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Schon früher Datenleck bei Finanzdienstleister AWD

Dieser Inhalt wurde am 19. Oktober 2009 - 06:50 publiziert

HANNOVER (awp international) - Der Finanzdienstleister AWD hat - wie andere Grossunternehmen - schon länger mit Datendiebstahl zu kämpfen. Neben der am Freitag bekannt gewordenen Entwendung von 27.000 Datensätzen wurden Listen mit Kontoständen und Umsätzen aus den Jahren 2003 und 2004 über eine anonyme AWD-kritische Internetseite verbreitet. Abrechnungen von knapp 1.500 Handelsvertretern seien so an die Öffentlichkeit gelangt, sagte AWD-Sprecher Stefan Suska am Samstag in Hannover und bestätigte damit einen Bericht der Zeitung "Neue Westfälische" (Bielefeld). Schon im Sommer 2007 sei Anzeige erstattet worden, die Staatsanwaltschaft Hannover habe aber die Ermittlungen aber wegen mangelnder Erfolgsaussichten eingestellt.
Die betroffenen Büros seien damals über das Datenleck informiert worden. "Der Vorgang zeigt, dass ein wirksamer Schutz von Daten seine Grenzen in der kriminellen Energie von Menschen findet", sagte Suska. Die Internetseite werde über einen Server in den USA betrieben und nur durch Ermittlungen dort könnten Hinweise auf den Täter erlangt werden. AWD gelang es nach eigenen Angaben zumindest teilweise, dass Suchmaschinen-Anbieter die entsprechenden Seiten aus den Suchanzeigen genommen hätten.
NDR INFO BEKAM AWD-DATEN ZUGESPIELT
Am Freitag hatte der Hörfunksender NDR Info gemeldet, ihm seien insgesamt 27.000 Datensätze von AWD-Kunden zugespielt worden. Diese enthielten Kundennummer, Adresse, Telefonnummer, Berufsbezeichnung, Geburtstag und die Vertragsabschlüsse der einzelnen Kunden. Daraus sei unter anderem ersichtlich, welche Kunden eine Lebensversicherung abgeschlossen und wie viel Geld sie angelegt haben.
In den vergangenen Monaten hatten Datenpannen schon häufig für Aufsehen gesorgt. So waren bei der Deutschen Telekom im vergangenen Jahr 17 Millionen Handy-Nummern und Kundendaten in falsche Hände gelangt. Auf dem Schwarzmarkt sind Bankverbindungen von mehreren Millionen Bundesbürgern illegal im Umlauf. Der "Wirtschaftswoche" wurden Ende 2008 die Daten zum Preis von knapp zwölf Millionen Euro angeboten.
Suska betonte am Sonntag, nach neusten Erkenntnissen seien von dem Diebstahl der Daten keine Kunden betroffen, die nach 2001 Verträge über AWD abgeschlossen hätten. Zunächst hatte der Finanzdienstleister das Jahr 2002 genannt. In den gestohlenen Daten befinden sich den Angaben zufolge keine Bankverbindungen. AWD hatte bereits am Mittwoch Anzeige gegen Unbekannt gestellt./let/DP/ck

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