Navigation

CH/Bundesrat gibt 4,5 Millionen Schweinegrippe-Impfdosen ins Ausland ab

Dieser Inhalt wurde am 17. Dezember 2009 - 16:50 publiziert

Bern (awp/sda) - 4,5 der insgesamt 13,5 Mio Impfdosen, welche die Schweiz gegen die Schweinegrippe eingekauft hat, sollen ins Ausland weitergegeben werden. Der Bundesrat entschied, einen Teil via WHO an Entwicklungsländer zu spenden. Gleichentags gab das BAG den neunten Todesfall in der Schweiz bekannt.
Mit der Spende an die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beauftragt ist das Bundesamt für Gesundheit (BAG). Wie angekündigt beteiligt sich die Schweiz damit an einer Initiative des US-Präsidenten Barack Obama. Diese sieht vor, dass mindestens ein Zehntel des von 13 Geberländern gekauften Impfstoffs parallel an Entwicklungsländer ausgeliefert wird.
Ein weiterer Teil der 4,5 Impfdosen soll an Länder verkauft werden, die momentan auf der Suche nach Impfstoff sind. Dies teilte Virginie Masserey, Leiterin Sektion Impfungen beim BAG, am Donnerstag mit. Die Verhandlungen seien noch im Gang.
Wie das BAG betonte, könne die Schweiz auf diese 4,5 Mio Impfdosen gut verzichten. Für die hiesige Bevölkerung stünden trotzdem noch genügend Impfstoff zur Verfügung, um einer eventuellen zweiten Grippewelle zu begegnen.
Bisher hätten sich je nach Kanton 15 bis 30% der Bevölkerung impfen lassen, sagte Masserey. Im internationalen Vergleich liege die Schweiz damit im Durchschnitt. Die verbleibenden kantonalen Impfzentren würden in den nächsten Tagen geschlossen. In Arztpraxen und Spitälern seien Impfungen aber weiterhin möglich.
Die erste Welle der Schweinegrippe in der Schweiz forderte inzwischen das neunte Todesopfer. Die Person aus dem Kanton Baselland sei wie die bisherigen Opfer bereits älter gewesen und habe einer Risikogruppe angehört, sagte Masserey.
Insgesamt scheine die aktuelle Epidemie aber ihren Höhepunkt mittlerweile erreicht zu haben, betonte Patrick Mathys, Leiter der Sektion Pandemievorbereitung. Erstmals seit Beginn der Überwachung mit dem Meldesystem Sentinella seien die Arztkonsultationen in der vergangenen Woche in allen Regionen zurückgegangen.
Abgenommen haben die Verdachtsfälle in praktisch allen Altersklassen. Lediglich bei den 30- bis 64-Jährigen nehmen die Fälle noch immer zu.
Seit Beginn der Sentinella-Überwachung suchten rund 200'000 Personen mit Grippesymptomen den Arzt auf, 345 mussten ins Spital. 66 Patienten brauchten Intensivpflege. Die Zahl der bestätigten Fälle von Schweinegrippe liegt aktuell bei 11'221.
Auch wenn der Höhepunkt wahrscheinlich erreicht sei, sei die Epidemie noch nicht vorbei, betonte Masserey. Eine Impfung sei nach wie vor empfehlenswert. Ebenso sollten auch die gängigen Hygienemassnahmen weiter eingehalten werden.
Die meisten Länder Westeuropas befinden sich entweder auf dem Höhepunkt der Grippewelle oder haben diesen bereits hinter sich. Lediglich Frankreich meldet weiter steigende Zahlen. Dennoch bleibt die Grippeaktivität in Europa laut Mathys hoch. Auf dem Vormarsch ist die Schweinegrippe zudem in Zentral- und Südosteuropa.
In den meisten tropischen Ländern schwächt sich die Grippeaktivität hingegen ab. Auch die USA und Kanada dürften das Gröbste hinter sich haben. Die WHO warnte am Donnerstag allerdings vor einer möglichen zweiten Welle in diesem Winter oder im Frühling. Seit April sind weltweit 9596 Menschen an der Schweinegrippe gestorben.
ch

Diesen Artikel teilen

Passwort ändern

Soll das Profil wirklich gelöscht werden?