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TAGESÜBERBLICK WIRTSCHAFT

Dieser Inhalt wurde am 11. Mai 2010 - 17:25 publiziert

Bern (awp/sda) - Dienstag, 11. Mai
STIMMUNGSHOCH: Die Wirtschaftskrise scheint überwunden: Die Stimmung der Konsumenten in der Schweiz hat sich weiter verbessert, wie eine Umfrage des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) zeigt. Die Angst, den Job zu verlieren, hat abgenommen. Der vom SECO berechnete Index zur Beurteilung der Konsumentenstimmung erreichte im April den Stand von 14 Punkten. Vor drei Monate hatte der Index noch bei -7 Punkten gelegen. Die befragten Haushalte erwarten für die kommenden zwölf Monate einen deutlich geringeren Anstieg der Arbeitslosigkeit als bisher. Auch die Sicherheit des eigenen Jobs wird positiver beurteilt als im Januar. Die Konsumenten sehen eine Verbesserung der allgemeinen Wirtschaftslage. Nach wie vor skeptisch beurteilen die Befragten allerdings ihre eigene finanzielle Lage sowie ihre Möglichkeit zu sparen.
VERLUST: Die aus der ÖKK Basel hervorgegangene Krankenkasse Sympany ist 2009 trotz Kundenzulauf in die roten Zahlen gerutscht. Den Jahresverlust von 28,3 Mio. Franken begründet das Unternehmen mit der Teuerung und zu tiefen Grundversicherungs-Prämien. Das Bruttoprämienvolumen im vergangenen Jahr wird auf 894 Mio. Fr. beziffert. Dies bedeute einen Sprung um 14 Prozent, der auch mit der Übernahme der Kasse Xundheit zu erklären sei. Die Versicherungsleistungen seien insgesamt um 15 Prozent auf 812 Mio. Fr. gestiegen. Die Anzahl der Privatkunden wuchs per Jahresbeginn 2010 um 17,7 Prozent auf 231'114 Personen. Klammert man die Xundheit-Übernahme aus, hätten netto über 10'000 Kunden neu zur Sympany gewechselt, was etwa fünf Prozent Wachstum entspricht. Firmenkunden seien gar ein Drittel mehr verzeichnet worden; nun sind es 9991.
RÜCKGANG: Dem Liechtensteiner Bautechnologie-Konzern Hilti macht der starke Schweizer Franken zu schaffen. Der Umsatz in den ersten vier Monaten 2010 stabilisierte sich praktisch auf dem Stand der Vorjahresperiode. 1,246 Mrd. Fr. setzte der Konzern im ersten Trimester um, was einem minimen Rückgang von 0,2 Prozent gegenüber den ersten vier Monaten des Vorjahres entspricht. In Lokalwährungen wuchs der Umsatz um 1,7 Prozent. Mit 6,3 Prozent am stärksten fiel die Umsatzeinbusse in Nordamerika aus. Als Grund führt Hilti die reduzierten Bauaktivitäten im kommerzielen Sektor in den USA an, der für die Unternehmung besonders wichtig ist.
EINBUSSE: Das Zürcher Pharmaunternehmen Nycomed hat im ersten Quartal eine Umsatzeinbusse von 7,6 Prozent auf 776,4 Mio. Euro hinnehmen müssen. Das starke Wachstum bei den Hauptprodukten habe die Einbussen wegen des abgelaufenen Patents auf Pantoprazol nicht wettmachen können. Gelitten unter dem Wegfall des Exklusivverkaufsrechts auf das Magen-Medikament Pantoprazol hat auch das Ergebnis: Der Vorsteuergewinn (EBIT) fiel im Vergleich zum Vorjahr um über 68 Prozent auf 41,6 Mio. Euro.
