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FRANKFURT (awp international) - Um eine satte Dollar-Milliarde streiten zwei Nachfolgegesellschaften der US-Pleitebank Lehman Brothers vor dem Frankfurter Landgericht. Diese Summe von rund 800 Millionen Euro verlangt der Insolvenzverwalter der britischen "Lehman Brothers International Europe" vom Verwalter der deutschen Tochter "Lehman Brothers Bankhaus", wie das Gericht am Montag bestätigte.
Das Geld ist nach Ansicht der Briten nur treuhänderisch von der deutschen Tochter verwaltet worden und gehöre daher nicht in die deutsche Insolvenzmasse. Deren Verwalter Michael Frege sieht die Sache umgekehrt.
Die Verhandlung ist einem Gerichtssprecher zufolge öffentlich. Ein Vertreter des Bankhaus-Insolvenzverwalters machte allerdings geltend, dass das Insolvenzverfahren selbst nicht öffentlich sei. Daraus könnten sich prozessuale Schwierigkeiten ergeben. Mit einer Entscheidung wird nach der geplanten mündlichen Anhörung am Dienstag aber nicht gerechnet.
Opfer der Lehman-Pleite wollen nach eigener Ankündigung den Prozess mit einer Mahnwache begleiten. Sie gehören aber nicht zu den Gläubigern des Lehman Brothers Bankhauses, das nahezu ausschliesslich institutionelle Anleger hatte. Diese wurden aus der Einlagensicherung des Privatbankenverbandes entschädigt.
Die Pleite der US-Investmentbank im September 2008 löste schwere Schockwellen in der globalen Wirtschaft aus. Zahlreiche Privatanleger hatten Lehman-Zertifikate bei ihren Hausbanken oder Sparkassen gekauft. Diese Papiere - herausgegeben von einer Lehman-Tochter in den Niederlanden - wurden nahezu wertlos. In der Folge wurden zahlreiche Prozesse geführt und Vergleiche geschlossen./ceb/DP/ang

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