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TAGESÜBERBLICK WIRTSCHAFT

Dieser Inhalt wurde am 08. Dezember 2009 - 18:10 publiziert

Bern (awp/sda) - Dienstag, 8. Dezember
OC OERLIKON WILL SICH SANIEREN: Die Industriegruppe OC Oerlikon entwirft einen Rettungsplan und schockt damit die Anleger: So sollen Kreditschulden in Beteiligungen umgewandelt werden, wie der hochverschuldete Konzern den Gläubigerbanken vorschlägt. Im ersten Halbjahr 2010 soll eine Kapitalerhöhung folgen. Davor soll das Aktienkapital "substantiell" herabgesetzt werden, teilte OC Oerlikon mit. Um dem angeschlagenen Konzern zu helfen, sollen überdies Zinsen gesenkt und Kreditschulden gestundet werden, lauten die Vorstellungen der Konzernleitung. Einverstanden mit den Plänen ist die Hauptaktionärin Renova des russischen Financiers Viktor Vekselberg. Der Druck ist gross: Oerlikon hat eine 2,5 Mrd.-Kreditlinie zum grossen Teil ausgeschöpft und muss gemäss den aktuellen Verträgen bis Ende März 600 Mio. Fr. Schulden zurückzahlen. Die Oerlikon-Aktie sackte dramatisch ab, nachdem der Sanierungsplan ungewöhnlicherweise während des Börsenhandels veröffentlich worden war. Bei Börsenschluss kostete die Aktie noch 41.56 Franken, das sind 27,1 Prozent weniger als am Vortag.
WEKO BÜSST ELMEX-FIRMEN: Die Wettbewerbskommission (WEKO) büsst den Hersteller der Zahnpasta Elmex, die zum Colgate-Palmolive-Konzern gehörende Gaba International. Grund ist deren langjähriges Verbot von Parallelimporten der billigeren Elmex aus Österreich. Die Busse für die in Therwil BL ansässige Gaba beträgt 4,8 Mio. Franken, wie die WEKO mitteilte. Das Unternehmen hatte laut der Behörde ihrem österreichischen Lizenznehmer Gebro Pharma ein Exportverbot auferlegt. Diese von 1982 bis September 2006 gültige Auflage sei ein unzulässiges Verbot für Parallelimporte in die Schweiz gewesen, eine so genannte Vertikalabrede, schreibt die WEKO. Gebro wird mit einem symbolischen Betrag von 10'000 Fr. gebüsst, weil sie selber keinen Nutzen aus der Verhinderung der Parallelimporte zog. Gaba und Gebro haben ihren Vertrag im September 2006 geändert und das Exportverbot aufgehoben. "Hoch erfreut" zeigte sich Denner-Chef Philippe Gaydoul. Die WEKO habe sich klar gegen die Hochpreisinsel Schweiz ausgesprochen.
FEINTOOL MIT GROSSEM VERLUST: Nach dem Rekord im Vorjahr hat die Krise der Autoindustrie der Lysser Feintool-Gruppe den schlimmsten Absturz der Geschichte beschert. Unter dem Strich musste das Industrieunternehmen im Geschäftsjahr 2008/09 einen Verlust von 67,5 Mio. Fr. hinnehmen. Im Vorjahr hatte Feintool noch einen Gewinn von 20,1 Mio. Fr. erzielt. Auch operativ rutschte das Unternehmen in die roten Zahlen: Der Betriebsverlust (EBIT) betrug 58,7 Mio. Franken. Vor einem Jahr hatte die in der Feinschneide- und Umformtechnologie tätige Gruppe noch einen Betriebsgewinn von 33,9 Mio. Fr. erwirtschaftet. Der Feintool-Umsatz sackte um 35 Prozent auf 370 Mio. Fr. ab. Die schwierige Lage auf den internationalen Automobilmärkten habe sich unmittelbar in den Zahlen niedergeschlagen, sagte Feintool-Verwaltungsratspräsident Alexander von Witzleben.
SCHAFFNER MIT VERLUST: Die Solothurner Industriegruppe Schaffner schliesst ihr Geschäftsjahr 2008/09 (per 30. September) mit einem Verlust von fast 11 Mio. Fr. ab. Der Umsatz lag mit 133,4 Mio. Fr. um 26,9 Prozent tiefer. Bereinigt um Währungseinflüsse betrug der Rückgang 24,0 Prozent. Der Auftragsbestand sackte von 188,5 auf 132,5 Mio. Fr. in die Tiefe. Das operative Jahresergebnis (EBIT) vor Restrukturierungskosten betrug -4,5 Mio. Franken. Unter Berücksichtigung der Einmalkosten von 4,7 Mio. Fr. für die Strukturanpassungen resultierte ein EBIT von -9,2 Mio. Franken. Das Nettoergebnis sackte auf -10,9 Mio. Fr. ab, nachdem Schaffner im Vorjahr noch ein Plus von 9,4 Mio. Fr. erwirtschaftet hatte. Daniel Hirschi soll neuer Verwaltungsratspräsident werden und den nicht mehr kandidierenden Leo Steiner ersetzen, wie Schaffner weiter mitteilte.
