-Politik keine Fehler gemacht. In Libyen seien die Verhältnisse kompliziert. Für die Familie Gaddafi spiele die Ehre eine besondere Rolle, erklärte er gegenüber der "Berner Zeitung".
"Offensichtlich sind die innenpolitischen Verhältnisse in Libyen so komplex, dass gemachte Vereinbarungen nicht ohne weiteres gehalten werden können." Die Familie Gaddafi versuche, sich "über die Kategorie der Ehre" in der libyschen Gesellschaft weiter zu verankern.
"Ich habe den Eindruck, dass Gaddafi momentan nach einer Strategie sucht, mit der er rechtlich getroffene Vereinbarungen erfüllen kann, ohne dass dabei seine Ehre verletzt wird. Aber offenbar ist er nocht nicht so weit", gibt der an der Universität Bern lehrende Wissenschafter zu bedenken.
Sobald die Familie Gaddafi das Gefühl habe, dass so etwas wie eine Ehrenerklärung abgegeben worden sei, könne der Konflikt rasch gelöst werden.
In dieser komplizierten Situation habe die Schweiz nichts falsch gemacht. Sie stehe, wie andere Länder, vor dem Dilemma, wie sie mit einem politischen System umgehe, das nicht den Gepflogenheiten der internationalen Diplomatie entspreche. Die Schweiz solle die diplomatischen Verhandlungen unbedingt weiterführen, allenfalls unter Einschaltung von befreundeten Staaten.
Wer hinter der Hetze gegen die Schweiz und gegen Bundespräsident Merz auf der Internetsite hannibal.ly stehe, sei nicht klar, sagte Schulze weiter. Seiner Einschätzung nach könnten es private Leute sein, die mit dieser Aktion Gaddafi einen Gefallen tun wollten.

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