Emil schämt sich für Einbürgerungsprozess

(Keystone-SDA) Der Kabarettist Emil Steinberger hat sich bei einer Vorführung des Films «Schweizermacher» in New York trotz des Lachens der Gäste für den Schweizer Einbürgerungsprozess «in Grund und Boden» geschämt. Und der Prozess sei seither noch verschärft worden.
Der Film sei nach 46 Jahren noch aktuell, sagte der gerade vom Zurich Film Festival für sein Lebenswerk geehrte Künstler in einem Interview mit dem «Blick». Das habe ihm kürzlich ein deutsches Paar bestätigt.
Wie es sein könne, dass eine Gemeinde die Staatsbürgerschaft verweigert und die gleiche Person einige hundert Meter in einem anderen Kanton eingebürgert wird, fragte sich Steinberger. Allein das sei aus seiner Sicht nicht richtig. Kantönligeist und Föderalismus seien in einer Zeit, in der die Gemeinden schauen müssten, finanziell über die Runden zu kommen, nicht mehr überall angebracht.
In Bezug auf den Film «Typisch Emil» sagte er, dass seine Familie seine Kunst ignoriert habe. Für seine Angehörigen seien seine Auftritte «Dummheiten» gewesen, Er habe oft weinen müssen, hege aber keinen Groll, sagte der 91-Jährige in dem mit seiner Frau Niccel Steinberger gemeinsam genutzten Atelier in Basel. Der Film von Phil Meyer hat am Filmfestival Zürich Weltpremiere.