GUTE AUSSICHTEN FÜR ARBEITSMARKT: Auf dem Arbeitsmarkt scheint die Krise bereits vorüber zu sein: Der Manpower-Arbeitsmarktbarometer weist für Anfang 2010 wieder auf eine Zunahme der Personalbestände hin. Im Vergleich zu den Boom-Jahren bewegt sich der Arbeitsmarkt aber noch auf tiefem Niveau. Das Barometer des Temporärstellenvermittlers basiert auf einer vier Mal jährlich durchgeführten Umfrage und bildet ab, wie viele Arbeitgeber eher mit eine Zunahme des Personalbestands rechnen und wie viele von einer Abnahme ausgehen. Fürs erste Quartal 2010 ist der Anteil der positiv eingestellten Arbeitgeber rund 1 Prozent höher als jener der Pessimisten. Damit ist der dieses Jahr vorherrschende Negativtrend gebrochen: Noch für das laufende Quartal war der Anteil jener Arbeitgeber, die von sinkenden Personalzahlen ausging, drei Prozent tiefer als jener der Unternehmen, die Einstellungen von Personal ins Auge fassten.
EMS ERHOLT SICH: Das Chemieunternehmen EMS profitiert von den Staatshilfen für die Autoindustrie. Der Zulieferer rechnet für 2009 nicht mehr mit einem deutlichen, sondern nur noch mit einem leichten Rückgang des Betriebsgewinnes (EBIT). Der Personalbestand nahm wieder zu. Aufgrund des äusserst schlechten ersten Halbjahres werde der Gesamtumsatz 2009 aber um rund 20 Prozent unter demjenigen des Vorjahres bleiben, kündigte die EMS-Gruppe an. 2008 hatte das Unternehmen 1,504 Mrd. Fr. Umsatz sowie ein Betriebsergebnis von 220 Mio. Fr. ausgewiesen. Im dritten Quartal 2009 verzeichnete EMS eine deutliche Erholung von Umsatz und Betriebsergebnis. Die staatlichen Anreize für die Automobilindustrie wirkten sich weiter positiv aus.
BASLER ÖKONOMEN OPTIMISTISCHER: Die Konjunkturforscher von BAKBASEL korrigieren ihre Prognosen für die Schweizer Wirtschaft leicht nach oben. Die Rezession sei vorbei, die Erholung verlaufe aber im Vergleich zum verzeichneten Abschwung vorerst bescheiden. Für das Jahr 2010 erwartet BAKBASEL laut der Mitteilung ein Wachstum des Schweizer Bruttoinlandproduktes (BIP) von 0,7 Prozent. Im September hatte die Prognose noch auf ein Plus von 0,5 Prozent gelautet. Für 2009 korrigierte BAKBASEL die Prognose von -1,9 auf -1,7 Prozent. Die Aufwärtsdynamik werde sich im ersten Halbjahr 2010 vorübergehend wieder abschwächen.
MEHR LOHN BEI UBS: Die UBS zahlt ihren Angestellten in der Schweiz im kommenden Jahr mehr Lohn. Die Lohnsumme für die Mitarbeitenden bis und mit mittleres Kader wird um 1,2 Prozent erhöht, wie die Grossbank nach Verhandlungen mit der Personalvertreteung mitteilte. Die Lohnerhöhung gilt ab 1. März und erfolgt auf individueller Basis entsprechend den Arbeitsleistungen und der Funktion der Mitarbeiter. Den Mitarbeitenden im unteren Salärbereich wird bei guter Leistung generell eine Lohnerhöhung von mindestens 1200 Franken zugesichert.
NEUER FENACO-CHEF: Die Agrar- und Nahrungsmittelgruppe Fenaco hat Martin Keller zum künftigen Chef berufen. Er soll per 1. Juli 2012 Willy Gehriger als Vorsitzenden der Geschäftsleitung ablösen. Zuvor übernimmt Keller per 1. August 2010 die Departementsleitung Landesprodukte, wie die Fenaco mitteilte. Keller wurde in Langenthal geboren, im Januar wird er 40 Jahre alt. Der ETH-Agronom war Leiter der Branchenorganisation Swisspatat, seit 2002 ist er für die deutsche Saatgutfirma KWS tätig.
OBAMA WILL JOBS SCHAFFEN: US-Präsident Barack Obama hat ein neues Massnahmenpaket zum Kampf gegen die Arbeitslosigkeit vorgestellt. Der schwache Arbeitsmarkt soll durch Beschäftigungsanreize für Kleinunternehmen, Infrastrukturprogramme und steuerliche Begünstigungen für die ökologische Sanierung von Häusern belebt werden. Dies kündigte Obama in einer Rede in Washington an. Der Präsident gab zudem bekannt, dass der staatliche Bankenrettungsplan (TARP) etwa 200 Mrd. Dollar weniger kostete als zunächst erwartet. Die nicht abgerufenen Mittel sollten zur Schuldentilgung und zur Schaffung neuer Jobs genutzt werden.
LANGWIERIGE SANIERUNG: Die Sanierung des angeschlagenen Staatskonzerns Dubai World wird nach Einschätzung der Regierung des Emirats länger als ein halbes Jahr dauern. In den kommenden sechs Monaten werde man sich auf die Schuldenlage Unternehmens konzentrieren, sagte der Finanzchef des Emirats, Abdulrahman al-Saleh, dem Sender Al-Arabia. Der Konzern habe aber genug Mittel, um seinen Verpflichtungen nachzukommen. Die Regierung werde den Konzern "als Eigentümer" unterstützen. Details nannte Al-Saleh nicht. Dubai World verhandelt mit betroffenen Banken über einen neuen Termin zur Begleichung der Schulden über 3,5 Mrd. Dollar, die eigentlich am 14. Dezember fällig wären.

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