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TAGESÜBERBLICK WIRTSCHAFT

Dieser Inhalt wurde am 31. Mai 2010 - 17:16 publiziert

Bern (awp/sda) - Montag, 31. Mai 2010
ZAHL AUSLÄNDISCHER CHEFS STAGNIERT: Im "globalisierten Unternehmen" spielt die Staatzugehörigkeit eines Chefs keine Rolle mehr, wohl aber das Geschlecht: Während Deutsche und Amerikaner als Lenker grosser Schweizer Konzerne genauso gefragt wie Schweizer, haben es Frauen immer noch schwer, in die Top-Etagen zu kommen. 44 Prozent der Geschäftleitungsmitglieder der 121 grössten Schweizer Unternehmen sind Ausländer. Damit ist zwar zum ersten Mal seit vier Jahren die Zahl ausländischer Manager nicht mehr gestiegen, aber der Trend ist klar auszumachen, wie eine Studie der Zürcher Personalberatungsfirma Schilling deutlich macht.
MEHR KONKURSE: Die Wirtschaftskrise hat sich verzögert in der Konkursstatistik niedergeschlagen: 2009 sind in der Schweiz 8 Prozent mehr Konkurse gegen juristische und natürliche Personen eröffnet worden. Die Zahl der Konkurse stieg damit auf 11'587. 2008 hatte der Anstieg nur 0,27 Prozent betragen. Im vergangenen Jahr sei die grösste absolute und relative Zunahme von Konkurseröffnungen in den letzten zehn Jahren realisiert worden, teilte das Bundesamt für Statistik (BFS) mit. Von 2004 bis 2008 etwa schwankte die Zahl der Konkurseröffnungen zwischen 10'500 und 10'750. Gleichzeitig wurden 2009 aber auch die geringsten Gesamtverluste der letzten 10 Jahre eingefahren. Die aus den Konkurserledigungen entstandenen Verluste fielen nämlich um 12 Prozent auf 2,2 Mrd. Franken. Sie erreichen damit laut BFS weniger als die Hälfte der Rekordsumme von 4,7 Mrd. Fr. aus dem Jahr 2004.
GEWERKSCHAFTEN GEGEN INDUSTRIE-NIEDERGANG: Gegen 1000 Vertreter der Gewerkschaft Unia haben sich in Bern zu einer Art "Strassenparlament" versammelt: An einem Aktionstag wollen sie beraten, wie sich der Niedergang des Industriestandorts Schweiz verhindern lässt. "Alle Länder machen Industriepolitik, nur die Schweiz nicht", kritisierte Corrado Pardini, Leiter Sektor Industrie, zum Auftakt des Treffens. Der Bundesrat setze unbeirrt auf den Finanzplatz Schweiz, doch dieser produziere nur Angst und Unsicherheit. Eine "zupackende Industriepolitik" könnte Stellen retten und rasch 120'000 neue Arbeitsplätze schaffen, betonte Pardini. "Wir wollen Industrie und Arbeit, keine Dienstleistungswüste."
LIECHTENSTEINER BANKEN VERLIEREN WEITER KUNDEN: Die Erholung an den Börsen hat im Fürstentum Liechtenstein wieder einen Wachstumsschub bei den Kundenvermögen ausgelöst. Die Banken allerdings leiden noch immer unter Geldabflüssen. Sieben Milliarden Franken netto waren es 2009. Die auf dem Finanzplatz Liechtenstein verwalteten Kundenvermögen stiegen vergangenes Jahr um 17 Prozent auf total 261,6 Mrd. Franken, wie die Finanzmarktaufsicht (FMA) in Vaduz bekanntgab. Im Vorjahr waren die Vermögen um 19 Prozent gesunken. Der Hauptanteil der Gelder liegt auf den Banken, deren Kundenvermögen um zehn Prozent auf 172,5 Mrd. Fr. kletterten. Das Wachstum ist allein auf die positive Marktentwicklung an den Börsen zurückzuführen.
WEISS+APPETITO ÜBERNIMMT MUFF AG:Das Berner Bau- und Dienstleistungsunternehmen Weiss+Appetito hat per Ende Mai sämtliche Aktien des Aargauer Familienbetriebs Josef Muff AG übernommen. Damit entsteht laut Angaben der beiden Firmen der grösste Rohrleitungsbauer der Schweiz. Beide Unternehmen werden laut einer gemeinsamen Mitteilung unter ihrem angestammten Namen und in den bisherigen Geschäftsbereichen weiterarbeiten. Die 70 Angestellten der Josef Muff AG behalten ihre Stelle und ihren Arbeitsort am Hauptsitz Sarmenstorf AG, in Biel und Zürich. Von den rund 400 Mitarbeitenden der Weiss+Appetito AG wechseln laut Verwaltungsratspräsident Pio Brönnimann sieben Rohrleitungsspezialisten zur Josef Muff AG.
HANDY HÖRT, LIEST UND ÜBERSETZT: Mobiltelefone der neusten Generation gehorchen aufs Wort und können lesen. Statt eine SMS oder E-Mail zu tippen, spricht man einfach ins Handy - und auf dem Bildschirm erscheint der Text. Das Gerät erkennt fotografierten Text und übersetzt diesen in andere Sprachen. Die kleinen Computer, die in Mobiltelefonen arbeiten, werden immer leistungsfähiger. Dieser Tage hat Intel mit dem Atom Z6 einen Handychip angekündigt, der 20 Mal schneller rechnen kann, als bisherige Prozessoren. Doch bereits heute gekaufte Modelle sind schlau genug, um Sprache und Schrift zu erkennen.
