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Heute in der Schweiz

Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland

Jetzt geht’s in die Isolation: Die Schweizer Regierung verschärft den Kampf gegen Corona. Aber ich habe auch eine gute Nachricht für Sie.

Herzliche Grüsse aus Bern

Instagram/Stefan Streit

Weitgehender öffentlicher Stillstand: Der Bundesrat verschärft die Massnahmen im Kampf gegen Corona.

So sieht das neue Regime aus: Alle Läden, Restaurants, Bars sowie Unterhaltungs- und Freizeitbetriebe müssen bis am 19. April 2020 geschlossen bleiben. Ausgenommen sind nur Lebensmittelläden und Apotheken sowie andere Gesundheitseinrichtungen.

«Damit haben wir einheitliche Regeln für die ganze Schweiz geschaffen», sagte Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga vor den Medien. Dies brauche die Schweizer Bevölkerung jetzt. «Wir brauchen aber auch die ganze Bevölkerung, die sich an diese Regeln hält.»

Ziel der Massnahmen der Landesregierung sei es, die weitere Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. «Wir wollen damit aber auch Engpässe in den Spitälern verhindern», sagte Sommaruga. Denn diese würden alle Treffen, vom verunfallten Töfffahrer bis zur Krebspatientin, die eine Therapie benötige.

Bis zu 8000 Soldaten unterstützen die Kantone in den Spitälern, bei der Logistik und im Sicherheitsbereich.

Beatmungsgeräte können nicht nur Leben retten, sondern auch Schmerzen lindern. Hamilton, Bonaduz

Beatmungsmaschinen können Leben retten. Aber es könnte zu Engpässen kommen.

Für jene, bei denen die unheilbare Lungenkrankheit Covid-19 einen schweren Verlauf nimmt, sind Beatmungsgeräte die letzte Hoffnung.

Die Firma Hamilton im bündnerischen Bonaduz stellt solche Geräte der neuesten Hightech-Generation her.

Kein Wunder, geht die Nachfrage durch die Decke. Verlaufe die Krise derart schwer wie in Italien, sei ein Engpass in Schweizer Spitälern abzusehen, sagte CEO Andreas Wieland im Interview meines Kollegen Peter Siegenthaler.

Trotz der äusserst angespannten Situation liefert die Firma aber weiterhin auch ins Ausland. Bei einem Exportverbot würde er auf die Barrikaden, sagt Wieland.

Keystone / Laurent Gillieron

Es gibt auch gute Nachrichten in der Coronakrise: Eine Welle der Solidarität geht durchs Land.

«Hilf jetzt»: Am Freitag hat Public Beta, eine zivilgesellschaftliche Organisation zur Demokratie-Entwicklung, eine Webseite dieses Namens aufgeschaltet.

Auf der Plattform können sich Menschen organisieren, die insbesondere älteren Nachbarinnen und Nachbarn in Not helfen wollen. Mit Einkäufen, Gesprächen von Balkon zu Balkon etc..

Nach dem Wochenende haben sich auf Facebook bereits über 300 Gruppen zur Nachbarschaftshilfe gebildet, schrieb Initiant Daniel Graf auf Twitter.

Auch auf anderen sozialen Netzwerken haben sich Bürgerinnen und Bürger in Hilfsgruppen zusammengeschlossen. Ist es ein Traum zu hoffen, dass dieser Geist der solidarischen Nachbarschaftshilfe nach der Coronakrise weiterlebt?

Keystone


Home-Office ist seit dieser Woche für viele Arbeitenden in der Schweiz Realität.

Man sitzt vor dem Computer. Aber nicht unter Kolleginnen und Kollegen in der gewohnten Büroumgebung. Sondern daheim. Was nach Arbeit im Gemütlichkeitsmodus tönt, hat aber seine Tücken. Deshalb gibt die Zeitung Blick Tipps.

Die gewohnte Morgenroutine durchziehen, rät ein Leser. «Duschen, Zähneputzen, rasieren und sich anziehen. Kein Pyjama.»

Ein anderer Tipp: Den Tag strukturieren. Also nicht Kopf runter und durcharbeiten, sondern Pausen einplanen – und die dann auch einhalten.

Der Tipp einer Leserin trägt schon fast das Prädikat «für Fortgeschrittene»: «Morgens eher die komplizierten Dinge bearbeiten und nachmittags eher die einfacheren.»

sda-ats

Verordnen die Behörden das Social Distancing, ist das auch der Lockout für die direkte Demokratie in der Schweiz.


Für die Frühlingssession ist der vorzeitige Schlussgong ertönt – die 246 Nationalräte und Ständerätinnen sind am Montag nicht mehr nach Bern zurückgekehrt.

Aber nicht nur die repräsentative, sondern auch die direkte Demokratie kommt angesichts der Coronaviruskrise zum Stillstand.

Wer jetzt ein Volksrecht ausübt und Unterschriften sammelt, hat Pech gehabt. Wie das Komitee um Nationalrat Franz Grüter, das momentan die Hürde für die Volksinitiative für ein Moratorium des E-Votings schaffen will.

Düster siehts auch für die Landsgemeinden in Appenzell Innerrhoden und Glarus aus. Sie gehen traditionelle Ende April resp. Anfang Mai über die Bühne. Zwar ist die Verschiebung noch nicht beschlossene Sache. Aber alles andere wäre weder logisch noch vernünftig.

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