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FAO/Brasilianer künftig an der Spitze der UN-Organisation in Rom

ROM (awp international) - Der brasilianische Agrar- und Sozialwissenschaftler José Graziano da Silva (61) leitet künftig die in Rom ansässige UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO). In einer geheimen Abstimmung wählte die 37. FAO-Konferenz am Sonntag den bisherigen Vizedirektor zum Nachfolger des nach 18 Jahren aus dem Amt scheidenden Senegalesen Jacques Diouf. Das teilte die FAO mit.
Der Brasilianer, der seit dem Jahr 2006 auch Regionalvertreter der Organisation für Lateinamerika und die Karibik ist, galt als der Favorit unter den sechs Kandidaten für den Chefposten. Er wird vor der schwierigen Aufgabe stehen, in Jahren der Ernährungskrise wirksamer den weltweiten Hunger zu bekämpfen. Zu den aussichtsreichen Mitbewerbern zählten der ehemalige spanische Aussenminister Miguel Angel Moratinos (60) sowie der frühere österreichische Agrarminister und einstige EU-Kommissar für Landwirtschaft, Franz Fischler (64).
Der Brasilianer setzte sich in der Stichwahl mit 92 zu 88 Stimmen knapp gegen den Spanier durch. 180 FAO-Mitgliedsstaaten stimmten ab. Die übrigen Kandidaten stammten aus Indonesien, dem Irak und dem Iran.
Da Silva übernimmt den FAO-Führungsposten erst am 1. Januar 2012. Da Silva hatte bei seiner Vorstellung das Problem ins Zentrum gerückt, dass nahezu eine Milliarde Menschen weltweit hungern, die verbesserten Produktionstechnologien auf den Feldern gleichzeitig aber die natürlichen Grundlagen des Planeten angreifen. Fischler war dafür eingetreten, dass die UN-Organisation eine aktivere Rolle im Kampf gegen Preisspekulationen bei Nahrungsmitteln spielen solle.
Jacques Diouf war 1993 im Alter von 55 Jahren überraschend zum Nachfolger des libanesischen Agrarexperten Edouard Saouma an die Spitze der Mammutbehörde gewählt worden. 1994 hatte er sein sechsjähriges Mandat angetreten und war zweimal wiedergewählt worden.
Wie die FAO mitteilte, ist die Amtszeit des künftigen Direktors nach einer Reform künftig auf vier Jahre begrenzt. Es ist danach auch nur eine Wiederwahl mögliche. Ziele der FAO sind der weltweite Kampf gegen Hunger und die Verbesserung der Produktion und der Verteilung landwirtschaftlicher Güter gerade auch in Zeiten des Klimawandels./ka/DP/he

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