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TAGESÜBERBLICK WIRTSCHAFT

Dieser Inhalt wurde am 27. Mai 2010 - 18:19 publiziert

Donnerstag, 27. Mai - Bern (awp/sda) -
RÜCKGANG BEI RICHEMONT: Käufer von Luxusprodukten wie IWC-Uhren und Cartier-Schmuck waren in der Krise zurückhaltend: Beim Genfer Luxusgüterkonzern Richemont sind der Umsatz und der Gewinn im vergangenen Geschäftsjahr darum eingebrochen. Die Verkäufe gingen um 4 Prozent auf 5,176 Mrd. Euro zurück. Der Betriebsgewinn (EBIT) liegt um 14 Prozent tiefer bei 830 Mio. Euro. Unter dem Strich bleiben noch 603 Mio. Euro - 18 Prozent weniger als im Vorjahr. Für die Zukunft gibt sich der Konzern optimistisch. Das Unternehmen habe die Wirtschafts-Krise soweit überstanden, habe schnell auf die neue Marktsituation reagiert und sei in einer starken finanziellen Position. In den nächsten zwei Jahren will Richemont zudem bis zu 10 Millionen eigene Aktien zurückkaufen. Dies entspricht 1,7 Prozent des ausstehenden Aktienkapitals und 1 Prozent der Stimmrechte. Die Titel werden für den konzerneigenen Optionsplan verwendet und würden daher nach dem Rückkauf nicht vernichtet.
GEWINNRÜCKGANG BEI FRANKE: Der Küchen- und Toilettenausstatter Franke hat im vergangenen Jahr erneut einen Gewinneinbruch hinnehmen müssen. Wirtschaftskrise und Restrukturierungskosten rissen ein Loch in die Kasse. Die Sparmassnahmen zeigen Wirkung. Im laufenden Jahr soll es wieder aufwärts gehen. Unter dem Strich verdiente die Aargauer Industriegruppe noch 80,2 Mio. Franken. Bereits im Vorjahr war der Reingewinn um fast 30 Prozent auf 141,2 Mio. Fr. geschrumpft. Der Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) tauchte von 351,3 Mio. auf 260 Mio. Fr. im Jahr 2009. Der Umsatz sank - wie bereits früher bekannt gegeben - um 17,7 Prozent auf 2,416 Mrd. Franken. Die Verkäufe hätten unter der Immobilienkrise in einer Reihe von Ländern gelitten, sagte Franke-Chef Michael Pieper. Fürs Gesamtjahr 2010 sei Franke vorsichtig optimistisch, sagte Pieper. Die Umsätze dürften leicht zulegen, der Gewinn deutlich.
ARBEITSMARKT BELEBT SICH: In der Schweizer Industrie zeichnet sich eine Verbesserung der Beschäftigungslage ab. Darauf deuten Arbeitsmarktindikatoren des Bundesamts für Statistik (BFS). Der Indikator der Beschäftigungsaussichten sowie der Index der offenen Stellen lassen eine Verbesserung in den nächsten Quartalen erwarten, wie das BFS mitteilte. Erstmals seit Beginn der Finanzkrise verzeichnete der Index der offenen Stellen im Jahresvergleich einen positiven Wert (+2,9 Prozent). Während er im Dienstleistungssektor nahezu stagnierte (+0,2 Prozent), nahm er in der Industrie um 11 Prozent zu. Der Indikator der Beschäftigungsaussichten stieg um 4,7 Prozent. Der Dienstleistungssektor verbuchte ein Plus von 3,3 Prozent, in der Industrie legte der Indikator um 8,5 Prozent zu.
WEKO BÜSST FIRMA: Die Wettbewerbskommission (Weko) hat die Firma Flamco zu einer Busse von 169'000 Fr. verknurrt. Der Hersteller von Komponenten für Heiz-, Kühl- und Sanitäranlagen hatte Preiserhöhungen mit einem Konkurrenten abgesprochen. Beim Konkurrenten handelt es sich um die Firma Pneumatex. Dieser wurde die Busse von rund 5,2 Mio. Fr. erlassen, weil sie das Verfahren mit einer Selbstanzeige ausgelöst hatte, wie die Weko mitteilte. Mit der Selbstanzeige habe das Unternehmen substanziell zur Aufklärung der Sachlage und zur Beschleunigung des Verfahrens beigetragen. Die in ganz Europa tätigen Flamco und Pneumatex hatten Zeitpunkt und Ausmass von Preiserhöhungen für verschiedene Produkte in der Schweiz aufeinander abgestimmt. In der EU ist in der gleichen Angelegenheit noch eine Untersuchung im Gang.
