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BRÜSSEL/LUDWIGSHAFEN (awp international) - Nach dem Auftauchen einer nicht zugelassenen Sorte von Gen-Kartoffeln auf einem Feld in Schweden hat der BASF-Konzern bei der EU-Kommission Rede und Antwort gestanden. Bei einem Treffen am Mittwoch in Brüssel mussten Konzernvertreter erklären, wie es zu der Panne kommen konnte. "Wir versuchen herauszufinden, was passiert ist", sagte ein Sprecher der EU- Kommission. "Offensichtlich ist irgendwo ein Fehler gemacht worden". Die Kommission wolle sicherstellen, dass so etwas nicht noch einmal vorkomme.
Dabei gehe es auch um die Frage, ob weitere Felder verunreinigt sein könnten. An dem Treffen nahmen daher auch Vertreter aus den drei EU-Mitgliedsstaaten Deutschland, Schweden und Tschechien teil, wo die Gen-Kartoffel Amflora angebaut wird. Über Ergebnisse des Treffens wurde zunächst nichts bekannt. Die Kommission ist für die Genehmigung des Anbaus von genveränderten Pflanzen in der EU zuständig.
Der Chemiekonzern BASF hatte auf Amflora-Feldern in Nordschweden Pflanzen der noch nicht zugelassenen Genkartoffel Amadea entdeckt. Inzwischen wurden nach Konzernangaben sämtliche Amadea-Pflanzen von den Feldern entfernt. Bereits die EU-Zulassung der Amflora-Kartoffel im Frühjahr war heftig umstritten. Die Pflanze ist nicht für den Verzehr vorgesehen, sondern soll zur Stärkegewinnung für die Industrie genutzt werden.
Die Amflora-Ernte in Mecklenburg-Vorpommern will der Chemiekonzern einlagern und Proben davon nehmen, sagte eine Sprecherin der BASF- Tochter Plant Science am Mittwoch auf Anfrage. Ob die Saatkartoffeln 2011 wieder in der Region ausgepflanzt werden, stehe noch nicht fest, da die Planungen für die im Frühjahr von der EU zugelassenen Stärkekartoffeln noch nicht abgeschlossen seien.
Am Dienstag hatte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) verboten, die bei Zepkow (Müritzkreis) angebauten Kartoffeln in den Verkehr zu bringen. Backhaus hatte das mit dem Fund der Amadea-Pflanzen in Schweden begründet. Die Sorte wurde als Nachfolger für die Amflora gezüchtet, ist aber bisher nur für Feldversuche und nicht zum kommerziellen Anbau zugelassen. Das 14 Hektar grosse Feld bei Zepkow ist der bundesweit einzige kommerzielle Anbau der Amflora.
Backhaus hält nach eigenen Angaben ein Nebeneinander von genveränderten Pflanzen und konventionellem sowie Bio-Anbau für unmöglich. Er hatte Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) mehrfach aufgefordert, den Anbau genveränderter Kartoffeln zu verbieten, aber ohne Erfolg. Das Ministerium in Schwerin will jetzt noch einmal die Lieferlisten und -wege überprüfen, um auszuschliessen, dass Amadea-Knollen auf das Feld bei Zepkow gelangt sind.
Die BASF-Sprecherin betonte erneut, in Zepkow sei - anders als in Schweden - keine Vermischung der beiden Stärkekartoffeln auf dem Feld festgestellt worden. Das hatte auch Backhaus anhand der Ergebnisse der Kontrolleure des Landes eingeräumt. In Schweden hatten Kontrolleure der BASF die Sorte Amadea an der weissen Blütenfarbe erkannt, Amflora-Pflanzen blühen violett.
Die Umweltschutzorganisation Greenpeace verlangte erneut eine Untersuchung aller in Zepkow geernten Kartoffeln. "Es reicht nicht, nur Stichproben zu nehmen", sagte Gentechnikexpertin Stephanie Töwe der dpa. Auf dem Zepkower Feld hatte am Mittwoch die maschinelle Ernte noch immer nicht begonnen - trotz des symbolischen Erntestarts am 31. August mit Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP)./mt/mcs/ww jes/DP/he

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