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BP hofft bei Ölpest auf entscheidenden Fortschritt am Wochenende

Dieser Inhalt wurde am 13. Mai 2010 - 14:12 publiziert

NEW ORLEANS/WASHINGTON (awp international) - Im Kampf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko hofft der Konzern BP auf einen entscheidenden Fortschritt am Wochenende. Bis dahin soll ein Stahlzylinder betriebsbereit sein, der ins Wasser abgesenkt wurde, wie BP-Manager Doug Suttles am Mittwoch vor Journalisten sagte. Der Behälter soll über dem Hauptleck in 1500 Meter installiert werden und einen grossen Teil des Öls auffangen, das seit nunmehr drei Wochen ins Meer sprudelt. Im besten Fall könnten mit Hilfe der Vorrichtung bis zu 85 Prozent des austretenden Öls aufgesagt und auf ein Schiff geleitet werden.
BP-Experten bereiten ausserdem eine Aktion zum Verstopfen der Quelle mit Gummi- und Holzgeschossen vor. Die Arbeiten daran kämen gut voran, sagte Suttles. Die als "Junk Shot" (Müll-Beschuss) bezeichnete Methode werde aber frühestens in der zweiten Hälfte der kommenden Woche zum Einsatz kommen. Dabei würde das fehlerhafte Sicherheitsventil - der sogenannte "Blowout Preventer", der im Falle einer Havarie das Bohrloch eigentlich abschotten soll - verstopft werden. Auch über die Installation eines zweiten "Blowout Preventers" oberhalb des defekten Geräts werde nachgedacht.
Die Bohrinsel "Deepwater Horizon" war vor drei Wochen nach einer Explosion gesunken. Seitdem fliessen täglich etwa 700 Tonnen Rohöl aus zwei Lecks ins Meer.
Sowohl im Washingtoner Kongress und als auch vor Ort sind Untersuchungen über die Unglücksursache und die Verantwortlichen im Gange. Nach Angaben eines demokratischen Abgeordneten, Henry Waxman, teilte ein hochrangiger BP-Vertreter Mitgliedern des Repräsentantenhauses mit, dass ein wichtiger Bohrloch-Drucktest am Morgen der Explosion am 20. April "unbefriedigend" ausfiel. Demnach wurde in verschiedenen Rohrabschnitten ungleichmässiger Druck-Aufbau gemessen - ein möglicher Hinweis auf Gaszufluss ins Bohrloch, wie es am Mittwoch in Medienberichten hiess. Eine plötzliche Gaswelle gilt als Auslöser der Explosion.
Die US-Regierung will unterdessen eine bessere finanzielle Vorsorge für den Fall künftiger Ölunfälle sicherstellen. Sie brachte dazu am Mittwoch ein Gesetzesbündel im Kongress ein. Es sieht unter anderem die Aufstockung eines von der Ölindustrie durch Steuer-Auflagen gespeisten Treuhänder-Fonds von einer Milliarde Dollar auf 1,5 Milliarden vor. Aus diesem Topf werden beispielsweise Hilfsmassnahmen der Regierung im Kampf gegen Ölverschmutzungen finanziert./ch/DP/stw

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