Fluglärm: Zürich und Aargau haben genug
Aargau hat am Mittwoch (11.07.) als einziger Kanton Beschwerde gegen die Konzession für den Flughafen Zürich-Kloten eingereicht. Unmut äussert auch die Bevölkerung im Kanton Zürich: Die Mehrheit will die Starts und Landungen auf 300'000, die Zahl des Jahres 2000, plafonieren. Dies zeigt eine Umfrage des "Tages-Anzeiger".
Auf die Frage «Finden sie, dass der Flugverkehr ausgebaut, auf dem jetzigen Stand bleiben, also eingefroren, oder reduziert werden soll?» anworteten 54% der 1’206 Befragten mit «einfrieren» und 15% mit «reduzieren». Dem geplanten Ausbau bis 2010 auf 420’000 Starts und Landungen vom und zum Zürcher Flughafen Unique stehen 29% positiv gegenüber.
Unique-Chef Josef Felder überraschte dieses Ergebnis nicht. Er erklärte jedoch, die Kritik am Wachstum des Flughafens sei Vergangenheits-Bewältigung: «Wenn es nicht 57 Jahre gebraucht hätte, um Lärmgrenzwerte festzulegen und die Raumplanung zu sichern, wären wir heute das Dienstleistungszentrum der Schweiz.»
Fluglärm verteilen
Eine Mehrheit von 63% hat Verständnis für die Proteste der Süddeutschen. Den Fluglärm, den Süddeutschland gemäss Staatsvertrag zwischen der Schweiz und Deutschland, nicht mehr zu ertragen hat, soll gemäss Umfrage verteilt werden. 24% der Befragten sprachen sich für eine Begrenzung auf das Glattal und die sonst privilegierte Goldküste aus, 71% befürworteten die Verteilung auf den ganzen Kanton.
Dieser Solidarität innerhalb der Bevölkerung des Kantons Zürich und mit den Süddeutschen traut Unique-Chef Felder nicht. Er verwies auf die Protestwelle in den Südgemeinde im Sommer 2000, als diese wegen einer Pistensperre deutlich mehr Fluglärm hatten.
Aargau reicht Beschwerde gegen Konzession ein
Rauer Wind bläst den Flughafen-Betreibern auch aus dem benachbarten Aargau entgegen: Als einziger Kanton hat Aargau eine Beschwerde gegen die vom Bundesrat erteilte Konzession für den Flughafen Zürich-Kloten eingereicht. Der Regierungsrat will so die Bevölkerung vor negativen Auswirkungen des Flugbetriebs schützen und die Gleichbehandlung der betroffenen Kantone mit den süddeutschen Gemeinden erreichen.
Die Beschwerde bedeute kein Nein zum Flughafen, aber ein Nein zu zusätzlichem Lärm für die Aargauer Bevölkerung, sagte Baudirektor Peter C. Beyeler am Mittwoch vor den Medien. Er anerkenne die Bedeutung des Flughafens Zürich für die Wirtschaft durchaus und befürworte ein qualitatives, nachhaltiges Wachstum des Flughafens.
swissinfo und Agenturen
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