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Sanofi-Aventis und Genzyme streiten über Gebotshöhe

Dieser Inhalt wurde am 08. Oktober 2010 - 11:43 publiziert

PARIS (awp international) - Der französische Pharmakonzern Sanofi-Aventis wehrt sich gegen die Behauptung, er wolle für den Kauf des Biotech-Spezialisten Genzyme tiefer in die Tasche greifen. "Wir haben keine Preisspanne angeboten, und Genzyme weigert sich weiterhin, mit uns über die Bewertung des Unternehmens zu sprechen", sagte ein Sanofi-Sprecher am Freitag. Das US-Unternehmen Genzyme hatte zuvor behauptet, dass Sanofi-Chef Christopher Viehbacher bereits im September ein Gebot von 80 US-Dollar je Aktie in Aussicht gestellt habe. Derzeit bieten die Franzosen lediglich 69 Dollar.
Erst am Montag war Sanofi-Aventis mit einem feindlichen Übernahmeversuch in die Offensive gegangen. Die offizielle Offerte für das Biotech-Unternehmen entspricht genau dem Preis, den die Genzyme-Führung bereits vor Wochen abgelehnt hatte. "Wir sind überzeugt, dass unser Angebot für die Aktionäre unwiderstehlich ist", hatte Sanofi-Chef Viehbacher gesagt. Eine spätere Erhöhung schloss er allerdings nicht aus.
Das Angebot bewertet das US-Unternehmen mit insgesamt 18,5 Milliarden Dollar (rund 13,3 Mrd Euro). Die Aktionäre haben bis 10. Dezember Zeit, die Offerte anzunehmen. Das Gebot liegt 31 Prozent über dem Genzyme-Aktienkurs vom 22. Juli, einen Tag bevor erste Spekulationen über die geplante Übernahme an die Öffentlichkeit gedrungen waren.
Viehbacher beteuerte, mit dem Verwaltungsrat von Genzyme zu einer einvernehmlichen Lösung kommen zu wollen. Allerdings verweigere sich die Führungsspitze des US-Unternehmens aufschlussreichen Gesprächen.
Sanofi setzt deshalb auf die Grossaktionäre. Die Franzosen haben nach eigener Darstellung bereits mit Anteilseignern gesprochen, die zusammen über mehr als die Hälfte der Genzyme-Aktien verfügen.
Genzyme wäre seit dem Kauf von Aventis die grösste Übernahme für Sanofi. Zu den am meisten verkauften Produkten von Genzyme zählt ein Medikament gegen eine seltene genetische Krankheit, bei dem das Risiko eines Nachahmermedikaments relativ gering ist. Das Unternehmen hat mehr als 12.000 Mitarbeiter./RX/stw/stb/wiz

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