AUSBAU: Die Swisscom baut ihr IT-Servicegeschäft aus. Sie übernimmt drei Informatikdienstleistungsfirmen mit insgesamt 140 Angestellten. Diese drei Firmen werden mit rund 360 Mitarbeitenden von Swisscom IT Services zu einer eigenständigen Tochtergesellschaft zusammengelegt. Die neue Tochtergesellschaft solle den Namen Swisscom Workplace Services erhalten. Das neue Unternehmen werde mit insgesamt 500 Mitarbeitenden einen Jahresumsatz von rund 180 Mio. Fr. erzielen. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden.
ZUKAUF: Der Reisekonzern Hotelplan hat die auf Skiferien spezialisierte englische Firma Enigma Travel gekauft. Das Unternehmen erzielte einen Jahresumsatz von rund 85 Mio. Fr. und beschäftigt im Winter bis zu 600 Personen. Enigma Travel wird in die britische Hotelplan-Tochter integriert, die damit zu einem der stärksten Ski- und Wanderferienspezialistin in Grossbritannien wird.
UMSATZPLUS: Deutschlands zweitgrösste Billig-Supermarktkette Lidl hat erstmals in der Unternehmengeschichte ihre Geschäftszahlen veröffentlicht. Der Discounter konnte im Geschäftsjahr 2008/2009 seinen Umsatz um rund ein Zehntel (10,7 Prozent) auf 30,85 Mrd. Euro steigern. Damit ist Lidl zwar noch immer kleiner als die beiden Regional-Gruppen des Rivalen Aldi zusammen. Jedoch überflügelte Lidl demnach die beiden Teile von Aldi jeweils für sich alleine betrachtet.
RÜCKGANG: Aschewolken aus dem isländischen Vulkan bremsen den Flugverkehr in Europa aus. Für die Luftfahrtunternehmen haben die weiträumigen Luftraumsperren deutliche Folgen. So hat die Swiss im April wegen der Luftraumsperre nach dem Vulkanausbruch in Island 16,1 Prozent weniger Passagiere transportiert. Im vergangenen Monat flogen 972'608 Passagiere mit Swiss, während es im Vorjahr noch 1'158'794 Fluggäste waren. Die Lufthansa-Tochter konnte auch weniger Flüge durchführen. Diese nahmen im Vergleich zur Vorjahresperiode um 12,8 Prozent auf 10'052 ab. Die Auslastung der durchgeführten Flüge blieb aber hoch. Der durchschnittliche Sitzladefaktor (SLF) lag im April auf dem gesamten Streckennetz bei 80 Prozent und damit 2,3 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert. Die isländische Vulkanasche bremste den Mutterkonzern Lufthansa noch leicht stärker. Die Zahl der Passagiere ist im April bei der Hauptmarke Lufthansa um 16,2 Prozent auf knapp 3,98 Millionen gesunken. Der britischen Billiganbieter Easyjet kappte gar seine Gewinnprognose. Das Vorsteuerergebnis dürfte statt 175 bis 200 Mio. britische Pfund nur noch 100 bis 150 Millionen Pfund (165 Mio. bis 247 Mio. Franken) erreichen.
FORDERUNG: Die spanische Zentralbank hat die zusätzlich angekündigten Sparmassnahmen der Regierung begrüsst. Die Haushaltssanierung müsse aber von drastischen Strukturreformen auch des Arbeitsmarktes begleitet werden, sagte der spanische Notenbankgouverneur Miguel Angel Fernandez Ordonez. Spanien will sein Haushaltsdefizit bis 2013 auf die EU-Obergrenze von drei Prozent senken. 2009 betrug es mehr als elf Prozent. Zuvor hatte die Regierung angekündigt, bis 2011 rund 15 Mrd. Euro extra einsparen zu wollen. In Spanien kommt zu den Haushaltsproblemen eine hohe Arbeitslosigkeit von mehr als 20 Prozent. Das ist doppelt so viel wie der EU-Durchschnitt. Die Kosten belasten Wachstumsaussichten und Haushalt.

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