Couchepin plädiert für Vernetzung aller Bildungsstätten
Anlässlich des ersten Fachhochschultages der Zürcher Hochschule Winterthur hat Bundesrat Pascal Couchepin am Freitag (16.06.) eine Zwischenbilanz der Reformen gezogen. Ziel des Bundesrats sei ein starker Verbund leistungsfähiger Bildungsstätten.
Couchepin sagte laut Redemanuskript, die Reform sehe ein Hochschulnetz vor, in dem alle höheren Bildungsstätten eng zusammen arbeiten: «Wir setzen auf eine Vernetzung der Fachhochschulen mit den Universitäten und Eidgenössischen Technischen Hochschulen zur so genannten ‚Hochschule Schweiz‘.»
Kaderschmiede für Schweizer Wirtschaft
Nach Abschluss des Reformprozesses, für 2003 vorgesehen, sollten die beiden Hochschultypen, Fachhochschulen (FH) und Universitäten, «gleichwertige», aber «andersartige» Partner sein. Dadurch erhielten die FH die zentrale Position als «eigentliche Kaderschmieden für unsere Wirtschaft».
Ein wesentliches Element der Reform sei der erweiterte Leistungsauftrag: Er umfasst angewandte Forschung und Entwicklung, den Wissens- und Technologietransfer zur Wirtschaft sowie Dienstleistungen zu Gunsten Dritter.
Damit sollen Wissenschafts- und Praxisbezug der Diplomstudien gestärkt und die Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Wirtschaft verbessert werden.
Die Umsetzung des erweiterten Leistungsauftrages sei zwar unterschiedlich weit fortgeschritten, aber dennoch auf guten Weg. In einem ersten Zwischenbericht ist laut Couchepin davon die Rede, dass für die Bildung nationaler Kompetenznetze erfreulich viele Interessenkundgebungen bestünden. Zudem konnte der Bundesrat Ende 1999 100 zusätzliche Nachdiplomstudien anerkennen.
Internationale Anerkennung der FH-Diplome
Für eine verbesserte Stellung der FH ist auch die internationale Anerkennung ihrer Diplome wichtig. Wesentliches dazu beitragen werden die bilateralen Verträge der Schweiz mit der Europäischen Union (EU): Mit Inkrafttreten der Verträge wird vielen Schweizer FH-Absolventen der Zugang zu den in der EU reglementierten Berufen ermöglicht.
Weiterer Schritt in dieselbe Richtung ist das Äquivalenzabkommen, das 29 europäische Staaten 1999 unterzeichnet haben. Damit verpflichtet sich auch die Schweiz, die Hochschulstudiengänge zu harmonisieren und das angelsächsische Studienmodell einzuführen.
Couchepin teilte in seiner Rede mit, dass sich Deutschland und die Schweiz Ende Mai bereits auf eine Anpassung dieses Abkommens geeinigt haben: Bis Anfangs 2001 dürften die beiden Staaten ihre FH-Diplome gegenseitig anerkennen.
swissinfo und Agenturen
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