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Heute in der Schweiz

​​​​​​​Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland

Hotelbetten für Obdachlose, Kirsch für Desinfektionsmittel, Ü65 für U65 – das und mehr aus Coronaland.

Liebe Grüsse aus dem Homeoffice in Herrenschwanden

Obdachlose in Zürich
Ennio Leanza / KEYSTONE Ennio Leanza / KEYSTONE

Hotelbetten für Obdachlose: Das und mehr fordern Organisationen aus dem Bereich Armutsbekämpfung.

Menschen mit Migrationshintergrund, Armutsbetroffene oder Alleinerziehende gingen in den bisherigen Massnahmenpaketen für die Soforthilfe im Kampf gegen das Coronavirus vergessen, so die Organisation Avenir Social. Der Berufsverband Soziale Arbeit Schweiz initiierte eine Kampagne, der sich zahlreiche Organisationen anschlossen.

Für die Schutzbedürftigsten, dazu zählen auch Obdachlose und Suchtkranke, brauche es jetzt rasche und niederschwellige Hilfsangebote. Dies als Reaktion auf den massiven Anstieg der Hilfsgesuche an die Sozialdienste.

Dazu zählen Hotelbetten und Zugang zu öffentlichen Duschen für Obdachlose, die Übernahme von Telefonrechnungen und der Behandlungskosten im Falle einer Covid-19-Erkrankung.

Reuters / Michael Buholzer

In Schweizer Spitälern droht ein Engpass an Medikamenten zur Intensivpflege. Wie sieht es punkto Betten aus?

Länder, allen voran Grossbritannien, büssen in Zeiten der Coronakrise besonders für den neoliberalen Kurs der letzten Jahrzehnte. Die Sparwut hatte sich auch in anderen Ländern in einer teils massiven Verringerung der Spitalbetten niedergeschlagen.

Dem internationalen Trend folgte auch die Schweiz. Was die Anzahl Akutbetten pro 100’000 Einwohnerinnen und Einwohner betrifft, liegt sie mit 356 an 14. Stelle der OECD-Länder.

Bei den Betten in den Intensivstationen ist die Schweiz im europäischen Vergleich mit 11 Betten pro 100’000 Personen leicht unter dem Durchschnitt. Mit Hilfe des Militärs und der Einrichtung von Notspitälern, etwa in Turnhallen, versucht sie jetzt, die Lücken wieder etwas zu schliessen.

Leute im Wald
swissinfo.ch

Der Bundesrat setzt Grundrechte wie Versammlungs- und Bewegungsfreiheit ausser Kraft. Darf er das überhaupt?

Mit dem Verweis auf das Recht auf Leben und Gesundheit nutzt die Schweizer Regierung alle Mittel aus, um das Virus wirksam zu bekämpfen.

Doch auch in Zeiten des Notstands sollten die Massnahmen der Regierung verhältnismässig sein, sagt Eva Maria Belser, Professorin für Staats- und Verwaltungsrecht an der Uni Fribourg.

Sie bescheinigt dem Bundesrat aber, dass er auch mit den weitgehenden Massnahmen im grundrechtlichen Interesse handle. Dennoch mahnt sie, dass weder Bundesverfassung noch Völkerrecht ausser Kraft gesetzt seien. Vielmehr würden die Grund- und Menschenrechte selbstverständlich weiter gelten. 

Die Diskussionen darüber würden aber noch lange anhalten. So oder so – auf der Exekutive laste eine gewaltige Verantwortung, so Belser.

sda-ats

Sie stehen im Auge des Corona-Sturms: Menschen über 65. Gerade sie sollten jetzt zuhause bleiben, sagt ein Denker, der 75 Jahre alt ist.

Er ist Philosoph und Publizist, Autor des philosophischen Bestsellers «Für ein Alter, das noch was vorhat». Und er ist selber vorbelastet – durch eine eingeschränkte Lungenfunktion: Ludwig Hasler.

Sinn machten die Massnahmen zum Stillstand der Leben nur, «wenn etwas Wichtigeres verhindert werden soll als mein individueller Tod: der Kollaps der Spitäler», so Hasler, der auch mal Chefredaktor des St. Galler Tagblatts gewesen war.

«Wir Babyboomer sind die verwöhnteste Generation, die je über den Planeten spazierte. Ab 1945 ging es stets aufwärts, mit der Freiheit, dem Wohlstand, dem Wachstum», schreibt Hasler. 

Niemand aus seiner Generation glaube an den eigenen Tod. Statt sich in die Selbstisolation zu begeben, wie dies etwa der Schriftsteller Peter Bichsel seit Jahren tue, «holen wir aus dem Leben lieber noch heraus, was es hergibt».

sda-ats

Coronakrise ist dann, wenn Wein und Schnaps zu… Desinfektionsmittel werden.

Ethanol wird allmählich knapp in der Schweiz. Es wird aber zur Produktion von Desinfektionsmittel benötigt, nach dem die Nachfrage akut steigt. Wieso dieser Engpass zur Unzeit?

Er hat auch mit einer, aus heutiger Sicht äusserst unglücklichen Entscheidung zu tun: 2018 wurde die Ethanol-Reserve des Bundes für Pandemiefälle aufgelöst, sprich vernichtet. Dies anlässlich der Privatisierung der Eidgenössischen Alkoholverwaltung, die heute Alcosuisse heisst. Seldwyla lässt grüssen…

In Liechtenstein rief die Regierung die Beamten auf, ihre privaten Schnapsvorräte zu opfern. Ganz so weit ist die Schweiz noch nicht.

Aber die Firma Etter, eine der ersten Kirsch-Brennereien des Landes und Lieferantin der wichtigsten Zutat für die Zuger Kirschtorte, trat u. a. dem Kanton Zug gegen 2500 Liter des hauseigenen Kirsch-Notvorrats ab. Dieser ist eigentlich für den Krisenfall bei schlechten Ernten gedacht.

Im Wallis tat es die Schnapsbrennerei Morand den Zuger Kollegen gleich. Nur dass dort die Hausspezialität «Williamine» zum Hygieneprodukt für Schweizer Hände wird.

Viele Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer beschäftigt derzeit auch die Frage der Einreise eines ausländischen Partners:

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