OPTIMISTISCHE INGENIEURE UND ARCHITEKTEN: Die Schweizer Ingenieure und Architekten sehen ihre Lage im ersten Quartal noch positiver als im Vorquartal. 93 Prozent rechnen damit, dass sich die Geschäftslage im nächsten Halbjahr verbessert oder nicht verändert, wie eine Umfrage der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF) ergab. Im Schlussquartal 2009 hatten bereits über 90 Prozent die Aussichten als besser oder gleichbleibend eingeschätzt. Die Stimmung unter den Architekten sei positiv, bei den Ingenieurbüros sei sie verhalten, heisst es in der Mitteilung des Schweizerischen Ingenieur- und Architektenvereins (SIA). Die Honorarsätze dürften laut Umfrage in den nächsten sechs Monaten allerdings weiter sinken. Punkto Beschäftigung geben sich die Projektierungsbüros optimistisch. Jedes vierte Büro will Personal einstellen.
UMSATZEINBRUCH BEI STAHLROHREN: Die Schweizer Hersteller von Stahlrohren haben 2009 einen kräftigen Umsatz- und Absatzrückgang erlitten. Der Branchenumsatz sank um knapp 24 Prozent auf 479 Mio. Franken. Besonders stark betroffen waren Lieferungen an die Automobil-, Maschinen und Möbelindustrie. Überdurchschnittlich sank der Exportanteil (-27 Prozent), wie der Verband Schweizerischer Stahlröhrenwerke mitteilte. Der Absatz in Tonnen sank um knapp ein Viertel auf 183'427 Tonnen. Der Exportabsatz nahm gar um 29 Prozent ab.
CLARIANT-BESCHÄFTIGTE BLOCKIEREN GRENZÜBERGÄNGE: Angestellte des Chemiekonzerns Clariant im elsässischen Hüningen haben am Morgen den Pendlerverkehr an Grenzübergängen bei Basel behindert. Bei der Aktion sammelten sie Unterschriften gegen die Schliessung des Werks, bei der rund 260 Stellen verloren gehen. Die Aktion dauerte bis 8.45 Uhr, wie ein Sprecher des Grenzwachtkommandos Basel auf Anfrage sagte. Die Aktion habe auf französischem Boden stattgefunden, der Verkehr von Frankreich in die Schweiz sei indes spürbar behindert worden. Betroffen waren laut dem Sprecher mindestens drei Grenzübergänge nach Basel sowie einer nach Allschwil BL, laut der französischen Nachrichtenagentur AFP zudem auch der Autobahn-Zoll Basel-St-Louis sowie ein Grenzübergang von Frankreich nach Deutschland.
WENIGER COMPUTERSPIELE VERKAUFT: Im Einklang mit den meisten ausländischen Märkten hat sich auch der Schweizer Markt für Computer- und Videospiele im ersten Quartal rückläufig entwickelt. Der Umsatz sank um 10,5 Prozent auf 77,4 Mio. Franken. Hauptverantwortlich für den Rückgang war die Hardware, die gegenüber dem Vorjahr 15,7 Prozent an Umsatz verlor. Bei den Spielen, die sich erneut als resistenter erwiesen, betrug das Umsatzminus 7,7 Prozent. Der Absatz sank insgesamt um 8,2 Prozent. Der Markt habe sich noch nicht von der Schwächeperiode des vergangenen Jahres erholen können, schreibt der Branchenverband Swiss Interactive Entertainment Association (SIEA).
VALORA ZIEHT SICH AUS TESSIN ZURÜCK: Der Konsumgüterkonzern Valora zieht sich im Tessin aus dem Buchhandel zurück. Er verkauft die 1939 gegründete Firma Melisa an die Genossenschaft La Pergamena. Diese wird künftig die drei Buchgeschäfte in Lugano, Grancia und Locarno führen. Mit La Pergamena habe man eine ideale Käuferin gefunden, teilte Valora mit. Die Genossenschaft werde den Buchhandel im Tessin weiterentwickeln und den Bedürfnissen der Region gerecht werden.
TEUERUNG IN EURO-ZONE GESTIEGEN: Die Teuerungsrate in der Euro-Zone ist im Mai auf den höchsten Stand seit Ende 2008 gestiegen. Die jährliche Rate betrug im Mai 1,6 Prozent, 0,1 Punkte mehr als im Vormonat. Das teilte die Statistikbehörde Eurostat in einer ersten Schätzung mit. Im April war die Inflationsrate unter anderem wegen steigender Benzin- und Heizölpreise angestiegen. Nähere Details zum Mai wird Eurostat Mitte Juni mitteilen. Bei Raten von bis zu 2 Prozent ist Preisstabilität im gemeinsamen Währungsgebiet mit rund 330 Millionen Menschen gewährleistet.
EUROPCAR PROFITIERTE KAUM VON ASCHENWOLKE: Europas führender Autovermieter Europcar den Ansturm auf Mietautos während der Flugausfälle im April kaum in klingende Münze umsetzen können. "Die Aschewolke hat uns zwar beschäftigt, aber wir erwarten dadurch keinen signifikanten Effekt auf die operative Marge im zweiten Quartal", erklärte Konzernchef Philippe Guillemot in Paris. Eine von Island nach einem Vulkanausbruch herüberziehende Aschewolke hatte den Flugverkehr in Europa tagelang lahmgelegt. Guillemot ergänzte, aus den Erfahrungen mit dem Ansturm der Kundschaft habe Europcar vor allem Lehren für den Kundenservice und das Flottenmanagement gezogen. Rivale Sixt hatte von einem zusätzlichen Profit von gut einer Million Euro berichtet.

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