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PARIS (awp international) - Die 87 Jahre alte Erbin des französischen Kosmetikimperiums L'Oreal geht im Familienstreit um ihre angebliche Unzurechnungsfähigkeit weiter in die Offensive. Die ansonsten äusserst öffentlichkeitsscheue Liliane Bettencourt gab jetzt sogar ein Fernsehinterview, um die Zweifel an ihrem Geisteszustand zu zerstreuen. In dem am Freitagabend ausgestrahlten Gespräch wirkte die reichste Frau Europas mit einem geschätzten Vermögen von 17 Milliarden Euro altersschwach, aber geistig durchaus klar.
Deutlich antwortete die alte Dame auf Fragen zum Streit mit ihrer Tochter, die ihr vorwirft, nicht mehr ganz klar im Kopf zu sein und dem Fotografen François-Marie Banier Geschenke im Wert von hunderten Millionen Euro gemacht zu haben. Auch bei anderen Themen wirkte die 87-Jährige in Strickjacke, weisser Hose und Turnschuhen nicht verwirrt - auch wenn sie oft ausweichend antwortete.
Auf die Frage, ob sie von dem Fotografen Banier unter Druck gesetzt wurde, antwortete sie mit einem klaren "Nein". Sie könne sehr gut verstehen, dass ihre Tochter auf ihn eifersüchtig sei. Auch sie sei auf die Frauen rund um ihren Vater eifersüchtig gewesen, erklärte Bettencourt. "Die Eifersucht ist kein bösartiges Gefühl (...) Es ist das Herz."
Als "schockierend" bezeichnete sie es, dass ein Hausangestellter sie zuletzt über Monate hinweg mit Hilfe eines Diktiergeräts abhörte. Die Aufzeichnungen, die auch auf zwielichtige Finanzgeschäfte und Justizkungeleien schliessen liessen, liess er der Tochter zukommen.
Die Tochter, Françoise Bettencourt, hat einen Prozess gegen den Fotografen Banier angestrengt, nachdem sie damit gescheitert war, ihre Mutter entmündigen zu lassen. Dem 63-Jährigen wirft sie vor, die angebliche Senilität ihrer Mutter jahrelang hemmungslos ausgenutzt haben.
Die Journalistin Claire Chazal, die das Interview mit Bettencourt auf deren Landsitz in der Bretagne führte, bezeichnete die alte Frau im Anschluss als schwerhörig, aber als sehr intelligent und klar im Kopf. Liliane Bettencourt habe ihre Version der Geschichte erzählen wollen, sagte Chazal. Bei dem Gespräch sollen weder Anwälte noch Berater der L'Oréal-Erbin dabei gewesen sein./aha/DP/ck

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