RÜCKSCHLAG FÜR NOVARTIS: Das neuartige Krebsmittel Patupilone von Novartis hat in einer klinischen Studie zu fortgeschrittenem Eierstockkrebs keine besseren Überlebenschancen als eine etablierte Vergleichstherapie gezeigt. Novartis gibt die Registrierungspläne für diese Anwendung auf. Das zur innovativen Gruppe der Epothilone zählende Patupilone (EPO906), das Tumorzellen auf einen neuartige Weise absterben lassen soll, hatte zuvor in Phase-II-Studien vielversprechende Effekte gezeigt. Die Phase-III-Studie mit 829 Patientinnen in 22 Ländern hat die Hoffnungen nun nicht bestätigt.
REGELUNG FÜR AUTOMARKT: Die EU-Kommission erlässt auf den 1. Juni neue Regeln für den Markt der Reparatur- und Wartungsdienstleister im Autosektor. Damit will die Kommission den Wettbewerb stärken, womit die Kosten für den Kunden sinken sollen. Bisher konnten die Autohersteller unabhängige Werkstätten mit "gewissen Wettbewerbspraktiken" vom Markt praktisch ausschliessen. Nach den neuen Regeln können Hersteller und ihre Vertragswerkstätten nur noch dann von der so genannten Gruppenfreistellung profitieren, wenn keines der beteiligten Unternehmen einen Marktanteil von mehr als 30 Prozent hat.
SELBSTMORDSERIE IN CHINA: Beim iPhone-Hersteller Foxconn hat sich erneut ein chinesischer Mitarbeiter das Leben genommen. Damit steigt die Zahl der Todesopfer im Zusammenhang mit einer Serie von Selbstmorden in der Fabrik des taiwanischen Unternehmens auf zehn. Foxconn hat in Shenzhen 420'000 Mitarbeiter und produziert unter anderem für Apple, Hewlett Packard und Sony Ericsson. Das Unternehmen gehört zur taiwanischen Hon Hai Precision Industry. Die meisten Todesopfer sind nach Angaben der Behörden in Shenzhen Mitarbeiter unter 30 Jahren, die sich fern ihrer Heimat ohne jeden sozialen Kontakt verdingen.
WARNSTREIK IN BERLIN: Ein Warnstreik des Bodenpersonals hat den Betrieb nach Angaben der Berliner Flughäfen weniger behindert als zunächst befürchtet. Lediglich 32 von 180 Flügen haben am Morgen gestrichen werden müssen. Der sechsstündige Warnstreik zwischen 4.00 Uhr und 10.00 Uhr zog im Tagesverlauf dann noch einzelne Verspätungen nach sich. Gestreikt wurde, nachdem Tarifverhandlungen für die gut 2000 Mitarbeiter der Bodendienste Globe Ground und Acciona gescheitert waren. Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi geht es bei Globe Ground um Tariferhöhungen, während bei Acciona Kürzungen verhindert werden sollen.
RÜCKGANG WEGEN VULKAN: Wegen der isländischen Vulkanasche sind die Passagierzahlen im internationalen Luftverkehr im vergangenen Monat stark zurückgegangen. Weltweit wurden im April 2,4 Prozent weniger Fluggäste befördert als noch vor einem Jahr. In Europa, wo mehr als 100'000 Flüge ausfielen, gingen die Zahlen gar um 11,7 Prozent zurück. Ausser in Europa gingen auch in Nordamerika die Fluggastzahlen leicht zurück (-1,9 Prozent), während in anderen Regionen wie dem Mittleren Osten (13,0) und Afrika (8,6) deutlich mehr Personen flogen als im Vorjahresmonat. Den internationalen Luftfrachtsektor traf die Aschewolke weniger hart, die Zahlen gingen im Vergleich zu März nur leicht zurück.

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